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DFB-Kader: So erklärt Jogi Löw das WM-Aus von Mario Götze

Sein Siegtor im WM-Finale 2014 ist legendär. Trotzdem fährt Mario Götze nicht mit zur WM nach Russland. Bundestrainer Joachim Löw schwankt bei der Kader-Nominierung zwischen Mitleid und knallharter Analyse.

Es lief die 113. Minute, als Mario Götze mit einem einzigen Schuss ganz Deutschland in Ekstase versetzte: Er traf im WM-Finale 2014 zum entscheidenden 1:0 gegen Argentinien. Deutschland war Weltmeister. Sein Schuh aus dem Spiel ist eine der Hauptattraktionen des Fußball-Museums in Dortmund. Wie ein Kultobjekt wird er von den Besuchern ehrfürchtig bestaunt. Nur vier Jahre später ist der gute Ruf von Mario Götze verblasst.

Als Joachim Löw ein Stockwerk unter der Vitrine mit der historischen Trophäe den Kader für die kommenden Titelkämpfe in Russland verkündete, fehlte der Name des Dortmunder Edeltechnikers. "Es tut mir für ihn leid, weil ich weiß, was er geleistet hat", kommentierte der Bundestrainer.

Mäßige Saison von Mario Götze

Wirklich überraschend kam diese Entscheidung nicht. Götzes Tor für die Ewigkeit half ihm nicht über die Probleme der Gegenwart hinweg. Mäßige Auftritte in den vergangenen Monaten beim BVB kosteten den einst als Jahrhundert-Talent gepriesenen Mittelfeldspieler viel Reputation - und am Ende auch die Gunst seines langjährigen Förderers . "In dieser Saison war er wahrlich nicht in der Form, die er normalerweise bringen kann", befand der Bundestrainer.

Es passte ins Bild einer für Götze missratenen Saison, dass er am letzten Spieltag im wichtigen Spiel der Borussia bei der TSG 1899 Hoffenheim mit finsterer Miene auf der Bank schmorte. Schon in den Wochen zuvor hatte die fehlende Leistungskonstanz des 25-Jährigen in Dortmund für Rätselraten gesorgt. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lieferte eine Erklärung: "Mario hat möglicherweise das große Problem, mit der großen Außenwirkung klarzukommen. Das haben alle Spieler, die in jungen Jahren so viel Erfolg hatten."

Saison-Tiefpunkt in der Europa League

Den Tiefpunkt der jüngsten Vergangenheit erlebte Götze vor zwei Monaten beim Europa-League-Aus des Revierclubs in Salzburg. Nach schwacher Leistung wurde er zur Halbzeit ausgewechselt. Die öffentliche Kritik von Trainer Peter Stöger fiel ungewöhnlich heftig aus: "Mit Mario waren wir einfach nicht zufrieden. Ordentliches Passspiel, Bewegung auf gefährlichen Positionen und Tiefgang - da war gar nichts zu sehen."


Wohl auch deshalb verzichtete Löw einen Tag später auf die Nominierung des Dortmunders für die beiden Testspiele gegen Spanien und Brasilien. Damals war der noch guter Dinge, dass sich der WM-Held von 2014 in den letzten Bundesligaspielen noch aufdrängt: "Er hat unglaubliches Potenzial und ist ein Spieler, dem ich eigentlich auch vertraue."

Doch nach weiteren enttäuschenden Wochen ist dieses Vertrauen vorerst aufgebraucht. Löw wünscht sich eine Trendwende: "Ich hoffe, dass er nach der Sommerpause in Dortmund einen ganz anderen Beginn hat und wieder zurückkommt."

Und so reagieren Medien und Fans darauf, dass Mario Götze nicht mit zur WM fährt:


tkr / Heinz Büse / DPA

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