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Die Olympia-Nacht: Snowboarderin Ledecka düpiert die Ski-Elite - Dahlmeier will die vierte Medaille

Es war die Sensation in Pyeongchang. Eine Snowboarderin holt Gold im Super-G. Hier finden Sie alles weitere zur Olympia-Nacht: die Entscheidungen, die deutschen Erfolge und was sonst noch passierte.

Olympia 2018 - kompakt - laura dahlmeier - ester ledecka

Konnte ihren Sieg im Super-G zunächst selbst nicht fassen: Snowboarderin Ester Ledecka aus Tschechien

AFP

Was in der Nacht passiert ist, und was der Tag uns bringt - der Überblick:

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So lief es für die deutschen Athleten

Nachdem es am gestrigen, neunten Wettkampftag erstmals keine Medaille für Deutschland gab, hatten die bisher aktiven deutschen Akteure auch in der vergangenen Nacht nichts mit den Entscheidungen zu tun. Für Eiskunstläufer Paul Fentz, der zum Filmtitel der siebten Staffel von "Game of Thrones" lief, reichte es nach einer durchwachsenen Kür mit mehreren Fehlern letztlich nur zu Platz 22.

Auch Ski-Rennläuferin Viktoria Rebensburg war beim Sensationssieg der Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka (siehe "Highlight der Nacht") chancenlos im Kampf um Edelmetall. Weil die 28-Jährige im unteren Streckenabschnitt eine ungewöhnliche Linie wählte, landete sie am Ende auf dem abgeschlagenen zehnten Platz. Deutschland wartet im alpinen Bereich damit weiter auf die erste Medaille.

Für Ski-Freestylerin Kea Kühnel war im Slopestyle bereits in der Qualifikation Schluss. Nach einem verpatzten ersten Lauf konnte sich die Bremerhaverin in Durchgang zwei nicht derart steigern, dass es noch fürs Finale gereicht hätte. So belegte die einzige deutsche Starterin nur den enttäuschenden 18. Platz.

Die Entscheidungen

Für einen historischen Sieg im Eiskunstlauf sorgte in der Nacht Yuzuru Hanyu. Der Japaner konnte seinen Olympiasieg von 2014 wiederholen. Es war die erste Titelverteidigung in der Sportart, nachdem dies zuletzt dem Amerikaner Dick Button in den Jahren 1948 und 1952 gelungen war. Silber ging an Hanyus Landsmann Shoma Uno, Bronze gewann Javier Fernandez aus Spanien.

Im Super-G der Damen schockte, wie schon angesprochen, eine Snowboarderin die gesamte Alpin-Szene. Mit einem Sieg der Tschechin Ester Ledecka hatte im Vorfeld jedenfalls niemand gerechnet. Die 22-Jährige triumphierte mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor der Österreicherin Anna Veith und Tina Weirather aus Liechtenstein. Gold-Favoritin Lindsey Vonn (USA) musste sich gar mit Platz sechs begnügen.

Im Slopestyle-Finale der Ski-Damen durfte die Schweiz einen Doppelerfolg feiern. Mit 91,2 von 100 möglichen Punkten setzte sich in einem spektakulären Finale am Ende Sarah Höfflin durch, Silber holte Landsfrau Mathilde Gremaud, die die Britin Isabel Atkin auf den Bronzerang verwies.

Das Highlight der Nacht

... war ganz klar der Sensationssieg von Ester Ledecka im Super-G - die ihren Erfolg zunächst nicht so richtig glauben konnte. Schockiert stand die zweimalige Snowboard-Weltmeisterin Ledecka im Zielraum und konnte ihr Glück selbst kaum fassen. Niemand hätte mit dieser furiosen Fahrt gerechnet, selbst IOC-Präsident Thomas Bach hatte der späteren Zweitplatzierten Anna Veith in der Box der Führenden schon gratuliert. "Es ist richtig cool, sie hat es richtig gut runtergezogen", sagte Rebensburg in der ARD. "Für eine Snowboarderin ist es eine richtig schnelle Fahrt gewesen. Das sind Geschichten, die Olympia schreibt."

Auch Ski-Star Lindsey Vonn zollte der Tschechin Respekt: "Es ist etwas enttäuschend für mich, dass mich eine Snowboarderin geschlagen hat. Aber es ist großartig für sie", so Vonn, die sich mit der ungünstigen Startnummer eins einen groben Patzer im unteren Teil leistete und weit ab von der Ideallinie durch den tieferen Schnee nur auf Platz sechs fuhr.

Für Ledecka sind die Spiele indes noch nicht vorbei: Im Snowboard-Parallelslalom hat die 22-Jährige ein weiteres Mal beste Chancen auf Olympia-Gold.

Was heute noch ansteht

Aus deutscher Sicht stehen die vielversprechendsten Wettbewerbe heute noch an. Insbesondere die Biathletin Laura Dahlmeier steht nach zweimal Gold und einmal Bronze beim Massenstart um 12.15 Uhr deutscher Zeit im Mittelpunkt. Ihre größte Rivalin auf dem Weg zur vierten Medaille in Pyeongchang dürfte dann Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei sein.

Für den nächsten Gold-, oder zumindest Medaillen-Moment könnten auch die deutschen Skispringer sorgen. Jedenfalls gehören die DSV-Adler auch im Wettbewerb von der Großschanze zum Favoritenkreis. Speziell Andreas Wellinger ist nach Gold von der Normalschanze einiges zuzutrauen. Neben ihm sind aus deutscher Sicht auch noch Markus Eisenbichler, Karl Geiger und Richard Freitag mit von der Partie. Um 13.30 Uhr beginnt da der erste Durchgang.

Im Skeleton der Frauen ist die Ausgangslage zur Halbzeit ebenfalls gut: Jacqueline Lölling liegt in Führung, Anna Fernstädt und Ex-Weltmeisterin Tina Hermann sind als Fünfte und Sechste in Lauerstellung. Ab 13.45 Uhr beginnen hier dann die entscheidenden Läufe.

Mit nur sehr wenig Hoffnung auf Medaillen dürften sich hingegen die deutschen Langlauf-Damen in der Staffel machen, klarer Favorit ist Norwegen (Beginn 10.30 Uhr). Auch im Shorttrack über 1500 Meter der Damen (Finale um 13.11 Uhr) und 1000 Meter der Herren (Finale um 13.26 Uhr) ist kaum mit einer deutschen Medaille zu rechnen.

mod mit / DPA

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