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Olympia im Blick: Dahlmeier erkrankt - Deutsche Biathlon-Trainer als Warner

Leipzig - Mit Biathlon verbanden viele jahrelang vor allem Magdalena Neuner, jetzt heißt Deutschlands Star Laura Dahlmeier. Den Saisonstart in den Olympia-Winter verpasst die Partenkirchnerin aber an diesem Sonntag wegen einer Erkältung.

Mit Biathlon verbanden viele jahrelang vor allem Magdalena Neuner, jetzt heißt Deutschlands Star . Den Saisonstart in den Olympia-Winter verpasst die Partenkirchnerin aber an diesem Sonntag wegen einer Erkältung.

«Die ersten Rennen müssen leider noch warten», teilte sie am Donnerstag auf ihrer -Seite mit. «Für mich heißt es jetzt auskurieren und wieder zu Kräften kommen, bevor es los gehen kann. Also anstatt Waffe und Ski - Ingwertee und Bett.»

Die Ausnahme-Skijägerin hat mit ihren geschichtsträchtigen Siegen in der Vorsaison einiges bei den erfolgsverwöhnten Damen kaschiert. Neben den fünf WM-Titeln holte die 24-Jährige auch den Gesamtweltcup. Wenn es Erfolge bei den deutschen Damen in der Vorsaison gab, dann war Dahlmeier beteiligt. Nicht nur deshalb erhöhte Bundestrainer den Druck auf sein Team.

Dahlmeier habe einiges geschönt. «Wir haben uns durch Lauras Erfolge nicht den Blick für die Probleme verschleiern lassen. Da sind andere Teams breiter aufgestellt», sagte Hönig im Interview der vor dem Saisonauftakt am Sonntag im schwedischen Östersund.

Zwar kann Dahlmeier mit dem Erfolgsdruck umgehen. Aber was ist, wenn sie einmal ausfällt, verletzt oder krank ist? Für Hönig ist klar: Er brauche eine zweite, dritte Athletin, «die das Podest absichern kann. Wir können uns nicht immer darauf verlassen, dass Laura durchkommt und das Ergebnis sich etwas schöner darstellt», sagte der 59-Jährige.

Nur Nadine Horchler hatte es im vergangenen Winter bei ihrem sensationellen Antholz-Sieg auf das Podium geschafft. Die Staffel-Weltmeisterinnen Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Maren Hammerschmidt gingen bei ihren Einzelstarts leer aus. Die ebenfalls hochtalentierte Franziska Preuß hatte nach gesundheitlichen Rückschlägen die WM verpasst und die Saison vorzeitig beendet.

Deshalb hofft Hönig auf die Rückkehr der am Schießstand starken Preuß. Nach dem Rückschlag war die 23-Jährige bis zum Trainingsbeginn im Mai richtig down, wie Hönig berichtete. Doch Heimtrainer Tobias Reiter brachte sie wieder zurück auf den richtigen Weg. Mit Geduld, vielen Gesprächen und dem richtigen Training. «Sie ist wieder auf einem richtig guten Weg», sagte Hönig. Auch Ex-Langläuferin Denise Herrmann traut er im zweiten Biathlon-Winter einiges zu. Sogar die Olympia-Teilnahme: «Sie kann eine echte Team-Verstärkung werden.»

Ähnlich geht es seinem Herren-Kollegen Mark Kirchner. Zwar hat er in den beiden Weltmeistern Simon Schempp und Benedikt Doll sowie den ebenfalls schon mit Einzeltiteln dekorierten Arnd Peiffer und Erik Lesser ein starkes Quartett. Aber nach den Rücktritten von Andreas Birnbacher und Daniel Böhm rückte noch keiner nach.

«Unser Quartett hat in jedem Rennen den Anspruch auf einen Podestplatz. Aber dahinter klafft eine Lücke, und da bin ich fast mehr gespannt, wer sich für die zwei anderen Weltcupplätze anbietet als das, was in den Mixed-Staffeln zum Auftakt in Östersund passiert», sagte Kirchner.

Dennoch gehen er und Hönig gelassen in den Olympia-Winter. Beide erwarten beim Saisonauftakt noch keine Top-Leistungen, sehen die Rennen als Standortbestimmung. «Aber es gibt immer mehr Sicherheit, wenn man gut in die Saison startet und weiß, man hält mit», sagte Kirchner. Auch ihm ist klar: Gute Ergebnisse geben mehr Selbstvertrauen in die eigene Leistung und die Trainingssteuerung.

Und die ist auf den Saisonhöhepunkt im Februar ausgerichtet. Bei Olympia gilt es, in Bestform zu sein. Dort hat der Verband das ambitionierte Ziel von fünf Medaillen ausgegeben - drei in den Teams und zwei in den Einzelrennen.

dpa

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