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Corona-Fall bei Olympia Radprofi Geschke von Quarantäne genervt: "Halb Psychiatrie, halb Gefängnis"

Simon Geschke
Simon Geschke verpasste wegen eines positiven Corona-Test seinen Start bei Olympia
© Roth / Picture Alliance
Radfahrer Simon Geschke ist der erste – und bisher einzige – Corona-Fall im deutschen Olympia-Team. Die Quarantäne macht dem 35-Jährigen schwer zu schaffen.

Seine zweiten Olympischen Spiele hatte sich Simon Geschke ganz anders vorgestellt. Kurz vor dem Straßenrennen der Männer, bei dem er an den Start hätte gehen sollen, wurde der Radfahrer positiv auf das Coronavirus getestet. Damit war er der erste – und bisher einzige – Corona-Fall im deutschen Team. Statt also am Samstag auf dem Rad um Medaillen auf dem 234 Kilometer langen Kurs zu kämpfen, musste sich Geschke in Quarantäne begeben.

Maximal zehn Tage muss er nun abgeschieden in einem Hotel in Tokio verbringen. Schon jetzt ist der 35-Jährige ziemlich genervt davon: "Man wird um sieben Uhr von einem Lautsprecher geweckt im Zimmer. Dann muss man Fieber und Sauerstoffsättigung messen. Für mich ist es unverständlich, warum das so früh sein muss, wenn man dann den ganzen Tag kaum etwas zu tun hat", sagte Geschke der DPA. "Das ist halb Psychiatrie, halb Gefängnis. Wobei es Psychiatrie eher trifft."

Simon Geschke bisher einziger Corona-Fall im deutschen Team

Auf seinem Twitter-Account postete der Radprofi außerdem Bilder des kärglichen Essens, das im offiziellen olympischen Quarantäne-Hotel serviert wird. Vor allem die Langeweile macht ihm zu schaffen: "Hier geht absolut nichts." Näher als während der Quarantäne komme er einem Gefängnis in seinem Leben wohl hoffentlich nicht, schrieb Geschke.

Immerhin: Geschke hat keinen seiner Teamkollegen angesteckt. Die deutschen Radfahrer:innen mussten sich nach dem positiven Corona-Test ebenfalls isolieren, wurden danach aber allesamt negativ getestet und durften somit bei ihren Rennen antreten. Mit den Medaillenentscheidungen hatten die deutschen Starter:innen allerdings nichts zu tun.

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Geschke hatte sich trotz einer vorherigen Impfung infiziert, was nur sehr selten vorkommt. Die Mediziner des deutschen Teams gehen davon aus, dass die Infektion vor der Reise nach Japan stattgefunden hat – womöglich bei der Tour de France, an der Geschke vor den Spielen teilgenommen hatte, oder bei der Anreise nach Tokio. "Es war ein großer Schock. Ich habe den ganzen Tag gedacht, dass der positive Test ein Fehler ist", hatte Geschke kurz nach dem Testergebnis im ZDF-Interview gesagt. Seine Viruslast sei nur sehr gering gewesen. "In Europa dürfte ich reisen, auch bei der Tour", erklärte der gebürtige Berliner. "In Japan ist alles ein bisschen anders."

Quellen: DPA / Simon Geschke auf Twitter / ZDF

epp

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