HOME

WM 2022: Für 200 Millionen Euro: Zidane soll Katar fit für die WM machen

Russland hat es vorgemacht: Mit Herzblut und einem guten Coach hat der Gastgeber bei seiner WM für Furore gesorgt. Wie Katar das in vier Jahren gelingen soll, ist schleierhaft. Doch der Emir hat einen Plan.

Katar lockt Zinedine Zidane mit 200 Millionen Euro für die WM 2022

Ex-Real-Coach Zinedine Zidane soll die Nationalmannschaft von Katar fit für die WM 2022 im eigenen Land machen. Der Emir bietet dem Franzosen viel, viel Geld.

Getty Images

Der russischen Nationalmannschaft war vor der WM gar nichts zugetraut worden. Doch dann sorgte sie für Furore, brachte es bis ins Viertelfinale. Für Katar ist das ein Vorbild. Allerdings stehen die Scheichs vor einer noch schwereren Aufgabe. Der aktuell 98. der Weltrangliste wird der erste Gastgeber sein, der zuvor noch nie an einem Weltturnier teilgenommen hat. Wo soll also so schnell ein konkurrenzfähiges Team herkommen? Nach einem jetzt öffentlich gewordenen Plan setzt das Emirat auf viel Geld - und einen prominenten Namen.

Kein Geringerer als Zinedine Zidane soll den katarischen Kickern Beine machen. Geld soll dabei keine Rolle spielen. Wie die Nachrichtenagentur SID berichtet, ist Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani bereit, satte 200 Millionen Euro zu zahlen, um den bei Real Madrid zurückgetretenen französischen Welt- und Europameister für die heikle Mission zu begeistern. Denn einen Gesichtsverlust durch ein sportliches Desaster will der Emir natürlich vermeiden.

Zinedine Zidane kann in Katar seinen Ruf verspielen

Ob sich Zidane für die kolportierte Summe auf das Himmelfahrtskommando einlassen wird, ist bisher nicht bekannt. Was dem Superstar trotz des Geldes fehlen würde, wären immer noch gute Spieler. Zwar hat das Emirat schon 2012 die belgische Fahrstuhlmannschaft KAS Eupen als Kaderschmiede gekauft, doch das hat kaum gefruchtet, WM-taugliche Stars sind daraus nicht hervorgegangen. Sehr aktiv ist das Emirat auch in Afrika - und nicht wenige Beobachter glauben, dass es bald eine Einbürgerungswelle afrikanischer Fußballer geben wird - der wohl mit viel Geld nachgeholfen wird. 

Auf diese Weise hat das Emirat, das nicht einmal halb so viele Einwohner hat wie Deutschland registrierte Fußballer, schon in anderen Sportarten Erfolge eingekauft. Geklappt hat das vor allem bei der Handball-WM 2015 im Emirat, als es eine Weltauswahl im katarischen Trikot bis ins Finale schaffte. 12 von 16 Spielern des Kaders waren damals vor dem Turnier eingebürgert worden. Die Regularien der Fifa lassen das eigentlich nicht zu; Anträge das aufzuweichen existieren aber bereits. Und der Fußball-Weltverband hat sich ja schon manchesmal für "neue Ideen" offen gezeigt, die mehr Geld und mehr Spannung versprechen.

Dass sich Zidane darauf einlässt, scheint unwahrscheinlich. Geld verdient hat er sicher schon genug, einen Ruf aber kann er durchaus noch verspielen. Doch bei den Kataris weiß man ja nie. Vielleicht geht das nächste Angebot ja an, sagen wir, Cristiano Ronaldo?

Video: Zinedine Zidane sieht Rot
dho

Wissenscommunity