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Olympia 2014: Das Olympische Feuer ist erloschen

Es ist vorbei - die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind zu Ende gegangen. Mit einer emotionalen Abschlusszeremonie im Olympiastadion sagte Russland der Sportwelt Adieu.

+++ 19.16 Uhr: Das Olympische Feuer ist erloschen +++

Russland verabschiedet sich. Ein gigantischer Bär, ein Kaninchen und das Maskottchen der Spiele, ein Leopard, tummeln sich im Stadion und löschen das Feuer. Niedlich: Dem riesigen Bären läuft doch tatsächlich eine Träne aus dem Auge. Dazu schneit es und es gibt noch ein Abschlusslied, gesungen von einer russischen Sopranistin.

Dann wird die ganze Szenerie ganz Gelb. Blüten der Mimosa, eine tropische Pflanze und das Wahrzeichen Sotschis, erfüllen das Stadion und regnen vom Himmel. Dazu läuft ein gewaltiger Kinderchor auf. Das hat was, muss man sagen.

Am Ende bricht ein gewaltiges Feuerwerk über dem Olympiastadion und über dem nahen Schwarzen Meer los, dazu Klänge von Tschaikowski. Mit großem Pathos und gellen Blitzen im Nachthimmel verschschiedet sich Sotschi.

+++ 19.05 Uhr: Thomas Bach spricht die Abschlussworte +++

Schwierige Aufgabe für Thomas Bach: Wie absolviert er in seiner Rede den Balanceakt, die Ideen der Spiele von Freiheit und Menschenwürde zu betonen, ohne die russischen Gastgeber zu kritisieren? Bach hält sich neutral: Nach einem Apell an die olympische Idee des Dialogs und des Friedens, für den es durchaus Applaus gibt, folgt ein dickes Lob für die Gastgeber: "Russland hat alle seine Versprechungen gehalten." Und selbstverständlich findet Bach für seinen neuen Kumpel Putin warme Wortes des Dankes.

+++ 18.55 Uhr: Große Reden der Funktionäre +++

Dimitri Tschernyschenko, Chef des russischen Olympiakomitees, spricht mit ziemlich stolzgeschwellter Brust. Nach jedem seiner Sätze klatschen die Zuschauer viel Beifall. Ein paar Beispiele: "Diese Spiele waren die Spiele der Athleten", "eine Inspiration für die Menschen auf der ganzen Welt" oder ganz unbescheiden "die besten Spiele aller Zeiten".

+++ 18.48 Uhr: See you in Pyeongchang +++

Der nächste Austragungsort der Olympischen Winterspiele hat jetzt zehn Minuten Zeit, der Welt schon mal einen Eindruck von sich zu vermitteln. Es gibt den Auftritt einer koreanischen Opernsängerin und eines Popstars (nicht der vom Gangnam Style) und vieler Kinder.

See you in Pyeongchang - ein riesiger Schriftzug auf dem Bühnenboden soll Appetit machen. Genau so wie das nächste Einspielfilmchen.

+++ 18.40 Uhr: Übergabe an Pyeongchang +++

Die Feier der russischen Kultur ist abgeschlossen. Es folgt die traditionelle Übergabe an den nächsten Austragungsort der Olympischen Winterpiele, an das südkoreanische Pyeongchang. Erst gibt es die olympische Hymne und die Fahne Griechenlands wird gehisst. Der Bürgermeister von Sotschi, von Pyeongchang und IOC-Präsident Thomas Bach schwenken danach auf dem Podium die olympische Fahne. Laut Protokoll soll jeder nur drei Mal schwenken, aber Schlingel Thomas Bach überschreitet das Limit deutlich.

+++ 18.30 Uhr: Ein Zirkuszelt in 60 Sekunden +++

Jetzt ist der Zirkus an der Reihe, der in Russland eine große Tradition hat. Hunderte Akrobaten zeigen ihre Kunststücke und wirbeln umher. Höhepunkt: Sie errichten in Windeseile ein Zirkuszelt, das am Ende wieder in sich zusammensinkt. Und wieder gibt es ein kleines Feuerwerk.

+++ 18.20 Uhr: Tolstoi und Co. +++

Jetzt die Literatur. Große Bücher, aus denen die Blätter wirbeln und große Porträts der großen russischen Schriftsteller. Die Show arbeitet sich brav von einem Programmpunkt zum nächsten. Tolstoi, Dostojewski und Puschkin werden geehrt. Zeit, die alten Schinken mal wieder aus dem Regal zu holen.

+++ 18.10 Uhr: Feier der russischen Kultur +++

Nach den Ehrungen kommt jetzt der inszenierte Teil, der die russische Kultur präsentiert. Zuerst laufen bunte Marc-Chagall-artige Figuren ein - der Maler wurde im damaligen russischen Kaiserreich geboren. Danach brilliert der russische Starpinaist Denis Mazujew, der ein Stück von Rachmaninow zum besten gibt - und wie. Seine Finger wirbeln nur so über die Tasten. Und was fehlt noch, wenn man die russische Hochkultur denkt? Klar: das Ballett. Die Tänzer vom Bolschoi- und vom Mariinsky-Theater geben sich die Ehre. Unter einem riesigen Kronleuchter.

+++ 18.08 Uhr: Dank an die freiwilligen Helfer +++

Jetzt gibt es auch noch ein Dankeschön an die freiwilligen Helfer, die Olympische Spiele wie die in Sotschi erst möglich machen. Nicht geehrt werden die tausenden Bauarbeiter aus den verarmten Nachbarländern, die die Prachtbauten von Sotschi errichteten und zum Teil immer noch keinen Lohn erhalten haben.

+++ 17.54 Uhr: Auftritt der norwegischen Superlangläuferinnen +++ +++

Wie es Tradition ist, gibt es die Siegerehrung der Langläuferinnen (30 Km) und Langläufer (50 Km), die als letzte Athleten bei Olympia ihre Medaillen erhalten. Lustig: Bei den Frauen haben drei Norwegerinnen gewonnen (Marit Björgen, Therese Johaug, Kristin Störmer Steira) , bei den Herren drei Russen (Alexander Legkow, Maxim Wylegschanin, Ilja Tschernoussow). Die Athleten steigen auf dem Siegerpodium aus dem Boden hoch - und auch IOC-Boss Thomas B. ist zur Stelle, um den Ahtleten zu gratulieren.

+++ 17.46 Uhr: Sogar Putin klatscht mit +++

Noch dauert der Einmarsch der Athleten an, die ihren letzten Auftritt in der Schwarzmeermetropole sichtlich genießen und Spaß haben. Das überträgt sich sogar auf die Ehrentribüne, wo Putin stehend mitklatscht, allerdings etwas steif. Nur ein angedeutetes Lächeln umspielt seine Lippen, seine Miene bleibt sonst eher maskenhaft. Er genießt innerlich.

+++ 17.38 Uhr: Einmarsch der Sportler +++

Jetzt beginnt der Einmarsch der Athleten ins Stadion, zuerst die Fahnenträger, die dann ein Spalier bilden. Es ist ziemlich bunt, es gibt viel Gewinke und lachende Gesichter. Das Stadion gleicht im Moment einer Großraumdisko.

+++ 17.34 Uhr: Zackiges Getrommel von der Militärkapelle +++

Viel Tschingderrassabum. Eine Armeecombo legt eine nette Trommeleinlage hin mit viel Schwung und Spaß. Auf dem Stadionboden gibt es ein Bewegtbild von der Weltkugel.

+++ 17:23: Putin und Bach auf der Tribüne +++

Das sind sie: Der russische Präsident Wladimir Putin und IOC-Präsident Thomas nehmen auf der Ehrentribüne Platz. Dann tragen ehemalige und aktuelle Medaillen Gewinner die russiche Fahne ins Stadion. Das ist rührend-patriotisch. Im Anschluss singen 200 Kinder aus den russichen Regionen die Nationalhymne.

+++ 17.14 Uhr: Jula, Juri und Valentina segeln ins Stadion +++

Das Spektakel beginnt: Ein Segelboot mit drei Kindern schwebt in das tiefblau erleuchete Stadion: Jula, Juri und Valentina beginnen ihre Traumreise durch die russische Geschichte. 700 Tänzer begleiten sie am Boden und bilden zum Abschluss ihrer Choreographie die fünf Olympischen Ringe - und siehe da, einer der Ringe öffnet sich zunächst nicht. Die Zuschauer applaudieren, weil sie die Anspielung auf die Panne während der Eröffnungsfeier honorieren. Ein kleiner Gag zum Auftakt und ein kleines Feuerwerk.

+++ 17.10 Uhr: Vor Beginn der Zeremonie +++

Gleich geht es los. Noch läuft das Vorprogramm, die Bilder aus Sotschi sind aber schon recht stimmungsvoll. Es ist dunkel, das Olympiasstadion erleuchtet in dunklem, feierlichem Blau. 40.000 Zuschauer warten gespannt auf den Beginn des Spektakels.

Herzlich willkommen im Olympiastadion in Sotschi.

Nach 16 Tagen gehen die Olympischen Spiele in Sotschi mit einer prunkvollen Abschlusszeremonie zu Ende. Für das deutsche Team wird Goldrodler Felix Loch die Fahne tragen. Thematisch soll es im Olympiastadion um den Einfluss der russischen Kultur auf die Welt gehen. Wie schon in Turin 2006 hat der Schweizer Theaterregisseur Daniele Finzi Pasca die Show inszeniert.

Rund drei Milliarden Fernsehzuschauer sahen am 7. Februar die Eröffnungsfeier - und eine peinliche Panne: einer von fünf riesigen Schneekristallen öffnete sich nicht wie vorgesehen. Das Bild der Flocke, die 20 Meter über dem Fischt-Stadion verloren neben vier olympischen Ringen hängt, ging um die Welt. Im Internet hagelte es hämische Kommentare. Das wollen die Gastgeber nicht auf sich sitzen lassen. "Natürlich war das nicht schön", räumt Vize-Regierungschef Dmitri Kosak ein. "Wir werden auf der Schlussfeier diesen Fehler korrigieren", kündigt der für Olympia zuständige Ressortchef an.

Manches wird aber an diesem Sonntag ab 17.14 Uhr ähnlich sein wie bei der Eröffnung. Hunderte Athleten marschieren durch das weite Rund, angeführt von Fahnenträgern. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, wird zu den etwa 40.000 Zuschauern im Stadion sprechen. Auch Operndiva Anna Netrebko will wieder singen, geplant ist ein Auftritt mit Star-Dirigent Waleri Gergijew und einem riesigen Kinderchor.

tis

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