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Karriereende nach 21 Jahren: stern-Reporter bei Nowitzkis Abschied: Dirks "unglaubliche Reise" und eine letzte Info für die Fans

Und zum Abschied grüßte Ex-Präsident George W. Bush. Dirk Nowitzki hört bei den Dallas Mavericks auf. Nach 21 Jahren. Unter Tränen verkündete er das Ende seiner "unglaublichen Reise", hatte aber noch eine gute Nachricht für seine Fans in Dallas.

Von Jens König, Dallas

Dirk Nowitzki beendet unter Tränen seine Basketball-Karriere – stern-Reporter Jens König berichtet vor Ort

Am Ende sind all die Zahlen und Rekorde nebensächlich. Die sagenhaften 1521 NBA-Spiele, die er absolviert hat. Die über 31.000 Punkte, die er dabei erzielt hat. Die 14 Berufungen in das All-Star-Team der US-amerikanischen Basketball-Liga. Die NBA-Meisterschaft, die er als einziger Deutscher 2011 gewonnen hat. Die Auszeichnung als wertvollster Spieler der Saison 2006/2007. Am Ende steht Dirk Nowitzki auf dem Spielfeld der riesigen American Airlines Arena in Dallas, Texas, am Körper trägt er noch immer sein blaues, durchgeschwitztes Trikot und sagt: "Das war mein letztes Heimspiel, so wie ihr es vielleicht erwartet habt." Dann kämpfte er mit den Tränen.

Erwarteter Abschied kam überraschend

Die knapp 20.000 Zuschauer auf den Rängen der ausverkauften Arena tun es ihm gleich. Sie schlucken und schluchzen. Bei einigen fließen die Tränen ganz ungeniert. Nach einer kurzen Schrecksekunde skandiert die ganze Halle: "Thank you, Dirk! Thank you, Dirk!"

Obwohl die Fans der Dallas Mavericks damit gerechnet hatten, dass dies die letzte Saison ihres deutschen Superstars sein würde, kam die Ankündigung des Rücktritts doch überraschend. Nowitzki wollte keine Abschiedstournee durch die Arenen der NBA, deswegen hatte er sein Ende offen gelassen und versprochen, erst im Urlaub eine Entscheidung treffen zu wollen. Jetzt aber doch der emotionale Abschied auf der ganz großen Bühne. "Es war eine unglaubliche Reise", sagt Nowitzki.

Das ist natürlich glatt untertrieben. Dirk Nowitzki, der mit 19 Jahren als schüchterner, hochtalentierter junger Basketballspieler aus Würzburg auszog und in die USA ging, hat eine Weltkarriere hingelegt. Vergleichbar in Deutschland nur mit der von Boris Becker und Michael Schumacher. Dafür allerdings wird er zu Hause noch viel zu wenig gefeiert.

Barkley, Pippen, Bird - alle da

Wobei, zu Hause ist er ja jetzt hier, in Dallas, Texas. Hier feiern sie ihn an diesem Dienstagabend als Legende. Und weil Nowitzki viel zu bodenständig ist, um sich solch eine Auszeichnung an die Brust zu heften, hat sein Verein zum Abschied ein paar andere Legenden eingeladen, die ihn in ihren Kreis aufnehmen: Charles Barkley, Scottie Pippen, Larry Bird, Shawn Kemp und Detlef Schrempf. Sie hatte Nowitzki stets als seine Vorbilder bezeichnet. Jetzt gehört er zu ihnen.

Als einer nach dem anderen erzählt, was für ein großartiger Spieler Nowitzki gewesen sei, der als großer, beweglicher treffsicherer Athlet den Basketballsport mit seiner Spielweise revolutioniert habe, da schüttelt der immer wieder seinen Kopf. Als könne er nicht glauben, was er da angerichtet hat. Auch der Klubbesitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban, erklärt Nowitzki zu einer Ausnahmeerscheinung: "Es wird niemand mehr so sein wie du." Cuban verspricht unter dem Jubel der Zuschauer, Nowitzki vor der Arena der Mavs "die größte Statue aller Zeiten" zu bauen.

Karriereende in der NBA: Tränen, Lobeshymnen und Legenden: So emotional war der Abschied von Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki in seinem letzten Heimspiel für die Dallas Mavericks: Es ist ein perfekter Abgang. Der Würzburger erzielt beim 120:109-Sieg gegen die Phoenix Suns mit 30 Punkten seine beste Leistung der Saison und beweist noch einmal seine Extraklasse.

Dirk Nowitzki in seinem letzten Heimspiel für die Dallas Mavericks: Es ist ein perfekter Abgang. Der Würzburger erzielt beim 120:109-Sieg gegen die Phoenix Suns mit 30 Punkten seine beste Leistung der Saison und beweist noch einmal seine Extraklasse.

DPA

Wofür Fans Dirk Nowitzki verehren

Die Abschiedsparty steht unter dem Motto 41.21.1. Viele Zuschauer tragen diese Zahlen auf  ihren Trikots. Die 41 ist Nowitzkis Trikotnummer, 21 Jahre hat er bei den Dallas Mavericks gespielt, immer nur für diesen einen Verein. Eine absolute Ausnahme in der NBA. Diese Hingabe hat Nowitzki seinem Verein und der Stadt Dallas geschenkt, dafür lieben und verehren sie ihn hier fast noch mehr als für seine spielerische Extraklasse. Nowitzki hat sich für diesen Verein gequält, einfach immer weiter gespielt, Saison für Saison, hat Verletzungen überwunden und ist immer wieder zurückgekehrt. Er ist jetzt 40 Jahre alt.

An diesem letzten Abend in Dallas hat Nowitzki noch einmal gezeigt, was er kann. Seine Dallas Mavericks haben die Phoenix Suns mit 120:109 besiegt, Nowitzki allein hat 30 Punkte geworfen und mehrfach seinen berühmten Flamingo-Wurf gezeigt. Immer wenn er zum Wurf ansetzte, ging ein Raunen durch die Arena. Als sei mit Nowitzki stets noch alles möglich.

Als er nach dem Abschied auf dem Weg aus der Halle war, hielt er noch einmal kurz an. Dirk Nowitzki wollte sich und seinen Fans die Trennung leichter machen. "Ich bleibe in Dallas", sagte er. "Das ist mein Zuhause. Ich bin ein Texaner." Dann erschien Ex-Präsident George W. Bush mit einem letzten Abschiedsgruß auf der Leinwand und Nowitzki verschwand endgültig im Tunnel.

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