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Spülstatistik der Stadtwerke: So pinkelte Hamburg beim WM-Finale

Während eines Fußballspiels aufs Klo gehen? Für viele Fans ist das ein Unding. Die Hamburger Stadtwerke zeigen mit einer Grafik den Wasserverbrauch der Hansestadt - im Spiel und in den Halbzeitpausen.

Von Christoph Fröhlich

Fußballfans kennen das: Man sitzt in der Kneipe, genießt das Ballspektakel auf der Leinwand dann macht sich die eigene Blase nach ein paar Bier bemerkbar. Doch aufs Klo kann man nicht gehen, denn eine Fußball-Regel besagt: Es fällt immer dann ein Tor, wenn man auf Toilette ist. Immer. Zwar wurde die Regelmäßigkeit dieser gefühlten Wahrheit in keiner vernünftig durchgeführten Studie belegt, welche Ausmaße der kurze Toilettengang annehmen kann, zeigte aber eindrücklich der vergangene Dienstag: Innerhalb von sechs Minuten netzte die deutsche Mannschaft vier Mal im Gala-Spiel gegen Brasilien ein. Selbst wer nur kurz auf Toilette war, dürfte ungläubig auf den 5:0-Punktestand gestarrt haben. Ein Albtraum für echte Fans.

Deshalb gibt es für viele Fußballanhänger nur eine Möglichkeit: Bis zur nächsten Halbzeit ausharren und bis dahin geduldig auf dem Stuhl hin- und herrutschen. Nach dem Pfiff des Schiris ist der Klo-Ansturm dafür meist umso größer. Wie groß, zeigt eine Spülstatistik der Hamburger Wasserwerke, die den Wasserverbrauch während des Finalspiels am Sonntag gegen Argentinien genauer analysiert hat.

Nach der ersten Halbzeit stieg der Verbrauch von etwa 9.000 Kubikmetern pro Stunde auf mehr als 20.000. Höhepunkt war die Pause vor der Verlängerung, in der knapp 22.000 Kubikmeter Wasser pro Stunde durch die Rohre gespült wurden.

Die Statistik zeigt noch weitere spannende Details: Insgesamt ist der durchschnittliche Wasserverbrauch während der Deutschlandspiele im Verlauf des Turniers gesunken, gleichzeitig wurden die Ausschläge in den Halbzeiten deutlich höher. Im Finale spülten die Fans in der Hansestadt am Sonntagabend noch einmal deutlich mehr Wasser in den Pausen herunter als noch in der Halbfinal-Partie gegen Brasilien. Ob es am spannenderen Spiel lag oder an der aufgrund extrem voller Kneipen längeren Wartezeit und dem damit einhergehenden höheren Bierkonsum, lässt sich sich nicht zweifelsfrei klären.

Einen vergleichsweise kleinen Anstieg gab es nach dem Siegtreffer von Mario Götze in der 112. Minute. Erst weit nach dem Spiel und der Pokalfeier stieg der Wasserverbrauch überdurchschnittlich an - vermutlich mussten die zahlreichen Siegerbiere irgendwohin gebracht werden.

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