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K.o.-Sieg: Bösel doppelter Box-Weltmeister - Schwede im Krankenhaus

Sein Idol war Henry Maske, nun hat er dessen Erbe im Halbschwergewicht angetreten. «Seine Anwesenheit hat mich zusätzlich motiviert», sagte der neue Box-Weltmeister Dominic Bösel über den «Gentleman», der als TV-Experte seinen WM-Kampf kommentierte.

Boxweltmeister

Dominic Bösel holte sich gleich zwei WM-Titel. Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Deutschland hat wieder einen Box-Weltmeister. Dominic Bösel aus Freyburg an der Saale gewann gegen den schwedischen IBO-Champion Sven Fornling mit einem Knockout nach 1:12 Minuten in Runde elf und holte sich sogar noch den WM-Gürtel des höher eingestuften Weltverbandes WBA.

Dieser Titel war als Interims-Weltmeisterschaft deklariert. Und es ist genau der Gürtel, den IBF-Weltmeister Henry Maske bei seinem letzten WM-Kampf im November 1996 beim Vereinigungskampf mit WBA-Champion Virgil Hill verpasste. Maske war als TV-Experte nun live dabei.

«Bis zur sechsten Runde war ich ganz klar vorne, dann habe ich gemerkt, ich könnte ihn K.o. schlagen. Ich spürte, er kann mir nicht weh tun, daher wollte ich ihn auspowern», sagte Bösel zu seiner Taktik. Der Schwede musste nach dem Kampf in ein Krankenhaus zur Kontrolle gebracht werden. «Ich hoffe, ihm geht es gut und er hat kein Hirnbluten oder so», meinte Bösel.

In seinem 31. Profikampf (1 Niederlage) begann Bösel vom SES-Boxstall vor 3500 Zuschauern in der Messe Arena von Halle konzentriert, «obwohl ich noch nie so aufgeregt vor einem Kampf war». Mit einer Rechten setzte er in Runde eins den ersten Wirkungstreffer. In Runde zwei hatte Bösel seinen Kontrahenten mit einem Niederschlag am Boden. Fornling rappelte sich auf und wurde stärker. Der Schwede, der ebenfalls nur eine Niederlage in seiner Kampfstatistik von 16 Duellen stehen hat und seinen IBO-Titel 2018 in Hamburg gegen Karo Murat aus Kitzingen geholt hatte, punktete vor allem im Nahkampf.

Bösel hatte Vorteile aus der Distanz, ließ sich aber immer wieder von Fornling in die Ecke drängen. In der Folge übernahm der Titelverteidiger die Initiative, Bösel konnte sich dank seiner Übersicht immer wieder befreien. «Beängstigend, sehr passiv», meinte Maske. Dann plötzlich spielte Bösel mit dem Schweden, ließ ihn auspowern.

«Der Bösel macht mich wahnsinnig, der spielt Katz und Maus mit dem, das ist nichts für schwache Nerven», meinte SES-Promoter Ulf Steinforth und betonte: «Bösel ist der intelligenteste Boxer, den ich je hatte. Er hat den ganzen Kampf strategisch geplant, quasi ein Masterplan.» Ab Runde zehn kam Bösel mit voller Energie zurück und setzte seinen Gegner mit einem Schlaghagel fest, bis Ringrichter Jean Robert Laine aus Monaco den Kampf abbrach.

dpa

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