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Wettbewerbe in Antholz: Mixed-Staffel zum Auftakt der Biathlon-WM Vierter

So hatten sich die deutschen Biathleten das nicht vorgestellt. Statt der erhofften Medaille verpassten die Skijäger beim WM-Auftakt in Antholz als Vierte den Platz auf dem Podest.

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Franziska Preuß startet die deutsche Mixed-Staffel. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Nach ihrer fatalen Strafrunde beim WM-Auftakt entschuldigte Denise Herrmann sich bei ihren Biathlon-Kollegen. «Es tut mir leid für die anderen, dass ich 25 Sekunden kreiseln musste», sagte die Verfolgungungs-Weltmeisterin.

Die Extra-Runde der Sächsin kostete der deutschen Mixed-Staffel im italienischen Antholz die heiß ersehnte Medaille. Beim Sieg von Titelverteidiger Norwegen fehlten Franziska Preuß, Herrmann, Arnd Peiffer und Benedikt Doll nach insgesamt elf Nachladern und 150-Extra-Metern gerade einmal 18,4 Sekunden auf den Bronze-Platz.

Ihr Negativerlebnis hofft Herrmann mit Blick auf den Sprint-Wettkampf am 14. Februar (14.45/ZDF und Eurosport) schnell verdrängen zu können. «Es geht ja gleich weiter», sagte sie. «Platz vier ist kein Weltuntergang. Wir werden nicht nach dem ersten Rennen den Kopf in den Sand stecken», sagte Olympiasieger Arnd Peiffer.

Hinter den wieder überragenden Norwegern um Tiril Eckhoff und Johannes Thingnes Bö kamen Gastgeber Italien und das Überraschungsteam aus Tschechien auf die Plätze zwei und drei. Bei der vergangenen WM 2019 hatte es für das deutsche Quartett noch Silber gegeben. «Wir brauchen uns nicht verstecken, wir haben noch genug Chancen», gab auch Schlussläufer Doll die Marschrichtung vor.

«Ich hätte der Denise gerne etwas weniger Rückstand mit auf den Weg gegeben. Aber am Schießstand war der Wurm drin», sagte Preuß. Dabei war die 25-Jährige mit drei Nachladern davongekommen, die Französin Julia Simon musste schon nach dem ersten Schießen dieser Weltmeisterschaft in die Strafrunde. Eines der Favoriten-Teams hatte sich damit schon früh aus dem Medaillen-Kampf verabschiedet und wurde am Ende Siebter. Deutschland folgte dann wenig später.

«Ich hätte wenigstens den letzten Nachlader treffen müssen», sagte Herrmann und gab im ZDF einen Einblick in ihr Gefühlsleben in jenem Augenblick. «Wenn Du die letzte Nachladerpatrone einschiebst, dann geht dir der Arsch auf Grundeis», sagte die Sächsin.

34,9 Sekunden hinter Topfavorit Norwegen hatte sich Herrmann als Elfte auf den Weg gemacht. Die ehemalige Langläuferin blieb im Liegendanschlag zunächst fehlerfrei, kam sogar in der Spitzengruppe zum Stehendschießen. Doch da ging für die 31-Jährige nicht mehr viel. Nach einer Strafrunde übergab sie als Siebte mit einem Rückstand von 41,4 Sekunden auf Topfavorit Norwegen an Peiffer. «Ich wollte wenigstens noch Schadensbegrenzung betreiben.» Auch der Olympiasieger bekam am Schießstand Probleme, konnte die zweite Strafrunde gerade so verhindern. Doll brachte die Staffel dann nur noch auf Platz vier.

Bei den bis zum 23. Februar dauernden Titelkämpfen in der Südtirol-Arena geht es am Freitag (14.45/ZDF und Eurosport) mit dem Frauen-Sprint weiter. Am Samstag (14.45 Uhr) steht der Männer-Sprint auf dem Wettkampfprogramm, ehe am Sonntag die Verfolgungsrennen ausgetragen werden.

Für Herrmann geht es nun darum, die Enttäuschung zu verarbeiten. Denn nach dem Rücktritt von Ausnahmekönnerin Laura Dahlmeier fokussiert sich alles auf die frühere Langläuferin, auch wenn in Preuß, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Karolin Horchler noch vier weitere deutsche Skijägerinnen über die 7,5 Kilometer dabei sind.

«Denise ist eine Vorbild-Sportlerin, sie steht im Fokus und meistert das ziemlich gut», sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler. Bereits im Vorjahr in Östersund hatte Herrmann mit Gold in der Verfolgung sowie Silber in der Mixed-Staffel und Bronze im Massenstart die Doppel-Olympiasiegerin Dahlmeier in den Schatten gestellt und gezeigt, zu was sie in der Lage ist.

dpa

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