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Weltcup am Kulm: Zehn Zentimeter zu wenig: Skiflieger Geiger verpasst Sieg

Der erste Skiflug-Sieg von Karl Geiger in seiner Karriere schien greifbar, doch am Ende verfehlt der Allgäuer sogar ganz knapp das Podest. Bundestrainer Horngacher ist dennoch sehr zufrieden.

Karl Geiger

Karl Geiger kam am Kulm auf den vierten Platz. Foto: Erwin Scheriau/APA/dpa

Mit zusammengekniffenen Augen blickte Skispringer Karl Geiger am berühmt-berüchtigten Kulm in die Sonne - dann ärgerte er sich zumindest kurz.

Nach seiner Führung nach dem ersten Durchgang verlor 27 Jahre alte Allgäuer nicht nur den Tagessieg, er musste sich in Bad Mitterndorf (Österreich) auch um umgerechnet 8,3 Zentimeter seinem Gesamtweltcup-Rivalen Stefan Kraft geschlagen geben.

«Es war ein guter Wettkampf. Es hat Spaß gemacht», resümierte Geiger nach Rang vier. «Dass ich ein Zehntel am Podest vorbeigeschrammt bin, war ein bisschen schade.» 230 und 213 Meter reichten ihm nicht zum Premierensieg auf einer Flugschanze, weil Piotr Zyla (Polen), Timi Zajc (Slowenien) und Österreichs Lokalmatador Kraft diesmal stärker waren. Obwohl allen Top-Springern insgesamt Weiten von zweimal deutlich über 200 Meter gelangen, entschieden im Kampf um das Podium am Ende Mini-Abstände.

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge zufrieden. Geiger attestierte er trotz eines kleinen Fehlers im zweiten Durchgang «super Sprünge». Hinter Geiger hatten sich in Constantin Schmid (13.), Stephan Leyhe (15.), Pius Paschke (18.) und dem dreifache Seefeld-Weltmeister Markus Eisenbichler (28.) auch alle anderen deutschen Starter für das Finale der besten 30 qualifiziert. «Es war ein toller Wettkampf von den Jungs. Ich habe es schlechter erwartet, muss ich ehrlich sagen. Im Großen und Ganzen kann man zufrieden sein», sagte Horngacher im ZDF.

Für Geiger war der ordentliche Auftakt trotz verpasster Podestchance aus zweierlei Gründen wichtig: Er befindet sich zum einen wieder im Aufwärtstrend und weist zum anderen seine Fliegerqualitäten nach, die im Rest der Saison noch häufiger gefragt sein werden. «Es hat richtig Laune gemacht und ich freue mich auf morgen», befand Geiger, der in diesem Winter schon zwei Weltcups gewonnen hat und bei der Vierschanzentournee Dritter wurde.

Schon am Sonntag (11.00 Uhr/ZDF und Eurosport) kommt es im Duell zwischen Kraft (1173 Punkte) und Geiger (1095) zur nächsten Ausgabe. Eigentlich gilt Weltrekordhalter Kraft, der einst 253,5 Meter flog, als besserer Skiflieger, doch das war an diesem Samstag noch nicht zu sehen. Auch Dawid Kubacki (985) aus Polen und Japans Ryoyu Kobayashi (965) sind im Gesamtweltcup noch im Rennen.

dpa

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