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Nations League: Oliver Kahn zählt Joachim Löw nach 0:3-Klatsche gegen die Niederlande an

Deutschland hat das Gruppenspiel in der Nations League gegen die Niederlande verloren. Das Team von Joachim Löw verlor in Amsterdam mit 0:3. Deutliche Worte fand anschließend ZDF-Experte Oliver Kahn.

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Der Absturz der deutschen Fußball-Nationalelf geht rasant weiter. 108 Tage nach dem blamablen WM-K.o. gegen Südkorea droht Bundestrainer Joachim Löw mit dem DFB-Team nach dem 0:3 (0:1) gegen Erzrivale Niederlande in der Nations League der Abstieg in die Zweitklassigkeit. Kapitän Virgil van Dijk (30. Minute) und der überragende Memphis Depay (86.) und Georginio Wijnaldum (90.+3) versetzten am Samstagabend in Amsterdam die rund 50.000 Oranje-Fans in der Johan-Cruyff-Arena in Jubelstimmung. Die mit einer Fünf-Mann-Achse des kriselnden FC Bayern und Neuling Mark Uth angetretene DFB-Elf zeigte ähnliche Schwächen wie schon in Russland: Es fehlten Tempo, Frische, Spielwitz und Effektivität. 

Nach der ersten Niederlage gegen Oranje seit 16 Jahren steht Deutschland (1 Punkt) am Dienstag gegen Weltmeister Frankreich (4 Zähler) als Tabellenletzter der Gruppe 1 hinter Holland (3) bereits mit dem Rücken zur Wand. Gelingt in Paris kein Sieg, ist zumindest die erhoffte Qualifikation für das Finalturnier des neuen Wettbewerbs definitiv schon passé. 

Deutschland hat erstmals seit 2002 wieder gegen die Niederlande verloren

Deutschland hat erstmals seit 2002 wieder gegen die Niederlande verloren

Getty Images

Oliver Kahn kontert Mats Hummels und zählt Löw an

Mats Hummels ging unmittelbar nach Abpfiff in die Offensive, sagte im Interview: "Wir werden auf jeden Fall auf die Fresse kriegen, aber so viel haben wir uns nicht vorzuwerfen". Das einzige Problem sei die Chancenverwertung gewesen. Das Spiel habe man ob der vielen Möglichkeiten "gewinnen müssen", so Hummels. ZDF-Experte Oliver Kahn widersprach direkt danach im Studio. "So einfach kann man sich das nicht machen", sagte Kahn. Er habe lediglich zwei große Chancen von Deutschland gesehen, die Niederlande hingegen hätten, "vier, fünf, sechs weitere Top-Konterchancen". Die Tore hätten sie dann letztlich gemacht, "als dann wirklich keiner mehr hinten war".

Kahn sah viele Parallelen zu den schwachen Auftritten bei der Weltmeisterschaft. "Das sind die selben Probleme". Er sehe "wenig neue Lösungen" und kritisierte auch, dass Leroy Sané und Julian Draxler nicht in der Startelf gestanden hätten. Bei einem 0:3 gegen Holland werde es "natürlich" eine Debatte um den Bundestrainer geben. Löw müsse sich fragen, "wie lange es noch Sinn macht, seinen etablierten Spielern zu vertrauen". 

Große Defensivmängel beim DFB-Team

Die von Kahn angesprochenen Defensivmängel wurden schonungslos die Defensivmängel beim ersten Gegentor offengelegt. Neuer segelte an der Ecke vorbei. Hummels und Jonas Hector behinderten sich beim Kopfball von Ryan Babel gegenseitig und van Dijk konnte den Lattenabraller unbedrängt einköpfen. Wenig später hatten sich die nun mutigeren Gastgeber die Führung auch redlich verdient. Babel (34.) wurde von Matthias Ginter in höchster Not vom zweiten Tor gehindert. Wijnaldum (37.) zog knapp vorbei.

Die zweite Halbzeit begann wenig verheißungsvoll. Kapitän Neuer strahlte weiter keine Sicherheit aus. Einen Schuss von Dumfries (49.) konnte der Bayern-Torwart nicht festhalten. 

Löw wollte in seinem 168. Länderspiel als DFB-Chefcoach, mit dem er Sepp Herberger überholte, einen neuen Impuls setzen und brachte Julian Draxler und Leroy Sané für Müller und Can. Beide sorgten für Belebung, aber nicht für Effektivität. Die Riesenchance zum Ausgleich nach einem schönen Zuspiel von Kimmich vergab Sané (65.). Draxler versuchte sich mit einer Direktabnahme (69.) - auch ohne Erfolg. 

Löw wollte noch mehr schnelle Spieler und wechselte auch Julian Brandt für Uth ein. Kontern konnte aber nun Holland - gerade weil Boateng sichtlich angeschlagen war und Löw nicht mehr wechseln konnte. Neuer parierte noch einen Abschluss von Depay (76.). Dann schlug Depay aber doch noch eiskalt zu und traf in der Nachspielzeit sogar noch die Latte. Wijnaldum sorgte für den demütigenden Schlusspunkt.

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fin mit Agentur / DPA

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