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Halbfinale im Schnellcheck: Alte Hasen schlagen junge Wilde - was das fürs Finale bedeutet

Kroatien steht im WM-Finale - und das ohne großen spielerischen Glanz gezeigt zu haben. Dafür punkten die Kroaten mit Erfahrung und Abgezocktheit - eine Kombination, die ihnen auch am Sonntag gegen Topfavorit Frankreich helfen könnte. 

Aus der Traum für England, der von lebt weiter. Das Team um die Superstars Modric (32 Jahre), Rakitic (30) und Mandzukic (32) rang England nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 nieder und steht erstmals in seiner Geschichte in einem WM-Finale. Der entscheidende Treffer von Mario Mandzukic fiel erst in der zweiten Hälfte der Verlängerung.

Erfahrung schlägt junge Wilde

legte deutlich stärker los, ging verdient früh in Führung, von Kroatien kam lange Zeit nicht viel. Doch als Ivan Perisic quasi aus dem Nichts den Ausgleich erzielte (68. Minute) waren die Kroaten auf einmal da und übernahmen die Kontrolle. Sichtlich verunsicherte Engländer gerieten massiv ins Schwimmen und hätten beinahe noch in der regulären Spielzeit den Siegtreffer kassiert. In der Verlängerung waren die Kroaten dann in ihrem Element. Nach zwei Siegen im Elfmeterschießen in Achtel- und Viertelfinale war es bereits das dritte Mal, dass sie die 30 Minute extra gehen mussten. Modric und Co. spielten cleverer und kamen verdient zum 2:1-Führungstreffer, den sie anschließend über die Zeit brachten. Das lauf- und technisch starke Team aus England konnte sich von dem Schock nicht mehr erholen.

Was sich daraus fürs Finale ableiten lässt

Zumindest in der K.o.-Phase hat sich Kroatien bislang nicht unbedingt spielerisch mit Ruhm bekleckert. Trotzdem stehen sie jetzt im Finale - auch, weil sie in jedem Spiel letztlich die leidenschaftlichere, willenstärkere und abgezocktere Mannschaft waren. Die erfahrenen Topspieler aus internationalen Topteams, alle um die 30, spielen seit Jahren zusammen, haben auf dem internationalen Fußballparkett viel erlebt. In den entscheidenden Momenten konnten sie bisher immer noch einen Gang zulegen oder haben die stärkeren Nerven bewiesen. Am Sonntag treffen sie nun mit Frankreich auf die wohl spielstärkste Mannschaft dieses Turniers. Die gehen zwar als Favorit in die Partie. Dass Kroatien aber weiß, wie man gegen solch einen Gegner spielt, haben sie mehr als bewiesen. Dazu kommt die zusätzliche Motivation durch das erste WM-Finale in der Geschichte des Landes. Die besten Zutaten für ein spannendes Endspiel.

Kroatien mit Fans im Rücken

Einen weiteren Push können sich die Kroaten von den heimischen Fans einholen. Das ganze Land ist im Fußballfieber, die wilden Feierbilder von den Fanfesten zuhause werden auch die Nationalspieler erreichen. "Wir sind ein Land, in dem alles möglich ist - vier Millionen Einwohner, vier Millionen Trainer, vier Millionen Spieler", sagte Trainer Zlatko Dalic schon vor dem Halbfinale gegen England. Am Sonntag wird sich zeigen, ob das kleine Land die Sensation tatsächlich schaffen kann.

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