HOME

Stern Logo Olympia 2014

Skispringen in Sotschi: Nur Blech für Severin Freund

Das ist bitter: Der deutsche Skispringer Serverin Freund ist nur ganz knapp an der Bronze-Medaille vorbeigeflogen. Gold holte der Pole Kamil Stoch, der schon auf der Normalschanze gewonnen hatte.

Severin Freund knallte seine Beinschützer in die Ecke und war zu Tode betrübt. Platz vier in der Skisprung-Entscheidung von der Großschanze war bitter für den Bayern aus Rastbüchl. Ganze 2,6 Punkte fehlten ihm am Samstag, um die erste deutsche Skisprung-Medaille im Einzel seit dem Silbergewinn von Sven Hannawald bei den Spielen 2002 zu holen. Während der Pole Kamil Stoch seinen zweiten Sieg bei den Winterspielen in Sotschi frenetisch bejubelte, aber auch der japanische Altmeister Noriaki Kasai und Pavel Prevc aus Slowenien ihre Medaillen feierten, saß Freund in seiner Box und war den Tränen nahe.

Hervorragende Ausgangsposition nicht genutzt

"Mit Vorsicht geht hier nichts", hatte Freund nach dem ersten Durchgang gesagt und ergänzt: "Man muss zur richtigen Zeit springen und auf die Bedingungen hoffen. Bei mir waren sie gut." Die 138 Meter und Platz drei waren eine hervorragende Ausgangsposition. Doch er konnte sie nicht nutzen. Im zweiten Versuch konnte er die Leistung vom ersten Durchgang nicht wiederholen, landete schon bei 129,5 Metern und fiel zurück. In dem Moment war ihm klar, dass es nicht für Edelmetall reichen würde. Sofort verkroch er sich, umgeben von seinen Mannschaftskollegen, in der kleinen Box.

Zuvor hatte es für Marinus Kraus ein kleines Wunder gegeben. Der Oberaudorfer, am Donnerstag 23 Jahre jung geworden, schaffte einen zumindest nach dem ersten Durchgang völlig unerwarteten sechsten Platz. Beide Male spielte der Wind bei ihm eine entscheidende Rolle. Während er im ersten Versuch bei 131 Meter landete und mit Rang 24 zufrieden sein musste, flog er im Finale auf die Tagesbestweite von 140 Meter. Und das mit verkürztem Anlauf. Damit begann seine spektakuläre Aufholjagd, bei der er auch alle Österreicher um Gregor Schlierenzauer oder den Norweger Anders Bardal noch abfing.

Freitag und Wellinger enttäuschen

Für die beiden anderen deutschen Springer ging der zweite Wettkampf dagegen gründlich daneben. Richard Freitag erwischte im ersten Durchgang den heftigsten Rückenwind aller Springer und landete bereits bei 122,5 Metern. "Der Sprung war gar nicht so schlecht, aber nicht gut genug, um vorn reinzukommen. Unten wurde ich dann doch ganz schön runtergedrückt", sagte der Sachse. Im zweiten Versuch zeigte er mit 126,5 Metern seinen besten Sprung bislang vom großen Bakken. Aber auch das reichte nicht. "Wenn unten nichts da ist, wird's zäh. Aber wie gesagt: Ich war zu schlecht, um vorn dabei zu sein", meinte Freitag nach Rang 21 selbstkritisch. Völlig von einer Windböe verblasen wurde Andreas Wellinger, der Olympia-Sechste auf der Normalschanze. Nach einem Hüpfer auf 117 Meter verpasste der 18-jährige Ruhpoldinger als 45. den zweiten Durchgang.

tis/DPA / DPA

Wissenscommunity