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K.o.-Spiel gegen Lazio Rom Mieses Image, sportlich angeschlagen und viele Verletze: FC Bayern mit letztem Aufgebot nach Rom

Angezählt: Lucas Hernandez und Robert Lewandowski verlassen nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt den Platz
Angezählt: Lucas Hernandez und Robert Lewandowski verlassen nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt den Platz
© Heiko Rhode / Picture Alliance
Der FC Bayern trifft im Champions-League-Achtelfinale auf Lazio Rom. Die Italiener sollen nur eine Station sein auf dem Weg zur Titelverteidigung – eigentlich. Denn das Team von Hansi Flick ist sportlich und imagetechnisch schwer angeschlagen.

Wenn der FC Bayern am Dienstagabend im Olimpico Roma gegen Lazio Rom in die K.o-Phase der Champions League startet, geht die Saison für die Münchner in die heiße Phase. Nach dem Aus im DFB-Pokal ist das erneute Triple zwar nicht mehr möglich, aber ein großes Ziel bleibt: den Champions-League-Titel verteidigen. Das gelang seit der Gründung des Wettbewerbs 1992 erst einer Mannschaft: Real Madrid gewann die Königsklasse von 2016, 2017 und 2018.

Doch die Bayern sind mit einem Haufen Problemen im Gepäck nach Rom geflogen. Die vergangenen zwei Wochen gehörten zu den turbulentesten seit Langem. Der Gewinn der Klub-WM in Katar war begleitet von Debatten um die Äußerungen von Karl-Heinz Rummenigge und Ex-Präsident Uli Hoeneß über Nachtflugverbote oder das Impfen von Fußball-Profis. Dann setzte ausgerechnet der sonst so besonnene Trainer Hansi Flick die Reihe unglücklicher Äußerungen (freundlich ausgedrückt!) fort, indem er den SPD-Mann Karl Lauterbach als "sogenannten Experten" verunglimpfte, weil der die Bayern wegen ihrer Reise zur Klub-WM nach Katar kritisierte hatte.

Thomas Müller fehlt am meisten

Auch sportlich läuft es im Moment in der Bundesliga nicht rund. Der Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig schmolz zuletzt nach dem Unentschieden gegen Arminia Bielefeld und der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt auf zwei Punkte zusammen. Hinzu kommen die vielen Ausfälle, mit gerade einmal 17 Profis reist der FC Bayern nach Italien. Auch Thomas Müller fehlt nach seiner Coronavirus-Infektion weiterhin. Gerade sein Ausfall wiegt besonders schwer, bislang konnte ihn niemand wirklich ersetzen. Dennoch bleibt Flicks Optimismus unerschütterlich. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte er, er habe  ein "Urvertrauen" in sein dezimiertes Team.

Hier ist alles, was Sie über das Spiel wissen müssen:

Ausgangslage: Mit 16 Punkten und 18:5 Toren haben die Bayern die beste Gruppenphase aller Achtelfinal-Teilnehmer gespielt. Aber aktuell ist der Titelverteidiger verwundbar, wie die jüngsten Stolperer im Bundesliga-Alltag offenbarten. Die Königsklasse aber ist ein anderer Wettbewerb, "besondere Spiele", wie Flick betonte. Der Trainer, der am Mittwoch 56 Jahre alt wird, wünscht sich ein gutes Spiel und ein positives Resultat von seiner Mannschaft.

Verletzungssorgen: Mit einem Rumpfkader von 17 Profis sind die Bayern nach Italien gereist. Die Ausfallliste ist lang, angefangen bei Thomas Müller über Serge Gnabry bis zu Benjamin Pavard. Große Hoffnungen setzt Flick in Nationalspieler Leon Goretzka, der nach einem starken 45-Minuten-Comeback bei der Niederlage in Frankfurt diesmal direkt auflaufen soll. Die Folgen der Corona-Infektion habe der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler überwunden, berichtet Flick: "Wir können ihn von Anfang an bringen." Goretzka soll mit seiner Aggressivität, Dynamik und Torgefahr versuchen, als Antreiber und Anführer den so arg vermissten Müller zu ersetzen - solange die Kräfte reichen.

Der Gegner: Für Miroslav Klose, Assistenztrainer von Flick, ist die Reise zu Lazio Rom ein Trip in die eigene Vergangenheit. Fünf Jahre lang (2011 bis 2016) trug Klose das himmelblaue Trikot der Römer. Noch immer schaut er sich Spiele seines Ex-Klubs im Fernsehen an. Als Insider kann er Flick ein paar Tipps geben. "Ich würde nie den Fehler machen, die Mannschaft kleinzureden", sagt Klose. Er hält Lazio für "eine gefährliche Mannschaft". Das Team von Trainer Simone Inzaghi qualifizierte sich als Zweiter der Gruppe F hinter Borussia Dortmund für die K.o.-Phase. Gegen den BVB gewannen die Italiener im eigenen Stadion mit 3:1. Auswärts gab's ein 1:1.

Immobile und Inzaghi: In beiden Partien traf Lazios Anführer Ciro Immobile gegen seinen ehemaligen Club. Nun trifft sich der Torjäger zum Wettschießen mit Bayerns Robert Lewandowski. Der Ausgang des Stürmerduells könnte über das Weiterkommen entscheiden. Klose erwartet bei seiner emotionalen Rückkehr in die Ewige Stadt ein "enges Spiel". Für ihn kommt es auch zum Wiedersehen mit Inzaghi, den er 2016 in seinen letzten Lazio-Wochen noch kurz als Trainer erlebte.

tis / Mit DPA

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