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Boxtitel im Schwergewicht: Klitschko verletzt - aber Weltmeister

Vitali Klitschko hat seinen Titel als Boxweltmeister im Schwergewicht nach Punkten verteidigt. Allerdings wurde der Ukrainer an der Schulter verletzt. Gegner Chisora sorgt erneut für einen Eklat.

Boxweltmeister Vitali Klitschko hat sich bei seinem Sieg gegen Dereck Chisora eine Schulterverletzung zugezogen. "Acht Runden habe ich den Kampf ohne linke Hand bestritten. Ich kann den linken Arm nicht mehr bewegen", sagte Klitschko Stunden nach dem Kampf. Noch am Sonntag sollte er sich einer Kernspintomographie in einem Münchner Krankenhaus unterziehen.

Das Missgeschick passierte in der vierten Runde. Dabei könnte es sich um eine alte Verletzung handeln, spekulierte Trainer Fritz Sdunek. Vor zwölf Jahren hatte sich Klitschko im WM-Kampf gegen den Amerikaner Chris Byrd einen Sehnenabriss in der Schulter zugezogen und musste aufgeben. Damals verlor der den WM-Titel.

Punktsieg nach zwölf Runden

Klitschko besiegte Samstagnacht in München den Briten Chisora nach zwölf Runden einstimmig nach Punkten (118:110, 118:110, 119:111). Er hat damit 44 von 46 Profikämpfen gewonnen und den WM-Titel des Weltverbandes WBC zum achten Mal in Serie erfolgreich verteidigt. "Sportlich hat Chisora eine gute Leistung gezeigt. Aber menschlich habe ich keinen Respekt vor ihm", sagte Klitschko.

"Ich schäme mich für solche Sportler wie Chisora", sagte auch Vitalis Bruder Wladimir. Chisora hatte Vitali Klitschko einen Tag vor dem Kampf geohrfeigt. Unmittelbar vor dem Duell bespuckte der Brite Vitalis Bruder Wladimir mit Wasser. Für die Ohrfeige soll er 50.000 Dollar Strafe zahlen. Weitere Sanktionen stehen noch nicht fest.

Der 28-jährige Chisora musste seine dritte Niederlage im 18. Kampf hinnehmen. Damit weist seine Bilanz jetzt drei Niederlagen in den letzten vier Kämpfen aus. Vor 12.500 Zuschauern in der ausverkauften Olympiahalle behielt der 13 Zentimeter größere Klitschko jederzeit die Kontrolle. Der promovierte Sportwissenschaftler hatte Chisora nach den Provokationen im Vorfeld des Kampfes gedroht, die passende Antwort im Ring zu geben. Der mutige Chisora versuchte, den Weltmeister mit schnellen Attacken in Bedrängnis zu bringen, und schaffte dies auch ansatzweise.

Chisora sorgt erneut für Eklat

Bei der Pressekonferenz nach dem Kampf prügelte sich Chisora mit seinem Landsmann David Haye, nachdem sich beide zuvor provoziert und beleidigt hatten. Betreuer und Trainer aus beiden Lagern waren involviert. Chisora wurde an der Lippe verletzt, Hayes Trainer Adam Booth an der Stirn. Umstehende mussten dazwischengehen, um die Streithähne nach mehreren Minuten zu trennen. Haye hatte im vergangenen Sommer in einem WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko einstimmig nach Punkten verloren und war jetzt in München als Co-Kommentator für einen britischen TV-Sender im Einsatz.

Bereits in 14 Tagen steigt Vitalis jüngerer Bruder Wladimir Klitschko in den Ring. Er verteidigt seine drei WM-Titel (IBF, WBO, WBA) in Düsseldorf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck. Wie lange Vitali Klitschko seine Karriere im Boxring fortsetzt, hängt von den politischen Wahlen in seiner Heimat Ukraine ab. Im Oktober sind Parlamentswahlen angesetzt, zudem bewirbt sich der Schützling von Trainer Fritz Sdunek um das Amt der Bürgermeisters in Kiew.

pen/DPA / DPA

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