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Olympiasieger Felix Loch: Der starke Wille macht ihn unschlagbar

Felix Loch ist ein Vorzeigeathlet. Mit 24 Jahren ist er bereits zweimaliger Olympiasieger. Seine Erfolge sind aber auch das Ergebnis einer Entscheidung, die sein Vater vor 22 Jahren traf.

Von Tim Schulze

Nach der Goldfahrt gab es als erstes innige Umarmungen. Vater Norbert, Bundestrainer der Rodler, drückte seinen Sohn, der gerade die erste Goldmedaille für das deutsche Team in Sotschi gewonnen hatte, noch auf der Eisbahn an die Brust. Freundin Lisa eilte herbei und gab dem Sieger einen langen Kuss. 9,2 Millionen Zuschauer in Deutschland waren vor dem Fernseher Zeugen dieser Szenen und sahen, mit welcher großen Souveränität Felix Loch zu seinem zweiten Olympia-Gold raste war und den Medaillen-Bann der Deutschen brach.

Norbert Loch war nach dem Gold-Coup seines Sohnes nur noch stolz. "Dass einer zweimal in vier Jahren Olympiasieger wird, das ist unbeschreiblich. Da kann man dann schon mal den Papa rauslassen", erklärte der sonst eher zurückhaltende Chefcoach seinen Gefühlsausbruch. Sein Sohn sprühte über vor Glück. Bei der Bumenzeremonie strahlte Felix Loch so sehr, dass jeder sofort verstand, wie gewaltig der Druck gewesen ist. Später twitterte Loch mit einem Bild aus dem Olympischen Dorf: "Schalalalala! Danke fürs Daumen drücken!! Ich bin überwältigt!"

Freundin Lisa hatte gleich die Erklärung parat: "Ich glaube nicht, dass sich die anderen Rodler so intensiv, so umfangreich mit dem Sport befassen. (…) Psychisch ist er immer in einer Top-Verfassung. Das macht ihn fast unschlagbar", sagte sie der "Abendzeitung". Auch die Liebe zwischen den beiden ist eine olympische Geschichte. Als Hostess war sie es, die den Olympiasieger bei seiner Rückkehr in München am Bus abholte, und auf dem Autokorso durch München begleitete. Dabei hat es gefunkt.


Felix Loch besticht durch seine Willensstärke - und seine für die Konkurrenz schon fast brutale Dominanz. Er gewann die drei vergangenen Weltcups, ist viermaliger Weltmeister im Einzel und jetzt zweimaliger Olympiasieger - mit gerademal 24 Jahren. Mit einem weiteren Coup am Donnerstag in der Team-Staffel kann Loch zu seinem Vorbild Georg Hackl, der dreimal Gold einfuhr, aufschließen. Die Chancen stehen gut. Auf Loch ist Verlass, er ist der Vorzeigeathlet. So einer, der wie auf Knopfdruck Goldmedaillen einfährt, macht auch die Funktionäre glücklich. Selbstverständlich war auch IOC-Präsident Thomas Bach an der Bahn, begleitet von Franz Beckenbauer.

Eine besondere deutsche Geschichte

Die Erfolgsgeschichte von Felix Loch ist auch eine besondere deutsche Geschichte. Nach der Einheit war die Familie von Thüringen nach Bayern übergesiedelt, der kleine Felix war damals zwei Jahre alt: "Das war eine schwere Entscheidung für mich, mit der ganzen Familie nach Bayern zu gehen. Das hat mir sehr viel abverlangt", erklärt Norbert Loch, der 1984 für die DDR bei den Winterspielen in Sarajevo Platz 13 belegt hatte.

Sohn Felix kam so schon als Kind mit dem ganz großen Rodelsport in
Kontakt, früh staunte er in Georg Hackls Werkstatt über die Welt der
Schlitten. Als 18-Jähriger fuhr er zu seinem ersten WM-Sieg. Papa Loch, damals noch bayerischer Landestrainer, erfuhr damals im fernen Kanada vom Coup seines Sohnes. Diesmal war er als Bundestrainer ganz nah dran.

mit Agenturen

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