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ZDF-Talkshow "Markus Lanz": Marcel Reif knöpft sich Gündogan und Özil vor: "So ungehörig, dass es gar nicht geht"

In der ZDF-Talkshow "Markus Lanz" wird das umstrittene Treffen von Gündogan und Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan heiß diskutiert. Sportjournalist Marcel Reif schickt deutliche Worte in Richtung der Nationalspieler. 

Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r) zusammen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan

Ilkay Gündogan (l.), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r.) zusammen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan

AP / DPA

Kurz vor der WM-Nominierung haben sich Mesut Özil und Ilkay Gündogan durch einen Auftritt mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mächtig Ärger eingehandelt. Fotos der deutschen Fußball-Nationalspieler mit dem Politiker in einem Hotel in London sorgten für jede Menge Wirbel und riefen Reaktionen von allen Seiten hervor.

Marcel Reif

Marcel Reif (hier bei der lit.Cologne 2017) kritisert das Treffen von Özil und Gündogan mit dem türkischen Präsidenten scharf. 

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Für das Turnier in Russland wurden die beiden England-Legionäre nominiert, die Kritik reißt aber nicht ab. Auch in der ZDF-Talkshow " " wurde das Thema am Dienstagabend heiß diksutiert. Der Sportjournalist und -kommentator Marcel Reif äußerte sich in der Sendung äußerst kritisch in Richtung der beiden Nationalspieler.

"Gestern habe ich aufgegeben", sagte Reif, der die Profis vor dem politisch ohnehin schwierigen Turnier in Russland eigentlich in Schutz nehmen wollte. Der 68-Jährige erklärte, dass die WM-Endrunde auch ohne das umstrittene Treffen ein politisch aufgeheiztes Event sei: "Diese WM findet in Putin-Country statt, ihr wisst, wie man dort mit Pressefreiheit umgeht, Ostukraine, Krim, Syrien." 

Marcel Reif kritisiert vor allem Ilkay Gündogan

Vor allem entlud sich seine Kritik gegenüber Gündogan, den er eigentlich für eine "ziemlich helle Kerze auf der Torte" halte. Gündogan, der in Gelsenkirchen geboren wurde, hat immerhin ein Einser-Abitur. "Was schreibt er da?", schimpfte in Bezug auf die Widmung des früheren Dortmund Profis auf seinem Trikot. "Hochachtungsvoll an meinen Präsidenten", steht auf dem Trikot, das er Erdogan überreichte.

"Sie wussten genau, wo sie hinfahren. Sie wussten, dass Wahlkampf in der Türkei ist und wenn er schon sein Präsident ist, dann weiß Gündogan auch, wer Herr Erdogan ist und wofür er steht. Dann freiwillig da hingehen und das Trikot so unterzeichnen, das ist so ungehörig, dass es eigentlich nicht geht", so Reif weiter. "Ich hoffe, dass es da noch ein ehrliches Gespräch mit den DFB-Verantwortlichen gibt. Das Thema darf nicht unter den Tisch gekehrt werden. Beide sollen mal in sich gehen und überlegen, wie sie eigentlich zu Erdogan stehen und ob sie seine Regierung als demokratisch ansehen. Sie sollen dann Stellung beziehen. Persönlich, nicht durch irgendein Statement des Managements." 

DFB-Präsident pocht auf fairen Umgang mit Özil und Gündogan

Da die Kritik an Özil und Gündogan immer weitere Kreise zieht, rief der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, der die beiden Nationalspieler ebenfalls scharf kritisiert hatte, nun zu einem fairen Umgang mit den beiden auf: "Menschen können Fehler machen. Wir müssen das Maß wahren." Viele Kritiker wären über das Ziel hinausgeschossen. 

vit/tkr

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