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Streit im Rodel-Lager Hackl: "Hüfner soll Stimmung nicht schlecht machen"

Die goldenen Olympiatage sind für die Rodler vorbei. Nun muss der Streit mit Silber-Gewinnerin Tatjana Hüfner aufgearbeitet werden. Rodel-Legende Georg Hackl lässt allerdings keine Kritik gelten.

Rodel-Legende Georg Hackl hat die Kritik von Silbermedaillengewinnerin Tatjana Hüfner am Verband als "überhaupt nicht zutreffend" zurückgewiesen. "Tatjana ist die letzten Jahre einsam an der Weltspitze voraus gerodelt. Jetzt hat eine Wachablösung stattgefunden, die einfach nur altersbedingt ist, und da darf sie sich nicht beschweren", sagte der dreimalige Olympiasieger Hackl am Freitag in der ARD. Hüfner solle sich über Silber freuen "und nicht die Stimmung schlechtmachen".

Vancouver-Olympiasiegerin Hüfner hatte sich nach Platz zwei bei den Winterspielen von Sotschi über mangelnde Unterstützung im Verband beklagt. "Es wurde gerade mir persönlich schwer gemacht und mir wurden viele Steine in den Weg gelegt", sagte sie am Dienstag.

Hüfner fehlt bei der Bayern-Party

Hackl war im Betreuerteam der Rodler in Sotschi tätig. Er präparierte die Schlitten der bayerischen Olympiasieger Felix Loch, Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt in Krasnaja Poljana. "Man bringt einem Esel nicht das Fingerpfeifen bei, man macht aus einem mittelmäßigen Sportler keinen Superrodler", erklärte er zum Erfolgsgeheimnis. "Wir haben die richtigen Sportler dafür, sie haben die charakterlichen Fähigkeiten, dass sie gut miteinander umgehen, dass sie teamfähig sind."

Die Fähigkeiten und Erfahrungen Hackls kommen im deutschen Team allerdings nur dem Gold-Quartett vom Königssee zugute. Das gilt als fragwürdig, immerhin wird der dreifache Olympiasieger vom Verband bezahlt, nicht von der erfolgreichen "Trainingsgruppe Sonnenschein", die in Berchtesgaden trainert, während sich Hüfner in Oberhof auf Wettkämpfe vorbereitet. Bundestrainer Norbert Loch hofft, "dass das nicht weiter irgendwo auseinanderdriftet. Es gibt da nicht diesen Ost-West-Konflikt. Wir werden das moderieren, da sind wir auf einem guten Weg." Bei der bayerischen Jubelparty im Kufenstüberl fehlte die gebürtige Neuruppinerin jedenfalls.

"Nachvollziehbar, aber nicht richtig"

"Im Moment sind es die Athleten, die Topleistung abrufen, nicht weil der (Georg) Hackl einen guten Schlitten baut oder der (Patric) Leitner ein guter Konditionstrainer ist, sondern weil die gesamte Symbiose stimmt", sagt Loch. "Dass die Tatjana sich etwas benachteiligt gefühlt hat, ist glaube ich nachzuvollziehen, aber in der Sache nicht richtig."

Die vier Gold-Medaillen sind ohnehin derart gute Argumente, dass Hüfner mit ihrer Kritik wohl weitgehend alleine dastehen wird. Wie sagte Sportdirektor Thomas Schwab - übrigens ein Bayer - doch am Abend nach den überraschenden Hüfner-Vorwürfen: "Bei Olympia gibt es immer Zufriedene und Unzufriedene." Meinte er Sieger und Verlierer?

dho/DPA DPA

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