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Olympia kompakt - Tag 6 in Sotschi: Deutsche Rodler makellos - Pluschenkos bitterer Abschied

Was ist passiert in Sotschi? Wer hat Gold geholt, wer nur Blech? Die Ereignisse des aktuellen olympischen Wettkampftages im Rückblick.

Für die Gastgeber war es ein Tag mit einer großen Enttäuschung. Ihr Eiskunstlauf-Superstar Jewgeni Pluschenko musste wegen akuter Rückenschmerzen auf einen Start bei Olympia verzichten und seine Karriere beenden. Ganz anders dagegen die deutschen Rodler: Sie gewannen auch mit der Team-Staffel und holten so alle Goldmedaillen, die für sie in Sotschi zu gewinnen waren. Erik Lesser sorgte mit Silber über die 20-Kilometer-Strecke für Aufatmen bei den bisher so gefrusteten Biathleten.

+++ 18.07 Uhr: Deutsche Rodler gewinnen Team-Gold +++

Erst holten sie sich die Einzeltitel, dann gewannen sie gemeinsam den Team-Wettbewerb. Die deutsche Rodler-Staffel hat in der Besetzung Natalie Geisenberger, Felix Loch, Tobias Wendl und Tobias Arlt der Konkurrenz keine Chance gelassen und die olympische Premiere des Wettbewerbs klar für sich entschieden. Silber ging an Russland, Bronze an Lettland.

+++ 16.58 Uhr: Superstar Pluschenko kann nicht starten +++

Das traf die russische Seele ins Mark: Eiskunstlauf-Superstar Jewgeni Pluschenko ist bei Olympia nicht an den Start gegangen. Kurz vor Beginn der Herren-Konkurrenz gab er seinen Verzicht bekannt. Der Russe musste nach dem Warmlaufen wegen akuter Rückenbeschwerden aufgeben. Wenig später verkündete der 31-Jährige auch das Ende seiner Karriere: "Natürlich bin ich enttäuscht. Ich habe mein Bestes versucht. Das ist mein Karriere-Ende. Ich möchte gesund sein", sagte Pluschenko, der im Eiskunstlauf-verrückten Russland ein absoluter Superstar ist - und eine Goldhoffnung war. In Abwesenheit von Pluschenko übernahm der Japaner Yuzuru Hanyu die Führung von dem Kanadier Patrick Chan und dem Spanier Javier Fernandez. Peter Liebers aus Berlin liegt derzeit überraschend gut auf dem fünften Rang.

+++ 16.26 Uhr: Erstmals Eisschnelllauf-Gold für China +++

Die Chinesin Zhang Hong ist überraschend Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über 1000 Meter. Zhang triumphierte 1:14,02 Minuten und sorgte für Chinas erstes Eisschnelllauf-Gold in der Olympia-Geschichte. Silber hinter der Sprint-Vizeweltmeisterin ging an 3000-Meter-Olympiasiegerin Ireen Wüst. Ihre niederländische Teamkollegin Margot Boer, die bereits Bronze über 500 Meter gewonnen hatte, wurde erneut Dritte. Stärkste Deutsche war die Erfurterin Judith Hesse, die in 1:15,84 Minuten als Elfte ihr bestes Olympia-Ergebnis erreichte. Gabriele Hirschbichler und Jenny Wolf waren ohne Chance, Monique Angermüller stürzte.

+++ 16.16 Uhr: Eric Lesser holt Biathlon-Silber +++

Biathlet Erik Lesser hat die Silbermedaille im olympischen Einzelrennen gewonnen. Der 25-Jährige musste sich am Donnerstag nach 20 Kilometern in Krasnaja Poljana nur Martin Fourcade geschlagen geben. Es war die zweite Goldmedaille für den Franzosen nach seinem Erfolg im Verfolgungsrennen. Bronze sicherte sich der Russe Jewgeni Garanitschew.

+++ 15.13 Uhr: Bahnarbeiter von Bob verletzt +++

Ein Arbeiter an der Bob- und Rodelbahn ist bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi von einem Spurbob getroffen und verletzt worden. Der Mann habe sich das Bein gebrochen und möglicherweise eine Gehirnerschütterung zugezogen, sagte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. "Wir wissen immer noch nicht, warum er in dieser Zone war und was genau passiert ist." Man werde die Angelegenheit weiter verfolgen.

Der Unfall passierte vor dem Zweierbob-Training, dieses startete mit mehr als einer halben Stunde Verspätung. Auf Fotos war zu sehen, wie eine Person in einen Krankenwagen geschoben wurde und Arbeiter vor der Einheit die Umrandung der Bahn wieder herrichteten.

+++ 13.23 Uhr: Viertes Shorttrack-Gold für China +++

Li Jianrou hat in Sotschi das vierte Gold für China auf der olympischen 500-Meter-Distanz der Shorttrackerinnen geholt. Vor den begeisterten 12.000 Zuschauern in der ausverkauften Eisberg-Arena von Sotschi trat sie damit die Nachfolge der insgesamt vierfachen Olympiasiegerin Wang Meng an. Die Chinesin fehlte in Sotschi aus Verletzungsgründen. In einem kuriosen Rennen, in dem gleich drei Läuferinnen kurz nach dem Start stürzten, sicherte sich Arianna Fontana aus Italien Silber, die Südkoreanerin Park Seung-Hi holte die Bronzemedaille.

+++ 11.58: Shorttracker Seifert scheitert erneut +++

Robert Seifert ist auch auf der olympischen Shorttrack-Distanz über 1000 Meter im Vorlauf gescheitert. Der Dresdner belegte in seinem Rennen nur den vierten und letzten Platz. Bereits über 1500 Meter war er gleich zu Beginn aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

+++ 11.54 Uhr: Kowalczyk holt Gold - Böhler wächst über sich hinaus +++

Justyna Kowalczyk hat am Donnerstag bei den olympischen Langlauf-Wettbewerben in Krasnaja Poljana die Goldmedaille über 10 Kilometer im klassischen Stil gewonnen. Trotz einer Fußverletzung setzte sich die Polin vor der Schwedin Charlotte Kalla durch. Bronze ging an die Norwegerin Therese Johaug. Als beste Läuferin des Deutschen Ski-Verbandes belegte Stefanie Böhler aus Ibach einen hervorragenden sechsten Platz. Ganze 18 Sekunden fehlten der Schwarzwälderin zu Bronze, die sich nach einer Krebserkrankung erst auf den letzten Drücker für Sotschi qualifizieren konnte.

+++ 11.38 Uhr: Ski-Freestyler Christensen holt Gold +++

Der amerikanische Ski-Freestyler Joss Christensen hat bei den Winterspielen von Sotschi Gold im Slopestyle geholt. In einer Flugshow auf höchstem Niveau setzte sich der 22-Jährige mit 95,80 von 100 möglichen Punkten vor seinen Teamkollegen Gus Kenworthy und Nicholas Goepper durch. Damit gingen bei der olympischen Slopestyle-Premiere am Donnerstag alle Medaillen an die USA. Der einzige deutsche Starter Benedikt Mayr hatte als 20. der Qualifikation den Sprung in das Finale verpasst.

+++ 11.29 Savchenko sucht neuen Partner +++

Die Olympia-Dritte Aljona Savchenko sucht nach dem Abschluss ihrer gemeinsamen Paarlauf-Karriere mit Robin Szolkowy einen neuen Partner. "Robin will ja nicht mehr, aber ich bin noch nicht fertig", sagte Savchenko und deutete am Donnerstag an, dass sie bis zu den Winterspielen 2018 in Südkorea weiterlaufen will: "Für mich gibt es noch Olympische Spiele". Die 30-Jährige will zunächst bei den Weltmeisterschaften im März in Japan antreten, muss ihren vier Jahre älteren Partner aber noch überzeugen.

"So wollen wir die zehn Jahre nicht abschließen", sagte die Wahl-Chemnitzerin nach dem verlorenen Kampf um olympisches Gold. In Saitama bei Tokio könnten die Sachsen am 27. März zum fünften Mal Weltmeister werden. Die russischen Olympiasieger Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow ließen einen WM-Start offen, werden ihre Laufbahn aber fortsetzen. Beide Paare laufen nach den Winterspielen die Showtour "Art on Ice" in der Schweiz.

+++ 11.40 Uhr: Maximotschkin bricht sich bei Trainingssturz Rippen +++

Der russische Olympia-Skispringer Michail Maximotschkin hat sich bei seinem Trainingssturz auf der Großschanze am Mittwochabend mehrere Rippen gebrochen. Das teilte der russische Skisprung-Verbandschef Alexander Uwarow am Donnerstag nach einem Besuch im Krankenhaus mit. "Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass er weiter an den Wettbewerben teilnehmen kann", sagte Uwarow. "Aber man weiß, dass Athleten manchmal darauf bestehen, weiterzumachen - trotz ihrer Verletzungen." Maximotschkin soll noch am späten Donnerstag aus der Klinik entlassen werden und in das olympische Dorf zurückkehren.

+++ 11.42 Uhr: Erster Sieg für deutsche Eishockey-Frauen +++

Die deutschen Eishockey-Spielerinnen haben im dritten und letzten Gruppenspiel bei Olympia ihren ersten Sieg gefeiert. Gegen Japan setzte sich die Auswahl von Bundestrainer Peter Kathan am Donnerstag in Sotschi mit 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) durch. Das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hatte durch die beiden Niederlagen gegen Russland und Schweden aber schon vorher den Einzug ins Viertelfinale verpasst und spielt nun in der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht. Manuela Anwander brachte die DEB-Cracks in der 14. Minute in Führung, Franziska Busch (21./60.) und Kerstin Spielberger (59.) stellten mit ihren Toren den Sieg sicher.

+++ 10.55 Uhr: Skeleton-Pilotinnen fahren hinterher +++

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen haben bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi schon zur Halbzeit kaum noch Medaillenchancen. Nach zwei von vier Olympia-Durchgängen auf der Eisbahn im Sanki Sliding Center erreichte Anja Huber am Donnerstag mit deutlichem Rückstand Rang sieben. Sophia Griebel kam zunächst auf Rang neun, Marion Thees wurde Zehnte.

Die Berchtesgadenerin Huber liegt bereits 1,41 Sekunden hinter der führenden Weltcup-Gesamtsiegerin Elizabeth Yarnold aus Großbritannien. Auf die drittplatzierte Russin Jelena Nikitina fehlen der besten des deutschen Trios mehr als acht Zehntelsekunden. "Mit olympischen Aufholjagden kenne ich mich aus", sagte Huber, die in Vancouver 2010 im letzten Lauf noch Bronze geholt hatte. "Fast jede der Fahrerinnen macht hier Fehler. Der erste Lauf war durchwachsen, der zweite absolut okay." Zweite vor den beiden abschließenden Durchgängen am Freitag war Noelle Pikus-Pace aus den USA.

Wie Huber kamen auch die Suhlerin Griebel und die zweimalige Einzel-Weltmeisterin Thees aus Friedrichroda zunächst nicht richtig in Schwung. Griebel konnte sich zwar im zweiten Lauf an ihrer Teamkollegin vorbeischieben, liegt aber mehr als eine Sekunde hinter den Medaillenrängen.

+++ 10.14 Uhr: Eisschnellläuferin Beckert bekräftigt Kritik an Verband +++

Team-Olympiasiegerin Stephanie Beckert hat ihre Kritik an der Führung der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft noch einmal bekräftigt. "Ich hatte mir in den letzten Monaten auf jeden Fall mehr Unterstützung vom Verband gewünscht. Die ist ausgeblieben, obwohl ich zu Beginn der Saison darum gebeten hatte", erklärte die Erfurterin in einem Interview der "Thüringer Allgemeine". "Doch da wurde mir klipp und klar gesagt, dass das nicht ginge", sagte Beckert, die am Donnerstag nach dem Training in Sotschi kein Statement abgeben wollte. Fassungslos reagierte DESG-Präsident Gerd Heinze. "Ich kann ihre Angriffe nicht nachvollziehen", sagte er.

+++ 10.00 Uhr: Henkel verzichtet auf Einzelrennen +++

Andrea Henkel verzichtet wegen ihres noch nicht auskurierten Hustens auf den Start beim olympischen Biathlon-Einzelrennen am Freitag über 15 Kilometer. Darüber hat sich die zweimalige Olympiasiegerin von 2002 mit Bundestrainer Gerald Hönig verständigt. Die 36-Jährige soll am kommenden Montag den Massenstart als ihr letztes olympisches Einzelrennen bestreiten. Für die noch folgenden zwei Staffelrennen ist sie vornominiert. Vorausgesetzt, sie ist wieder gesund.

+++ 09.39 Uhr: 682 Tests bei deutschen Athleten vor Olympia +++

Die 153 deutschen Olympia-Teilnehmer mussten im Jahr vor den Winterspielen in Sotschi insgesamt 682 Mal zu Dopingkontrollen antreten. Dies teilte die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) im Deutschen Haus in Krasnaja Poljana mit. Es wurden 496 Urin- und 186 Bluttests veranlasst. Im Schnitt wurde jeder deutsche Starter bei den vorolympischen Trainingskontrollen der NADA 4,5 Mal zur Probenabgabe gebeten.

"In Risikosportarten konnte es bis zu 16 Kontrollen für einen Athleten geben", erklärte die Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann. Neben den nationalen Kontrollen, von denen 146 im Ausland erfolgten, mussten die deutschen Olympia-Sportler auch noch Trainingskontrollen der Weltsportverbände wahrnehmen.

+++ 09.34 Uhr: Slopestyler Mayr verpasst Finale +++

Ski-Freestyler Benedikt Mayr das Slopestyle-Finale verpasst. Der 24-Jährige wurde in der Qualifikation am Donnerstag mit 67,60 von 100 möglichen Punkten 20. Die besten zwölf Sportler fahren von 10.30 Uhr MEZ an um Gold, Silber und Bronze. Den am besten bewerteten Lauf bei der Olympia-Premiere von Slopestyle in den Bergen von Krasnaja Poljana zeigte der Amerikaner Joss Christensen aus den USA mit 93,20 Zählern. Auch die Medaillenkandidaten Nicholas Goepper, Gus Kenworthy, Bobby Brown (alle USA), Andreas Haatveit aus Norwegen und der Schwede Henrik Harlaut qualifizierten sich für die Entscheidung.

+++ 04.59 Uhr: Deutsches Eis-Team wohl nicht bei Olympia: Franzose Contin läuft +++

Die deutschen Eisschnellläufer werden wohl nicht für Frankreich in den olympischen Team-Wettbewerb der Herren in Sotschi nachrücken. Der gesundheitlich angeschlagene Franzose Alexis Contin hat seinen Start auf den 1500 Metern an diesem Samstag angekündigt, damit steigen die Chancen der Franzosen auf die Teilnahme an der Teamstaffel am 22. Februar. Die Deutschen hatten die direkte Qualifikation verpasst und wären erster Nachrücker.

Auf seiner Facebook-Seite teilte Contin am Mittwochabend mit, nach medizinischen Untersuchungen habe er von den behandelten Ärzten die Starterlaubnis erhalten. Er befände sich zwar weiter in ärztlicher Behandlung, sein Gesundheitszustand habe sich aber verbessert. Wegen einer akuten Schilddrüsenerkrankung war die Olympia-Teilnahme des 27-Jährigen Ende Januar in Gefahr geraten. Auf eine Teilnahme an den 5000 Metern am vergangenen Samstag hatte er verzichtet.

kng/DPA / DPA

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