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Olympia kompakt - Tag 3: Der große Tag der Maria Höfl-Riesch

Was ist passiert in Sotschi? Wer hat Gold geholt, wer nur Blech? Die Ereignisse des dritten olympischen Wettkampftages in der Rückschau.

Tag 3: Gold-Marie und ein Oranje-Dreier

Dritter Wettkampftag, zweites Gold für Deutschland: Maria Höfl-Riesch sorgte am Montag für den Glanzpunkt aus deutscher Sicht durch ihre Goldmedaille in der Super-Kombination. Dass auch am vierten Olympia-Tag in Sotschi eine deutsche Olympiasiegerin zu feiern gibt, dafür könnte Rodlerin Natalie Geisenberger sorgen, die nach zwei von vier Läufen deutlich vorn liegen. Eindrucksvoll ihre Vormachtstellung im Eiskunstlauf dominierten die Niederländer durch ihr zweites Medaillen-Triple - diesmal im 500-Meter-Sprint. Dies und mehr vom dritten Wettkampftag in der Rückschau.

+++ 20.25 Uhr: Kanadischer Doppelsieg in der Buckelpiste +++

Topfavorit Alex Bilodeau aus Kanada hat bei den Winterspielen von Sotschi seinen zweiten Olympiasieg auf der Buckelpiste eingefahren. Vier Jahre nach dem Triumph von Vancouver zeigte der 26 Jahre alte Ski-Freestyler mit 87,70 Prozentpunkten die überragende Leistung mit zwei starken Sprüngen. Weltmeister Mikael Kingsbury machte zwei Tage nach Justine und Chloé Dufour-Lapointe den zweiten Buckelpisten-Doppelsieg Kanadas im Extreme Park perfekt, lag aber fünf Prozentpunkte hinter Bilodeau. Bronze holte - wie üblich viel umjubelt - der Russe Alexander Smyschljajew. Er verhinderte somit einen totalen kanadischen Erfolg, indem er Marc-Antoine Gagnon, der nach dem Vorkampf noch auf Platz zwei gelegen hatte, aus den Medaillenrängen verdrängte.

+++ 19.09 Uhr: Eishockey-Favoritinnen im Halbfinale +++

Die Eishockey-Teams aus den USA und Kanada haben wie erwartet vorzeitig das Halbfinale des olympischen Frauen-Turniers erreicht. Die beiden Mannschaften aus Nordamerika feierten ihren jeweils zweiten Sieg im zweiten Vorrundenspiel und haben damit die Plätze eins und zwei in der Gruppe A sicher. Der Gold-Topfavorit aus den USA fertigte die Schweiz mit 9:0 (5:0, 1:0, 3:0) ab. Die Kanadierinnen bezwangen Finnland am Abend etwas mühsam mit 3:0 (0:0,0:0,3:0). Schon vor vier Jahren in Vancouver hatten die Nachbarinnen das Olympia-Finale bestritten.

+++ 19.02 Uhr: Ärger um Trauerflor der Norweger +++

Das IOC hat sich mit seinem problematischen Trauerverbot für Athleten einen sportpolitischen Fehlgriff geleistet. Norwegische Spitzenfunktionäre reagierten mit großem Unverständnis auf die IOC-Rüge für das Tragen eines Trauerflors durch vier Athleten während des Skiathlons am Sonntag. Dies sei menschlich nicht nachvollziehbar, sagte Inge Andersen, Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees von Norwegen. Zudem untersagte die Ringe-Organisation einigen Ski-Freestylern, mit Aufklebern auf ihren Helmen an den Tod ihrer vor zwei Jahren verunglückten Kollegin Sarah Burke aus Kanada zu erinnern. Die Wettkämpfe seien wahrscheinlich nicht "der richtige Ort", um Trauer auszudrücken, erklärte IOC-Sprecher Mark Adams - eher schon Pressekonferenzen oder Veranstaltungen im olympischen Dorf.

+++ 17.45 Uhr: Geisenberger und Hüfner vorn +++

Weltmeisterin Natalie Geisenberger greift bei den Winterspielen in Sotschi nach dem zweiten Rodel-Gold für die deutschen Kufen-Asse. Einen Tag nach dem Olympia-Coup von Felix Loch zauberte die Miesbacherin zwei blitzsaubere Fahrten in den Eiskanal von Krasnaja Poljana und hat zur Halbzeit ihres Olympia-Rennens nun schon einen sehr deutlichen Vorsprung. Auf ihre dritte Medaille bei Winterspielen darf auch Vancouver-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner hoffen, die vor den beiden letzten Läufen am Dienstag auf Rang zwei liegt. Dritte ist die Amerikanerin Erin Hamlin. Routinier Anke Wischnewski liegt auf dem achten Platz und scheint somit nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen zu können.

+++ 17.14 Uhr: Zweiter Dreifachtriumph für die Niederlande +++

"Oranje boven", heißt es weiterhin in der Adler-Arena. Michel Mulder hat Eisschnelllauf-Gold über 500 Meter gewonnen und damit für den nächsten Dreifach-Erfolg der niederländischen Kufenstars gesorgt. Der Doppel-Weltmeister siegte mit 69,31 Punkten vor Jan Smeekens (69,32) und seinem Zwillingsbruder Ronald (69,46). Der Chemnitzer Nico Ihle wurde mit 70,10 Zählern Achter - und erreichte damit die beste Platzierung eines deutschen Eisschnelläufers über die kurze Distanz seit mehr als 30 Jahren.

+++ 16:34 Uhr: Fourcade holt sich Verfolgungs-Gold +++

Der Franzose Martin Fourcade hat das Verfolgungsrennen der Biathleten gewonnen. Der 25-Jährige sicherte sich nach 12,5 Kilometern seine erste Goldmedaille. Silber holte sich der Tscheche Ondrej Moravec, Bronze ging an Fourcades Landsmann Jean Guillaume Beatrix. Simon Schempp wurde als bester Deutscher nach einer starken Aufholjagd guter Sechster.

+++ 14.06 Uhr: US-Eishockey-Frauen fast schon im Halbfinale +++

Die USA können beim olympischen Eishockey-Turnier in Sotschi vorzeitig für das Halbfinale planen. Der Topfavorit auf Gold fertigte die Schweiz mit 9:0 (5:0, 1:0, 3:0) ab und steht damit dicht vor dem Einzug in die Vorschlussrunde. Bei einem Sieg der Kanadierinnen am Abend gegen Finnland stünden beide Teams aus Nordamerika, die vor vier Jahren in Vancouver das Finale bestritten hatten, in der Runde der besten vier Mannschaften.

+++ 13.50 Uhr: Wendl/Arlt überzeugen im Training +++

Winkt da schon das nächste Gold? Die Rodel-Weltmeister Tobias Wendl und Tobias Arlt haben auch den zweiten Tag des Olympia-Trainings dominiert. Der Bayern-Express fuhr auf der Eisrinne von Krasnaja Poljana in beiden Übungsläufen der Doppelsitzer jeweils Bestzeit. Die WM-Zweiten Toni Eggert und Sascha Benecken hatten nach Platz drei im ersten Durchgang im zweiten Lauf Probleme und landeten nur auf Rang zwölf. Die Doppelsitzer tragen ihre beiden Medaillenläufe am Mittwoch aus.

+++ 13.36 Uhr: Halfpipe wird umgebaut +++

Auch das gibt es bei Olympia: Nach Beschwerden mehrerer Top-Snowboarder wird die olympische Halfpipe entschärft. Das Training wurde wegen der Arbeiten um mehrere Stunden verschoben. "Die Halfpipe ist noch nicht im optimalen Zustand. Aber ich denke, für morgen sollte es passen", sagte der Deutsche Johannes Höpfl vor der Entscheidung am Dienstag. Auch Bundestrainer David Selbach unterstützte die Kritik der Athleten. "Die Halfpipe war an den bisherigen zwei Trainingstagen noch nicht olympiareif", sagte der Coach. "Dementsprechend war das Niveau bis dato niedriger als üblich. Deswegen wird nachgebessert."

+++ 13.23 Uhr: Kanadier Hamelin siegt im Shorttrack über 1500 Meter +++

Charles Hamelin hat Shorttrack-Gold über 1500 Meter geholt. Der Kanadier setzte sich vor 12.000 Zuschauern in 2:14,985 Minuten durch und feierte damit den dritten Olympiasieg seiner Karriere. Silber ging an den Chinesen Han Tianyu, Bronze an den Russen Victor An. Der Dresdner Robert Seifert scheiterte bereits im Vorlauf.

+++ 12.45 Uhr: Maria Höfl-Riesch holt Gold! +++

Zweite Medaille für Deutschland, zweites Gold: Maria Höfl-Riesch ist Olympiasiegerin in der Super-Kombination geworden. Nach der Abfahrt noch auf dem fünften Platz gelegen, zog sie im Slalom an den Konkurrentinnen vor ihr vorbei. Zweite wurde die Österreicherin Nicole Hosp vor der US-Amerikanerin Julia Manusco, die nach der Abfahrt in Führung gelegen hatte. Die Zweitplatzierte, Lara Gut aus der Schweiz, stürzte und schied aus.

+++ 12.26 Uhr: Gutes Los für Savchenko/Solkowy +++

Die viermaligen Eiskunstlauf-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben eine gute Startnummer für das olympische Kurzprogramm am Dienstag (16 Uhr) erwischt. Als 15. von 20 Paaren sind die Chemnitzer Medaillen-Kandidaten kurz vor ihren großen Konkurrenten aus Russland an der Reihe und dürfen vorlegen. Die Europa- und Weltmeister Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow zogen Startnummer 17 bei der Auslosung am Montag in Sotschi. "Es ist uns eigentlich egal, wann die beiden laufen, wir haben alles schon einmal gehabt", sagte Trainer Ingo Steuer.

Die Sachsen probierten am Montagvormittag zum ersten Mal in der Trainingshalle das Eis aus und liefen Abschnitte ihrer Ballettkür durch. Am Abend war noch ein Training in der Wettkampfhalle Eisberg angesetzt, wo Savchenko/Solkowy erstmals ihr neues Kurzprogramm zum "Rosaroten Panther" zeigen wollten. Kurz vor den Winterspielen hatten sie entschieden, die eigentlich geplante Vorstellung zu "When winter comes" von André Rieu nicht im Wettkampf, sondern nur in der Schlussgala zu zeigen.

"Bisher ist alles okay hier", sagte die 30 Jahre alte gebürtige Ukrainerin etwas wortkarg. Die viermaligen Europameister hatten nach dem Morgentraining eine Stunde auf die Auslosung warten müssen.

+++ 11.33 Uhr: Sorge um Skispringerin Ernst +++

Gianina Ernst muss um ihren Start bei der Olympia-Premiere der Skispringerinnen an diesem Dienstag bangen. Die mit 15 Jahren jüngste Teilnehmerin der Sotschi-Spiele konnte am Montag wegen erhöhter Temperatur nicht das Abschlusstraining auf der Normalschanze absolvieren. "Sie schwächelt ein bisschen", berichtete Bundestrainer Andreas Bauer. Immerhin meldete sich Ulrike Gräßler nach einem fiebrigen Infekt am Montag fit für ihre ersten Übungssprünge. "Sie ist von den Teamärzten behandelt worden, aber noch total matschig in den Beinen", erklärte Bauer.

+++ 11.19 Uhr: Shorttracker Seifert in erster Runde raus +++

Robert Seifert ist gleich zum Auftakt der olympischen Shorttrack-Rennen über 1500 Meter ausgeschieden. Der Dresdner belegte in seinem Vorlauf den vierten Platz, nur die besten Drei erreichten das Halbfinale. "Es ist nicht meine Spezialstrecke. Das ist in etwa so, als würde Usain Bolt die 400 Meter Hürden laufen. Ich habe alles versucht, aber hinten raus fehlten die Kräfte", gab 500-Meter-Spezialist Seifert zu.

+++ 10.34 Uhr: IOC rügt Trauerflor +++

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Norwegens Langläuferinnen ermahnt, weil sie im Skiathlon am vergangenen Samstag einen Trauerflor getragen hatten. Anlass war der Tod des Bruders der Langläuferin Astrid Jacobsen. IOC-Sprecher Mark Adams erklärte am Montag, das Nationale Olympische Komitee Norwegens habe wegen der schwarzen Armbinden einen Brief erhalten. Damit sei die Angelegenheit abgeschlossen. Das IOC verbot außerdem Aufkleber, in denen an den Tod der vor zwei Jahren verunglückten kanadischen Ski-Freestylerin Sarah Burke erinnert wird. Adams sagte, die Sportler sollten einen besseren Platz finden, um ihre Trauer auszudrücken.

+++ 10.23 Uhr: Auch Nystad und Bing für Langlauf-Sprint nominiert +++

Die deutschen Langläufer besetzen alle Plätze bei der olympischen Sprint-Entscheidung am Dienstag in Krasnaja Poljana. Bundestrainer Frank Ullrich gab am Montag bekannt, dass auch Claudia Nystad (Oberwiesenthal) und Thomas Bing (Dermbach) die Qualifikation für das Freistil-Rennen in Angriff nehmen. Als feste Starter hatte er schon vor Olympia die Spezialisten Denise Herrmann (Oberwiesenthal), Lucia Anger (Oberstdorf) und Hanna Kolb (Buchenberg) bei den Damen sowie Josef Wenzl (Zwiesel), Sebastian Eisenlauer (Sonthofen) und Tim Tscharnke (Biberau) bei den Herren nominiert.

Nystad bestreitet acht Jahre nach ihrem Olympia-Silber im Sprint von Turin wieder ein Kurzstrecken-Einzelrennen bei einem Großereignis. 2003 war sie bei der WM in Val di Fiemme ebenfalls Zweite in der freien Technik geworden. Bei Olympia in Vancouver vor vier Jahren hatte Nystad gemeinsam mit Evi Sachenbacher-Stehle Gold im Teamsprint gewonnen.

+++ 09.17 Uhr: Vesper hält an Medaillenvorgabe fest +++

Chef de Mission Michael Vesper sieht trotz einiger deutscher Enttäuschungen an den ersten beiden Wettkampftagen der Olympischen Winterspiele in Sotschi keinen Grund, am Medaillenziel zu rütteln. "Das ist zu früh", sagte er im Deutschen Haus von Krasjana Poljana. "Die ersten Olympia-Tage zeigen, dass jeder Wettkampf ein Abenteuer gegen immer besser gewordene Gegner ist." Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) strebt 30 Medaillen wie 2010 in Vancouver an.

Einmal Gold durch den Rodler Felix Loch und zwei vierte Plätze durch seinen Schlitten-Kollegen Andi Langenhan und Eisschnellläuferin Claudia Pechstein "sind aber nicht so schlecht", meinte Vesper. "Ich erhoffe mir, dass Felix den Eisbrecher gemacht hat und weitere Erfolge dazukommen."

+++ 8.49 Uhr: Curler schrammen nur knapp an Sensation vorbei +++

Die deutsche Curling-Mannschaft hat eine Auftaktüberraschung gegen Kanada nur knapp verpasst. Das Team um Skip John Jahr musste sich dem Goldmedaillengewinner von Vancouver am Montag mit 8:11 geschlagen geben, bot den Nordamerikanern dabei aber gut Paroli. Im "Ice Cube" lagen die Deutschen nach dem dritten End sogar mit 4:2 in Führung, ehe die Kanadier ihre Klasse ausspielten. Im achten und neunten End kamen die Außenseiter nochmals heran, doch mit dem letzten Stein rettete der Favorit mit Skip Brad Jacobs den Sieg.

+++ 08.49 Uhr: Höfl-Riesch mit kleinen Fehlern +++

Das wird spannend. In der Abfahrt, dem ersten Teil der Super-Kombination, hat Maria Höfl-Riesch die Strecke mit kleinen Fehlern bewältigt. Bei keiner Zwischenzeit lag die Deutsche vorn. Nach einer Aufholjagd im Mittelteil des Rennes verlor Riesch kurz vor dem Ziel entscheidende Zehntel. Sie kam mit einer Zeit von 1:42,72 als Fünfte ins Ziel, knapp eine halbe Sekunde hinter der Schweizerin Lara Gut und rund eine Sekunde hinter der US-Amerikanerin Julie Mancuso.

"Das war sicher nicht perfekt, aber eine gute Steigerung zum Training", sagte Höfl-Riesch und kündigte für den abschließenden Slalom (12 Uhr MEZ) an. "Jetzt gibt es nur volle Attacke, volles Risiko."

Höfl-Rieschs Rückstand auf die drittplatzierte Maze beträgt knapp zwei Zehntelsekunden. Nach einem Fehler im oberen Streckenteil fuhr die 29-Jährige im mittleren Teil stark, verlor im Flachstück vor dem Ziel aber wieder Zeit.

+++ 07.40 Uhr: Fis entscheidet über Protest nach Skiathlon +++

Der Internationale Skiverband (FIS) will zügig über den russischen Protest gegen die Ergebnisse im Skiathlon der Langlauf-Männer befinden. FIS-Sprecher Michal Lamplot bestätigte am Montag den Eingang des Protests und erklärte, der Verband habe 72 Stunden Zeit für eine Entscheidung. Man werde sich aber schon am Montagnachmittag damit befassen, "da alle auf die Entscheidung warten", sagte Lamplot. Aus Sicht des russischen Verbandes hatte der drittplatzierte Norweger Martin Johnsrud Sundby am Sonntag beim Zielsprint den Russen Maxim Wylegschanin behindert. Ein erster Protest wurde unmittelbar nach dem Rennen von der Jury abgewiesen.

dho/kng/DPA / DPA

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