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Langjährige Weggefährten: Mertesacker über sein Verhältnis zu Özil: "Ich war tage- und wochenlang angepisst"

Per Mertesacker und Mesut Özil kennen sich seit vielen Jahren, haben bei Werder Bremen, Arsenal und in der DFB-Elf zusammengespielt. In einem Interview spricht der 34-Jährige über den besonderen Charakter seines langjährigen Teamkollegen.  

Mesut Özil (l.) und Per Mertesacker im Emirates Stadium des FC Arsenal

Mesut Özil (l.) und Per Mertesacker im Emirates Stadium des FC Arsenal

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An Mesut Özil scheiden sich unter Fußballfans oft die Geister. Während er von vielen als genialer Spielmacher bezeichnet wird, prangern andere die oft lustlos wirkenden Auftritte des 30-Jährigen an. Nun hat der frühere Nationalspieler Per Mertesacker über sein Verhältnis zu Özil gesprochen und dabei erklärt, welche Schwierigkeiten er mit seinem Teamkollegen vom FC Arsenal hatte. Mertesacker, der seine Profikarriere im Juli 2018 beendete und inzwischen Leiter der Nachwuchsakademie der Gunners ist, kennt Özil nicht nur durch fünf gemeinsame Spielzeiten bei dem Londoner Verein. Von 2008 bis 2010 spielten sie bei Werder Bremen zusammen und auch in der Nationalmannschaft kreuzten sich ihre Wege über mehrere Jahre. 2014 wurden beide mit der DFB-Elf in Brasilien Weltmeister. 

In einem Interview mit dem britischen "Guardian" erklärte Mertesacker nun, dass ihn sein Teamkollege manchmal zur Weißglut getrieben hat. "Zuallererst liebt er es, Fußball zu spielen", begann der 34-Jährige seine Ausführungen auf die Frage, wie Özil tickt und warum seine Karriere bei Arsenal so turbulent verläuft. "Das kommt nicht oft genug rüber. Er ist ein Genie in Bezug auf das, was er zu Stande bringen kann. Sobald er den Ball hat, ruht er in sich, er denkt, er sei im Park, er kann den Ball so spielen, wie niemand anderes es kann. Er hat diesen magischen Sinn."

Per Mertesacker hatte mit Mesut Özil zu kämpfen

Weiter versuchte der gebürtige Hannoveraner den Charakter des oft als introvertiert wirkenden Özil zu beschreiben: "Er möchte sich mit allen gut verstehen. Er ist nicht der Typ, der auf Leute zugeht und sagt: 'Du musst dies und das machen.' Er ist ein anderer Charakter und manchmal hatte ich damit zu kämpfen."

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"Als ich einmal zu ihm ging und sagte: 'Das ist nicht das, was wir hier machen', dachte ich, dass es eine Wirkung auf ihn haben würde." Für Özil sei es aber einfach nur "okay" gewesen, er habe Mertesackers Meinung "akzeptiert" und weitergemacht. "Ich war tage- und wochenlang angepisst", gab Mertesacker zu. "Aber er ist in solchen Momenten ganz entspannt. Ich weiß, wie man ihn nehmen muss und wie man ihn anstachelt, wenn es nötig ist." Mit Blick auf die Zukunft von Özil, der in der laufenden Premier-League-Saison noch keinen Einsatz hatte, bleibt Mertesacker optimistisch: "Letztlich muss es von ihm kommen, wenn er ein neues Level erreichen will. Aber er kann liefern. Das konnten wir bereits sehen." 

Quelle: "The Guardian

vit

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