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Sport kompakt Rummenigge nach Rassismusvorwurf: Wird "zeitnah" Konsequenzen geben

Karl-Heinz Rummenigge
Karl-Heinz Rummenigge empfindet das Fianlssytem der Champions League als Gewinn für die Fans
© Stefan Matzke / Picture Alliance
Mesut Özil will Vertrag bei Arsenal aussitzen +++ PSG zieht ins CL-Habfinale ein +++ CL-Finale bei deutscher Beteiligung live im Free-TV +++ Sport-News im Überblick.

Von "A" wie American Football über "F" wie Fußball bis "Z" wie Zehnkampf: Die Welt des Sports ist vielfältig. Täglich finden irgendwo auf der Welt mal mehr, mal weniger bedeutende Wettkämpfe statt, die wegen der Dominanz weniger Sportarten kaum Beachtung finden oder auch ganz untergehen. Zu Unrecht, finden wir – und berichten an dieser Stelle auch und vor allem über hochklassigen Sport abseits des Fußballs.

Rummenigge nach Rassismusvorwurf: Wird "zeitnah" Konsequenzen geben

Nach dem Rassismusvorwurf gegen einen Mitarbeiter im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München hat Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge baldige Schritte des Clubs angekündigt. "Es wird auch zeitnah da Konsequenzen geben. Unsere internen Untersuchungen sind ziemlich schnell beendet", sagte Rummenigge am Donnerstag dem TV-Sender Sky. "Diese Geschichte passt natürlich überhaupt nicht zu den Werten, die der FC Bayern vertritt", sagte der 64-Jährige.

Rummenigge verwies auf die vor wenigen Monaten gestartete Kampagne "Rot gegen Rassismus", mit der der deutsche Fußball-Rekordmeister ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz setzen will. "Man darf nicht vergessen, wir sind ein Club, der sich immer gegen Rassismus eingesetzt hat", sagte der Vorstandschef.

Das Magazin "Sport Inside" des WDR hatte am Dienstag über den Rassismusverdacht auf dem Bayern Campus berichtet. Demnach würden schwere Vorwürfe gegen einen Vereinsmitarbeiter erhoben, der schon lange unter anderem als Trainer in der Jugendabteilung aktiv ist. In Diskussionen um die Verpflichtung von Spielern soll der Mitarbeiter rassistische Ausdrücke verwendet haben. Der deutsche Fußball-Rekordmeister bestätigte den Fall, wollte aber zunächst mit Verweis auf eine Aufarbeitung keine offizielle Stellungnahme abgeben. Durch die Berichterstattung zu dem Thema wurde auch die Staatsschutzabteilung der Münchner Polizei aufmerksam und nahm Ermittlungen auf.

+++ Starker Buchmann auf Platz drei der Dauphiné-Rundfahrt - Roglic siegt +++

Die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann ist mit einer starken Leistung auf den dritten Platz der Dauphiné-Rundfahrt gestürmt. Der Ravensburger musste sich am Donnerstag bei der Bergankunft auf dem Col de Porte mit acht Sekunden Rückstand nur dem derzeit überragenden Slowenen Primoz Roglic und dem zweitplatzierten französischen Radstar Thibaut Pinot geschlagen geben. Vuelta-Sieger Roglic übernahm durch den Sieg auf der zweiten Etappe über 135 Kilometer auch das Gelbe Trikot des Gesamtersten von seinem belgischen Teamkollegen Wout van Aert. Mit zwölf beziehungsweise 14 Sekunden Rückstand folgen Pinot und Buchmann.

+++ Özil +++ will seinen Vertrag bei Arsenal notfalls aussitzen +++

Der frühere deutsche Fußball-Weltmeister Mesut Özil hat Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied vom FC Arsenal erneut dementiert. "Meine Position ist klar, ich bleibe hier bis zum letzten Tag unserer Vereinbarung", sagte Özil dem Online-Magazin "The Athletic". "Wenn ein Verein will, dass ein Spieler geht und der Spieler das ablehnt, muss der Verein das akzeptieren, außer man findet zusammen eine Lösung. Ich will nicht gehen, damit hat sich das." Zuvor hatte schon Özils Berater einen Wechsel ausgeschlossen. Özil spielt unter Arsenal-Coach Mikel Arteta keine Rolle mehr. Schon länger ist bekannt, dass die Londoner Özil loswerden wollen. Doch für den 31-Jährigen ist das keine Option. "Ich entscheide, wann ich gehe, nicht andere Leute", betonte er. In der abgelaufenen Premier-League-Saison war Özil nur in 18 von 38 Spielen zum Einsatz gekommen. Nach der Corona-Unterbrechung machte er keine einzige Partie mehr und stand auch beim Finalsieg Arsenals im FA Cups gegen Chelsea nicht im Kader.

+++ PSG dreht Match in der Nachspielzeit und steht erstmals im Halbfinale +++

Trainer Thomas Tuchel steht mit Paris Saint-Germain nach einem glücklichen Sieg im Halbfinale der Champions League. Das Starensemble um Superstar Neymar siegte am Mittwoch zum Auftakt des Finalturniers der Königsklasse in Lissabon gegen den starken Außenseiter Atalanta Bergamo nach zwei späten Toren mit 2:1 (0:1). PSG trifft nun im Halbfinale am 18. August auf Atlético Madrid oder den Fußball-Bundesligisten RB Leipzig. Marquinhos (90.) und Ex-Bundesligaspieler Eric-Maxim Choupo-Moting (90.+3) drehten für die Tuchel-Mannschaft das Spiel. Mario Pacalic (27.) hatte im fast menschenleeren Estádio da Luz Atalanta in Führung gebracht. Bei Paris Saint-Germain kamen neben Choupo-Moting auch die deutschen Nationalspieler Thilo Kehrer und Julian Draxler zum Einsatz.

+++ CL-Finale bei deutscher Beteiligung im ZDF zu sehen +++

Sollten es Bayern München oder RB Leipzig, vielleicht ja sogar beide Teams, ins Finale der Champions League schaffen, wird das Spiel auch im Free-TV zu sehen sein. Wie das ZDF mitteilte, habe man sich mit der Uefa und den Rechteinhabern Sky und DAZN einigen können, das Endspiel in Lissabon (23. August) ebenfalls übertragen zu dürfen.

Bayern München trifft im Viertelfinale auf den FC Barcelona (14. August, 21 Uhr), RB Leipzig bekommt es bereits tags zuvor mit Atlético Madrid zu tun (21 Uhr).

+++ Israels Eishockey-Kapitän sorgt mit Wechsel nach Oswiecim für Wirbel +++

Der Kapitän der israelischen Eishockey-Nationalmannschaft, Eliezer Sherbatov, hat mit seinem Wechsel zum polnischen Klub Unia Oswiecim für Aufsehen gesorgt. Die Stadt Oswiecim in Polen war während des Zweiten Weltkriegs der Standort für das deutsche Konzentrationslager Auschwitz. Seit dem Wechsel wird der Eishockeyspieler angefeindet, sein Klub stellte sich hinter ihn: "Wir sind zutiefst traurig und berührt von den medialen Anschuldigungen gegen den israelischen Profi Eliezer Sherbatov, der seit kurzem zu unserer Mannschaft gehört", teilte der Klub auf seiner Webseite mit.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust habe in Oswiecim über 400 Jahre lang eine jüdische Gemeinde existiert, auch einen jüdischen Fußballverein habe es gegeben. "Die Anwesenheit des israelischen Spielers in Oswiecim zeigt, dass das jüdische Volk trotz der Ideologie des Dritten Reichs immer noch existiert, und dass jüdische Profis erneut an örtlichen Spielen teilnehmen können." 

Nach dem Bekanntwerden seines Wechsels zu Unia Oswiecim war Sherbatov in sozialen Medien aus jüdischen Kreisen für seine Vereinswahl angegriffen worden. Ihm wurde Verrat vorgeworfen. Der 29 Jahre alte Stürmer wurde in Israel geboren und hat bereits für Vereine in Kanada, Frankreich, Kasachstan und der Slowakei gespielt. Seinen Einstand für Unia Oswiecim wird Sherbatov laut einem Sprecher des Vereins am Donnerstag beim Freundschaftsspiel gegen den tschechischen Club AZ Havirov geben. 

Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im von Deutschland besetzten Polen gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Während des Zweiten Weltkrieges (1939-45) wollten die Nationalsozialisten die europäischen Juden systematisch ermorden. Ihrem Rassenwahn fielen nach Erkenntnissen von Forschern rund sechs Millionen Juden zum Opfer. Allein in Auschwitz-Birkenau gab es nach Schätzungen mehr als eine Million Opfer, die meisten von ihnen Juden.

+++ Rummenigge vom Finalturnier der Champions League fasziniert +++

Karl-Heinz Rummenigge erwartet durch das Finalturnier der Champions League einen besonders packenden Titelkampf in der Königsklasse. "Der größte Thrill für den Fan ist natürlich das K.o.-System. Bei zwei Spielen setzt sich aus Erfahrung eigentlich immer die bessere Mannschaft durch, in einem K.o.-Spiel ist alles möglich", sagte der Vorstandschef des FC Bayern am Dienstag in München. "Das Format ist eigentlich das, was wir von der Weltmeisterschaft kennen. Das ist wie eine europäische Club-WM. Es treffen die besten europäischen Mannschaften aufeinander." 

Ob der neue Modus ein Vorreiter für kommende Spielzeiten sein könne, vermochte Rummenigge nicht vorherzusagen. Für die "Reform-Diskussion zu 2024" äußerte der Vorstandschef des FC Bayern aber Ideen. "Ich glaube nicht, dass wir eine vergrößerte Gruppenphase brauchen, die Gruppenphase ist jetzt schon mit acht Gruppen und vier Mannschaften am vierten oder fünften Spieltag entschieden. Das ist nicht das, was die Zuschauer aus den Sesseln haut", sagte der 64-Jährige bei der Besichtigung der Baustelle für eine FC-Bayern-Welt in der Münchner Innenstadt.

"Wir müssen schauen, dass wir an die K.-o-Phase mehr Fleisch an die Knochen kriegen. Da muss man kluge Entscheidungen fällen, dass die Reform dazu führt, dass der Hunger auf die Champions League größer wird", sagte Rummenigge.

+++ Europa-League-Aus für Bayer: 1:2 im Viertelfinale gegen Inter Mailand +++

Bayer Leverkusen ist als letzter deutscher Vertreter aus der Fußball-Europa League ausgeschieden. Das Werks-Team unterlag im Viertelfinale Inter Mailand mit 0:2. Nicolo Barella  (15.) und der Belgier Romelu Lukaku (21.) schossen in Düsseldorf ihre Mannschaft schon früh deutlich in Führung. Leverkusens Kai Havertz (24.) verkürzte kurz darauf. Im Halbfinale des Endrunden-Turniers in Nordrhein-Westfalen trifft der italienische Meisterschafts-Zweite kommenden Montag, ab 21 Uhr ebenfalls in Düsseldorf auf den Sieger der Partie Schachtar Donezk aus der Ukraine gegen den FC Basel, die am Dienstag in Gelsenkirchen gegeneinander spielen. Das Endspiel findet am 21. August in Köln statt.

+++ Dritter deutscher Meistertitel für Weitsprung-Weltmeisterin Mihambo +++

Malaika Mihambo jubelt in Braunschweig über ihre dritte deutsche Meisterschaft im Weitsprung
Malaika Mihambo jubelt in Braunschweig über ihre dritte deutsche Meisterschaft im Weitsprung
© Michael Kappeler / DPA

Zum dritten Mal hintereinander hat Welt- und Europameisterin Malaika Mihambo den deutschen Meistertitel gewonnen. Die 26-Jährige von der LG Kurpfalz musste sich am Sonntag in Braunschweig mit 6,71 Metern begnügen. Die Sieben-Meter-Marke konnte sie mit einem verkürzten Anlauf, 16 statt normalerweise 20 Schritten, nicht überspringen. Auf Platz zwei kam Maryse Luzolo (Königsteiner LV) mit 6,40 Meter vor Merle Homeier (LG Göttingen), die 6,34 Meter erreichte.

+++ Andrea Pirlo wird neuer Trainer bei Juve +++

Keine 16 Stunden nach dem Champions-League-K.o. von Juventus Turin und Superstar Cristiano Ronaldo war der Schuldige gefunden - und wenig später bereits der neue Hoffnungsträger. Nach der Freistellung von Maurizio Sarri übernimmt Ex-Weltmeister und Fußball-Legende Andrea Pirlo den italienischen Serienmeister als neuer Trainer. Damit zog der Club die Konsequenzen aus dem enttäuschenden Abschneiden in der Königsklasse. Juventus war durch das 2:1 gegen Olympique Lyon am Freitag im Achtelfinale ausgeschieden, nachdem das Hinspiel 0:1 verloren gegangen war. Der 41 Jahre alte Pirlo unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2022 und wird seinen ersten Trainerjob beim Team von Ronaldo übernehmen. Ursprünglich war geplant gewesen, dass der Weltmeister von 2006 zur kommenden Saison die U23 von Juve trainieren soll.

+++ Hamilton verpasst Pole - Hülkenberg rast auf Startplatz drei 

Valtteri Bottas hat Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton die Pole Position für das Formel-1-Rennen zum 70. Geburtstag der Rennserie in Silverstone weggeschnappt. Der Finne verwies den Briten im Mercedes-Teamduell am Samstag um 63 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Nico Hülkenberg. Der 32-Jährige aus Emmerich ersetzt bei Racing Point den Mexikaner Sergio Perez, der zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Sebastian Vettel erlebte den nächsten schweren Frustmoment in seiner Ferrari-Abschiedssaison. Der viermalige Weltmeister schied als Zwölfter bereits vor dem entscheidenden Durchgang um die besten zehn Startplätze für das Rennen an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) aus.

+++ Wechsel von Max Kruse zu Union Berlin ist fix +++

Der Wechsel des früheren Nationalspielers Max Kruse zum Bundesliga-Klub 1. FC Union Berlin ist fix. Das bestätigte der Berliner Verein.  Es stehe nur noch der Medizin-Check aus, am Freitag erfolge solle, schrieb Union auf seiner Homepage. Zuvor hatte Kruse seinem früheren Verein Werder Bremen eine Absage hinsichtlich einer Rückkehr erteilt, ein Engagement in der Bundesliga aber bestätigt. Der ehemalige Werder-Kapitän war erst vor einem Jahr aus Bremen zu Fenerbahce Istanbul gewechselt. In der Türkei kündigte er seinen Dreijahresvertrag wegen fehlender Gehaltszahlungen aber im Juni einseitig auf.

+++ Schwerer Sturz überschattet Start der Polen-Rundfahrt – Radprofi Jakobsen im Koma +++

Der bei der Polen-Rundfahrt schwer gestürzte niederländische Radprofi Fabio Jakobsen befindet sich nach Angaben des Renndirektors in einem ernsten, aber stabilen Zustand. "Nachdem wir den Sturz gesehen haben, haben wir das Schlimmste befürchtet, aber jetzt wissen wir, dass die Situation ernst, aber stabil ist", wurde Czeslaw Lang nach einem Besuch im Krankenhaus in einer Mitteilung der Organisatoren zitiert. "Nachdem ich mit dem Krankenhausdirektor gesprochen habe, bin ich etwas erleichtert."

Nach Angaben von Jakobsens Team Deceuninck-Quick Step seien bei ersten Untersuchungen keine Verletzungen im Gehirn oder an der Wirbelsäule festgestellt worden. Aufgrund der Schwere seiner zahlreichen Verletzungen befinde sich der 23-Jährige jedoch im künstlichen Koma und müsse in den kommenden Tagen intensiv beobachtet werden, hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls. 

Jakobsen war am Mittwoch bei der Polen-Rundfahrt im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter gekracht und reglos liegengeblieben. Der 23-Jährige war von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden. Der bei dem Unfall ebenfalls schwer am Kopf verletzte Mitarbeiter sei wieder bei Bewusstsein und ebenfalls in einem "stabilen Zustand", teilten die Renn-Organisatoren mit.

+++ Olympia in Tokio soll auch mit Corona stattfinden +++

Nach Angaben des Chefs des japanischen Organisationskomitees finden die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Sommer auch "mit Corona" statt. Das sagte Toshiro Muto laut eines am frühen Mittwochmorgen veröffentlichten Berichts der "Financial Times". "Ich weiß nicht, wie der Stand der Corona-Infektionen sein wird im kommenden Sommer, aber die Chancen, dass es ein Ding der Vergangenheit ist, sind nicht sehr hoch", sagte Muto demnach. "Vielmehr ist es wichtig, Olympische Spiele für Menschen zu veranstalten, die mit Covid-19 leben müssen." Im englischen Sprachraum wird der Name der vom Coronavirus verursachten Lungenkrankheit Covid-19 oft als Begriff für die Pandemie selbst verwendet.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten das Internationale Olympische Komitee und Gastgeber Japan Ende März nach langem Zögern die für dieses Jahr geplanten Spiele verschoben. Sie sollen nun vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden.

Erst vor wenigen Tagen hatte Muto in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt: "Covid-19 ist keine Bedrohung, die schnell ausgelöscht werden kann oder vorbeigeht." Falls die Spiele in Tokio "unter diesen Bedingungen im kommenden Jahr realisiert werden können, dann können sie Vorbild für andere globale Ereignisse und Sportereignisse werden. Das wäre wirklich ein Vermächtnis von Tokio 2020."

+++ Iker Casillas hört auf +++ 

15 Monate nach einem Herzinfarkt im Training des FC Porto hat Torwart-Idol Iker Casillas das Ende seiner Karriere als Profi-Fußballer verkündet. "Heute ist einer der wichtigsten und zugleich schwersten Tage meiner Sportkarriere: Es ist an der Zeit, Abschied zu nehmen", schrieb der 39 Jahre alte Spanier am Dienstag in den sozialen Netzwerken. Der Weltmeister von 2010 hatte nach dem Infarkt Anfang Mai 2019 kein Spiel mehr bestritten. Mit dem FC Porto hatte er aber jüngst den Gewinn seines zweiten portugiesischen Liga-Titels gefeiert.

Spanischen Medienberichten zufolge könnte Casillas bald als Berater zu seinem Stammverein Real Madrid zurückkehren. Er solle bei den Königlichen Club-Botschafter sowie Berater von Vereinspräsident Florentino Pérez werden, hieß es jüngst. Zu den Berichten gaben aber weder Casillas noch Real Madrid eine Stellungnahme ab.

Nach dem Infarkt war Casillas eine Gefäßstütze eingesetzt worden. Ärzte warnten damals vor einer Fortsetzung der Karriere. Dass er keinen Profisport mehr betreiben würde, hatte der Madrilene unter anderem im Frühjahr mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur um den Vorsitz des spanischen Fußball-Verbandes RFEF angedeutet. Im Juni zog der Mann der Journalistin und TV-Moderatorin Sara Carbonero und Vater zweier Söhne seine Bewerbung zwei Monate vor der für den 17. August angesetzten Abstimmung zurück. Damit dürfte der umstrittene Luis Rubiales wiedergewählt werden.

Casillas wurde fünf Mal in Serie zum Welttorhüter gekürt und mit "La Roja" auch zwei Mal Europameister (2008 und 2012). Er spielte von 1989 bis 2015 für Real Madrid und gewann in dieser Zeit unter anderem fünfmal die spanische Meisterschaft und dreimal die Champions League. Für die Königlichen bestritt er 349 Ligaspiele, bevor er 2015 zu Porto wechselte.

+++ DAZN zeigt von 2021 an 121 Champions-League-Spiele +++

DAZN ist der große Gewinner bei der Vergabe der TV-Rechte für die Fußball-Champions-League. Der kostenpflichtige Streamingdienst sicherte sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur für die Spielzeiten 2021/22 bis 2023/24 das umfangreichste Paket. DAZN wird exklusiv 121 von 138 Spielen pro Saison live zeigen. Dazu kommt das Endspiel, das parallel auch im Free-TV beim ZDF zu sehen sein werden. Weiter bietet DAZN Konferenzen und Highlight-Berichterstattung an.

Als großer Verlierer der Champions-League-Rechte steht Sky schon seit dem vergangenen Dezember fest. Seit 2000 zeigte der Pay-TV-Sender - zuerst noch unter dem Namen Premiere - Spiele der Königsklasse. In einem Jahr ist Schluss. Neuer Player in der Champions League ist Amazon. Der US-Internetriese hatte sich im Dezember für seinen kostenpflichtigen Streamingdienst Amazon Prime das jeweilige Topspiel am Dienstagabend gesichert. Das Live-Paket umfasst insgesamt 16 Partien, davon zwei Playoff-Spiele.

+++ Sandro Wagner beendet Karriere +++

 Der ehemalige Nationalspieler und Bayern-Stürmer Sandro Wagner beendet nach "Bild"-Informationen seine Karriere als Fußballprofi. "Ich bin unglaublich dankbar, dass mir der Fußball ein wunderbares Leben ermöglicht hat. Ich habe all meine Ziele und Träume verwirklichen können", sagte der 32-Jährige der Zeitung am Sonntag. 

Nach 13 Jahren als Profi will Wagner will künftig als Trainer arbeiten. "Im September starte ich meine Trainer-Ausbildung in einem DFB-Sonderkurs. Mein Plan ist es, im kommenden Sommer in den Trainer-Bereich einzusteigen", kündigte er an. "Ich mache nun ein Jahr Pause und genieße die Zeit mit meiner Familie, der ich am meisten danken möchte." Acht A-Länderspiele hat Wagner für den DFB absolviert: "Das Nationaltrikot zu tragen hat mich mit besonderem Stolz erfüllt."

Erst vor gut einer Woche hatte Wagner seinen Vertrag bei Tianjin Teda in China aufgelöst. Der Grund dafür seien die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, hatte er der "Bild" gesagt.

+++ Ralf Rangnick verlässt Red-Bull-Konzern +++

Die Zeit von Ralf Rangnick beim Red-Bull-Konzern ist vorbei. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wurde der Vertrag des früheren Trainers und Sportdirektors des Fußball-Bundesligisten RB Leipzig als "Head of Sport and Development Soccer" auf Wunsch des 62-Jährigen aufgelöst.

+++ Ehemaliger DFB-Trainer Hrubesch wird Nachwuchsdirektor beim HSV +++

Der ehemalige Torjäger und langjährige DFB-Trainer Horst Hrubesch wird Nachwuchsdirektor beim Hamburger SV. Das teilte der Fußball-Zweitligist am Freitag mit. Der 69 Jahre alte Hrubesch soll als Verantwortlicher des Nachwuchsleistungszentrums "die Prozesse in der Talententwicklung" maßgeblich vorantreiben, hieß es. Die Dauer der Zusammenarbeit wurde offengelassen.

Hrubesch arbeitete von 2000 bis 2016 im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes in unterschiedlichen Funktionen. 2008 wurde er mit der U 19 und 2009 mit der U 21 Europameister. 2016 gewann Hrubesch mit der Olympiaauswahl in Rio de Janeiro die Silbermedaille. Von 1978 bis 1983 erzielte er für den HSV in 159 Spielen 96 Tore. Zuletzt betreute er von März bis November 2018 als Interimscoach die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. 

"Ich habe in den Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass der HSV jetzt den richtigen Weg eingeschlagen hat. Es geht im Fußball nicht um kluges Reden, es geht um harte Arbeit, um Fleiß, Geduld und Überzeugung. Nur damit kann man weiterkommen", wurde Hrubesch in der Vereinsmitteilung zitiert. "Hier muss wieder mehr über Fußball gesprochen und daran gearbeitet werden." 

+++ Nach Corona-Fall: Hülkenberg feiert Comeback in Formel 1 +++

Nico Hülkenberg wird zum Nutznießer des ersten prominenten Coronavirus-Falls in der Formel 1. Wie das Team Racing Point am Freitag in Silverstone mitteilte, übernimmt der 32-Jährige aus Emmerich beim Großen Preis von Großbritannien am Wochenende das Auto des Mexikaners Sergio Perez, der zuvor positiv auf Covid-19 getestet worden war. Über das Kurz-Comeback hatte das Fachportal "motorsport.com" bereits am späten Donnerstagabend berichtet. Eine Entscheidung über das freie Cockpit beim Rennstall Racing Point musste demnach schnell fallen, denn schon um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) steht an diesem Freitag das erste Training zum vierten Saisonlauf auf dem Programm.

Hülkenberg fuhr bis 2016 mehrere Jahre für Racing Points Vorgänger Force India und ist derzeit ohne Vertrag. Zuletzt war der Deutsche von 2017 bis 2019 für Renault aktiv und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt mehr erhalten. Sein Cockpit bekam anschließend der Franzose Esteban Ocon. Wenn Hülkenberg den Job im bekannten Umfeld übernehmen sollte, muss er zunächst kurzfristig mit einem Test nachweisen, nicht mit dem Coronavirus infiziert zu sein.

Zuvor war Perez positiv auf das Virus getestet worden. Der 30-Jährige darf nicht mehr am Grand Prix am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) teilnehmen und muss in Quarantäne bleiben. Auch ein Start eine Woche später an gleicher Stelle scheint eher unwahrscheinlich. Die Austragung des Rennens ist aber nicht in Gefahr, Perez hatte sich noch gar nicht direkt an der Rennstrecke aufgehalten.

+++ Diese Meldung wurde nach der offiziellen Bestätigung des Kurz-Comebacks aktualisiert, die Redaktion. +++

+++ Schweiz eröffnet Verfahren gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino +++

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino eröffnet. Dabei geht es um geheime Treffen zwischen dem Chef des Fußball-Weltverbandes und dem Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber, wie die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft in Bern mitteilte.

+++ FC Schalke 04 erhält Bürgschaft vom Land +++

Der mit etwa 200 Millionen Euro verschuldete Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat vom Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen die Zusage für die Erteilung einer Landesbürgschaft erhalten. Dies teilte der Klub mit dem Hinweis mit, keine weitere Details dazu bekanntzugeben. "Der S04 hat diese Bürgschaft in der Erwartung beantragt, bei der Entscheidung nicht anders als Wirtschaftsunternehmen aus anderen Bereichen behandelt zu werden. Der Verantwortung, die mit einer solchen Bürgschaft verbunden ist, ist sich der FC Schalke 04 bewusst", hieß es in der kurzen Mitteilung des Clubs.

+++ Sebastian Hoeneß neuer Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim +++

Sebastian Hoeneß wird neuer Trainer des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Der 38 Jahre alte Coach wechselt von der Reserve des FC Bayern München zum Europa-League-Teilnehmer, wie die TSG mitteilte. Es ist das erste Engagement in der Bundesliga für den Sohn des früheren Profis Dieter Hoeneß und Neffen des langjährigen Bayern-Boss Uli Hoeneß. "Die Arbeit bei der TSG Hoffenheim ist eine große Herausforderung, auf die ich mich enorm freue. Die grundsätzliche Philosophie des Klubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball – offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv." Die zweite Mannschaft des FC Bayern hatte Hoeneß in der vergangenen Saison zur Meisterschaft in der 3. Liga geführt. Reserveteams von Profi-Clubs dürfen nicht in die 2. Liga aufsteigen.

+++ "Kicker": Bayern soll 70,64 Millionen Euro TV-Gelder erhalten +++

Mit 70,64 Millionen Euro soll der deutsche Fußball-Rekordmeister FC Bayern München auch in der neuen Bundesliga-Saison den größten Anteil der TV-Gelder aus der nationalen Vermarktung erhalten. Auf Rang zwei der vom "Kicker" veröffentlichten Verteilerliste steht Borussia Dortmund (69,73 Millionen Euro) vor Bayer Leverkusen (67,47) und RB Leipzig (65,96). Schlusslicht der 36 Clubs ist Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers (7,49). Insgesamt 1,2 Milliarden Euro werden aus der nationalen Vermarktung der Medienrechte in der Saison 2020/21 an die 36 Profivereine der ersten und zweiten Liga auf der Basis eines Vier-Säulen-Modells (Bestandsschutz, Nachhaltigkeit, Nachwuchs und Wettbewerb) ausgezahlt. Die Zahlen sind den Clubs laut "Kicker" seit dem 16. Juli bekannt. Die Deutsche Fußball-Liga kommentierte den Bericht nicht.

+++ PSG holt Pokal: Trainer Tuchel bangt um Superstar Mbappé +++

Nach dem rüden Foul an seinem Top-Stürmer Kylian Mbappé im Finale um den französischen Pokal hat PSG-Trainer Thomas Tuchel die rüde Gangart des AS St. Etienne kritisiert. "Alle, die dieses Foul gesehen haben, sind beunruhigt", sagte Tuchel mit Blick auf die nächsten Ziele der Pariser. Die hatten sich am Freitag mit einem mühsamen 1:0 wenig überrascht den Pokalsieg geholt. Dabei verletzte sich neben Superstar Mbappe auch der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer. Selbst Staatschef Emanuel Macron erkundigte sich im Anschluss an das Spiel nach dem Gesundheitszustand Mbappes. Der fällt mit einem lädierten Knöchel mindestens für das Liga-Pokal-Finale gegen Olympique Lyon am kommenden Freitag aus. Ob er am 12. August im Viertelfinale der Champions League gegen Atalanta Bergamo auflaufen kann, ist ungewiss.

+++ Formel 1 fährt am 11. Oktober auf dem Nürburgring +++

Die Formel 1 kehrt im Herbst überraschend auf den Nürburgring zurück. Die Rennserie einigte sich mit den Betreibern der Traditionsstrecke auf ein Gastspiel am 11. Oktober. Im Notkalender für diese Saison ist der Große Preis der Eifel das elfte Rennen. Geplant wird vorerst ohne Zuschauer. Zuletzt war die Königsklasse des Motorsports vor sieben Jahren auf dem Nürburgring gefahren. Damals gewann Sebastian Vettel im Red Bull auf dem Weg zu seinem vierten WM-Titel das Heimspiel.

Wegen der finanziellen Turbulenzen am Nürburgring hatten sich die Streckenbetreiber zuletzt keine Auftritte der Formel 1 mehr leisten können. Der deutsche Grand Prix wurde nur noch auf dem Hockenheimring ausgetragen. Auch Hockenheim stand aber für dieses Jahr nicht mehr im Rennkalender der Formel 1. Wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie kamen beide deutschen Strecken allerdings wieder ins Gespräch, weil die Rennserie für ihren Notbetrieb auf der Suche nach weiteren tauglichen Kursen in Europa war.

Während Hockenheim sich nicht mit den Formel-1-Bossen auf einen Deal einigen konnte, der für die Ring-Gesellschafter keine finanziellen Risiken gehabt hätte, kam das Geschäft mit dem Nürburgring zustande. Es handle sich um ein "sehr faires und partnerschaftliches Konstrukt", sagte Geschäftsführer Mirco Markfort der Deutschen Presse-Agentur. Es ist bereits das 41. Rennen der Formel 1 auf dem Kurs am Fuße der Nürburg.

Mit der Einigung kommt die Rennserie ihrem Ziel von mindestens 15 Grand Prix in diesem Jahr wieder ein Stück näher. Ebenfalls bestätigt wurden Rennen im portugiesischen Portimao am 25. Oktober und in Imola in Italien am

+++ DFL lehnt Antrag auf Liga-Aufstockung ab +++

Der Abstieg von Dynamo Dresden aus der 2. in die 3. Liga bleibt bestehen. Wie das Fachmagazin "Kicker" berichtet, wird der Antrag der Sachsen, die 2. Bundesliga in der kommenden Saison auf 19 Vereine aufzustocken, auf der nächsten Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga nicht zur Abstimmung gebracht. Das habe die DFL dem Traditionsverein am Freitag schriftlich mitgeteilt, heißt es weiter. Nachdem vier Dynamo-Spieler kurz vor dem Re-Start positiv auf das Corona-Virus getestet und unter Quarantäne gestellt worden waren, standen die Sachsen erst zwei Wochen nach der Konkurrenz wieder auf dem Platz. Dass die Spieler binnen 28 Tagen neun Ligaspiele absolvieren mussten, werteten die Verantwortlichen von Dynamo als Wettbewerbsverzerrung. In seinem Schreiben an die DFL kündigte der Verein an, die Umstände, "die zur Benachteiligung von Dynamo Dresden" geführt haben gerichtlich überprüfen zu lassen, sollte der Antrag auf der DFL-Sitzung nicht abgestimmt werden.

+++ Darts: Whitlock demütigt Van Gerwen +++

Für die Nummer 1 der Darts-Welt war beim ersten großen Turnier nach der Corona-Pause schon in Runde 2 Endstation. Michael van Gerwen, seit sieben Jahren der unangefochtene Dominator der Szene kassierte beim World Matchplay in Milton Keynes gegen den Australier Simon Whitlock ein derbe 4:11-Packung. Dabei enttäuschte der sonst so sichere  Niederländer vor allem bei den entscheidenden Würfen auf die Doppelfelder. Indiskutable 17 Prozent seiner Versuche landeten im Ziel. Whitlock, der Mann mit dem markanten Rastazopf, glänzte dagegen beim Check-out. Mit 5:0 demontierte der 51-Jährige den haushohen Favoriten in der ersten Session. In die zweite Pause ging er immerhin noch mit einer komfortablen 7:3-Führung. Und der dritte Abschnitt reichte dann schon, um den fahrigen Van Gerwen aus dem zweitwichtigsten Turnier im Darts-Sport zu werfen.

ivt / tim / mod / tkr / fs / js / rw / dho / rw / mik / wue / vit / tkr / mad / fk / kng / anb / rpw / jek / sve DPA AFP

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