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+++ Spenden-Ticker +++: Häuser zerstört, weder Strom noch Wasser - stern-Leser helfen Kriegsopfern in der Ostukraine

Dem Konflikt in der Ostukraine sind seit 2014 etwa 13.000 Menschen zum Opfer gefallen. Zahlreiche Ortschaften sind vom Krieg schwer gezeichnet. Stern-Leser haben den Bewohnern von Opytne geholfen.

Eine alte Frau vor einem zerstörten Haus in der Ostukraine

Eine alte Frau vor einem zerstörten Haus in der Ostukraine

AFP

Hilfe gegen Hunger, Hoffnung für bedürftige Kinder, Stipendien für eine bessere Zukunft: Die Stiftung stern unterstützt zahlreiche karitative Initiativen im In- und Ausland. In unserem Spenden-Ticker halten wir Sie darüber auf dem Laufenden, wo die Not in diesem Jahr besonders groß ist, wie die Stiftung sich engagiert und wie Sie mit Ihrem Geld dabei helfen können.

+++ 25. Oktober: Häuser zerstört, weder Strom noch Wasser - stern-Leser helfen Kriegsopfern in der Ostukraine +++

Im Osten der Ukraine stehen sich prorussische Separatisten und ukrainische Regierungstruppen an einer mehr als 400 Kilometer langen Front gegenüber. Als stern-Reporterin Bettina Sengeling und der Fotograf Joseph Sywenkyj dort im Februar unterwegs waren, fuhren sie auch durch Opytne, einen Vorort von Donezk. Seit dem Beginn des Krieges im Jahr 2014 gab es dort weder Wasser noch Strom, die meisten Häuser waren kaputt. Einige der Bewohner lebten in Kellern.

stern-Leser spendeten mehr als 5000 Euro, mit denen die ukrainische Hilfsorganisation Proliska die vorwiegend älteren Bewohner unterstützen konnte: Zwei Dächer wurden neu gedeckt, in neun Häusern kaputte Fenster und Türen ersetzt. Weitere Arbeiten sind geplant.

Die Hilfsorganisation Proliska braucht unsere Unterstützung. Wir leiten Ihre Hilfe weiter. Bitte spenden Sie an: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 BIC DEUTDEHH – Stichwort: "Ostukraine"; www.stiftungstern.de

+++ 13. September: Schwerkranke Eva feiert sechsten Geburtstag +++

Mit Torte, Kerzen und Geschenken feiert die schwerkranke Eva ihren sechsten Geburtstag

Mit Torte, Kerzen und Geschenken feiert die schwerkranke Eva ihren sechsten Geburtstag

Wenn Eva Bornemann einschläft oder erschrickt, hört sie auf zu atmen. CCHS nennt sich der Genddefekt, oder auch Undine-Syndrom, benannt nach einer sagenhaften Nixe, die ihren untreuen Gatten dazu verfluchte, zu ersticken, sobald er einschlief. Der stern und stern TV haben bereits mehrfach über das Mädchen und die fast übermenschliche Belastung, welche die lebensbedrohliche Krankheit für Evas Familie mit sich bringt, berichtet.

Dank Ihrer Spenden konnte die Stiftung stern im vergangenen Jahr 10.000 Euro und in 2019 zunächst 3000 Euro und nach einem stern-TV-Auftritt Anfang des Monats weitere 1.500 Euro an den Verein "Dolphin Aid" überweisen, wo ein Konto für das Mädchen eingerichtet wurde, damit es dort einmal im Jahr eine Delfintherapie machen kann - eine Behandlung, die bisher sehr geholfen hat.

Am 12. September hat Eva nun ihren sechsten Geburtstag gefeiert. Ihre Mutter, Andrea Bornemann, hat Fotos davon geschickt und sich für die erneute finanzielle Unterstützung herzlich bedankt. Aufgrund des unermüdlichen Einsatzes ihrer Familie und auch dank der Delfintherapien, ist das Mädchen trotz seiner schweren Krankheit ein fröhliches energiegeladenes Kind. Andrea Bornemann hofft sehr, dass Eva auch in Zukunft einmal im Jahr eine solche Therapie machen kann. Da Evas Eltern das Geld dafür selbst nicht aufbringen können, ist die Sechsjährige weiterhin auf Spenden angewiesen.

Wenn Sie helfen wollen: Die Stiftung stern leitet Ihre Spende an den Verein "Dolphin Aid" weiter: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01, BIC DEUTDEHH – Stichwort  "Delfintherapie" 

+++ 10. September: Endzeit auf den Bahamas +++

Hurrikan "Dorian" hat auf den Bahamas enorme Verwüstungen hinterlassen

Hurrikan "Dorian" hat auf den Bahamas enorme Verwüstungen hinterlassen

DPA

Nichts ist mehr, wie es einmal war. Auf Great Abaco, einer der beiden nördlichen Bahamas-Inseln, steht kaum noch ein Haus, ist kaum noch eine Straße befahrbar. Die Insel liegt in Trümmern, getroffen von Hurrikan "Dorian", der hier seine volle Wucht entfaltete. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometer.

Ihre Heimat komme einem "Kriegsgebiet" gleich, sagen die Bewohner von Great Abaco. 4000 von ihnen können nach Nassau gebracht werden, in die Inselhauptstadt, die von "Dorian" verschont geblieben ist. Wie viele Menschen auf Great Abaco ums Leben gekommen sind, ist noch unklar. Mindestens 40, doch man rechnet mit weit mehr Opfern.

Vor Ort brauchen Nothelfer unsere Unterstützung. Wir leiten Ihre Hilfe weiter. Bitte spenden Sie an: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 BIC DEUTDEHH – Stichwort: "Bahamas"; www.stiftungstern.de 

+++ 22. August: Fünfjähriger im Koma - so geht es Gökhan heute +++

2018 besuchte der stern wiederholt den fünf Jahre alten Gökhan und seine Familie. Der Junge aus München war 2017 ins Koma gefallen. Die Ursache dafür war ein extrem seltener, nicht vererbter Gendefekt.

17 Monate lang lag Gökhan in Kliniken. Zahlreiche stern-Leser spendeten für die Familie Kiracs, insgesamt kamen 8500 Euro zusammen. Geld, das sehr hilft. Allein für Nahrungsergänzungsmittel und Medikamentenzuzahlungen braucht die Familie mehr als 300 Euro pro Monat. Ein rollstuhlgerechtes Auto bleibt ein Traum.

Und Gökhan? Er hebt inzwischen den Arm und hat die Augen länger offen. Und seine Mutter erwartet Drillinge. "Das war nicht geplant", sagt Gökhans Vater. "Aber wir freuen uns."

Die Stiftung stern leitet Ihre Spende über den Verein Silberstreifen e. V. an die Kiracs weiter: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01, BIC DEUTDEHH – Stichwort "Gökhan"

+++ 15. August: Sie verlor ihr Baby und saß dafür jahrelang in Haft - jetzt ist Alba Rodríguez frei und musste fliehen +++

Alba Rodríguez im Innenhof des Frauengefängnisses in Ilopango, San Salvador, El Salvador.

Alba Rodríguez, hier noch im Frauengefängnis in Ilopango, San Salvador, El Salvador. Elf Jahre hat sie hier verbracht – und ihre Töchter kaum mehr gesehen. Nach ihrer Freilassung musste sie fliehen.

Das erzkatholische El Salvador hat ein äußerst strenges Abtreibungsrecht, auf dessen Grundlage zahlreiche Urteile gegen Frauen gefällt werden, die international für Proteste sorgen. Abtreibung wird ohne Ausnahme als Mord eingestuft. Selbst wenn Frauen aus gesundheitlichen Gründen ihr Kind verlieren, können sie in dem zentralamerikanischen Land zu langen Freiheitsstrafen verurteilt werden.

So war es auch Alba Lorena Rodríguez Santos ergangen, über deren Schicksal stern-Lateinamerika-Korrespondent Jan Christoph Wiechmann vor einem Jahr in einer berührenden Reportage berichtete. Wegen vermeintlicher Abtreibung war sie zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Rodríguez hat die Vorwürfe immer bestritten. "Ich habe mein Baby bei einer Fehlgeburt verloren. Es war keine Abtreibung", versicherte sie. "Wir sind keine Mörderinnen. Wir sind ganz normale Mütter."

Als Rodríguez 2019 nach elf Jahren vorzeitig freikam, konnte sie genau eine Woche mit ihren 12 und 15 Jahre alten Töchtern verbringen, die sie während ihrer Zeit im Gefängnis so gut wie gar nicht gesehen hatte. Dann musste die 31-Jährige wegen Morddrohungen einer Gang fliehen. Zunächst fand sie Zuflucht bei der Organisation Asociación Tiempos Nuevos Teatro (TNT), die viele wegen Abtreibung verurteilte Frauen betreut, dann beschloss sie, allein in Richtung USA zu flüchten, um dort zu arbeiten und ihren Töchtern Geld zu schicken - ein gefährliches Unterfangen in Zeiten von US-Präsident Donald Trumps drakonischer Antimigrationspolitik. Der stern versucht weiter, Kontakt zu Alba zu halten.

Die Stiftung stern leitet Ihre Spende an Asociación Tiempos Nuevos Teatro weiter: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 – BIC DEUTDEHH – Stichwort "El Salvador"; www.stiftungstern.de

+++ 6. Juni: Bewohnerinnen von Altenheim für Prostituierte schicken rührendes Dankeschön +++

Der stern hatte in seiner Ausgabe Nr. 8/2019 über das weltweit erste Altenheim für Prostituierte berichtet. Die Reportage über die Einrichtung in einem Kolonialgebäude in Mexiko-Stadt bewegte einen Leser so sehr, dass er 2000 Euro spendete. Auch Leserinnen wollten den Bewohnerinnen helfen, so kamen 8000 Euro zusammen, die die Stiftung stern jetzt an das Casa Xochiquetzal überweisen konnte.

Jesica Vargas, die Leiterin des "Refugiums für Sexarbeiterinnen des dritten Lebensabschnitts", wie sich das Altenheim nennt, zeigte sich überwältigt: "So viel Hilfe haben wir noch nie erhalten – und das aus der Ferne", schwärmte die Psychologin. "Sie kommt genau richtig. Wir versuchen mit allen Kräften, das Heim aufrechtzuerhalten." Mit einem kurzen Video bedankten sich auch die Bewohnerinnen für die finanzielle Unterstützung der stern-Leser: 

Bewohner des Casa Xochiquetzal, einem Altenheim für Prostituierte in Mexiko-Stadt, bedanken sich für Spenden der stern-Leser

Die Frauen im Casa Xochiquetzal erhalten gratis ein Zimmer und Essen sowie medizinische und psychologische Versorgung - ein Stück Würde auf den letzten Metern des Lebens. Derzeit wohnen in dem ehemaligen Boxmuseum im Rotlichtbezirk der Hauptstadt dauerhaft 20 frühere Sexarbeiterinnen zwischen 53 und 87 Jahren, die sonst alle kein Zuhause hätten.

+++ 15. Mai: Ärzte ohne Grenzen bedankt sich für Jemen-Spenden +++

Flüchtlingskinder im Jemen spielen vor einem provisorischen Zelt aus rissigen Planen

Ein Zelt aus rissigen Planen mühsam über dicke Stöcke gespannt. Davor vier kleine Jungen, sie spielen im dreckigen Sand. Es sind Flüchtlingskinder, deren Eltern versuchen, dem Krieg im Jemen zu entkommen.

AFP

Seit vier Jahren wütet im Jemen ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Laut den Vereinten Nationen sind zehn Millionen Menschen im Land vom Hungertod bedroht, 80 Prozent der Bevölkerung brauchen dringend Hilfe - so wie die vier Jungen auf dem Bild oben. 18 Millionen Menschen haben kein Wasser und keine sanitären Anlagen und die Infrastruktur des Landes ist komplett zerstört.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen rettet im Jemen täglich Menschenleben und die Stiftung stern unterstützt sie bei Ihrer Arbeit. Dank der Spenden der stern-Leser konnte die Stiftung jetzt noch einmal 5.000 Euro an die Hilfsorganisation überweisen. Anfang des Jahres flossen bereits 12.000 Euro und im vergangenen Jahr waren es 15.000 Euro.

Ärzte ohne Grenzen kann die erneuten Zuwendungen der stern-Leser gut gebrauchen: "Unsere Arbeit in diesem weiterhin vom Krieg geplagten Land und in den durch die Stiftung Stern unterstützen Krankenhäusern der Stadt Tais wird fortsetzt", teilte die Organisation in einem Dankschreiben mit. Zwischen 2016 und 2018 hätten die Krankenhäuser in Tais und in der Stadt Abs den Tod von 36 Müttern und 1529 Kindern, darunter 1018 Neugeborene registriert. Fast ein Drittel der Todesfälle in der Klinik in Tais seien Kinder gewesen, die bereits tot geboren worden seien. Die Todesursachen bei den Neugeborenen waren demnach vor allem Frühgeburten, Sauerstoffmangel bei der Geburt und schwere Infektionen. "Die Unterstützung der Stiftung stern für den Jemen bleibt also weiterhin extrem nötig und aktuell", schreibt Ärzte ohne Grenzen. "Danke, dass Sie und Ihre Leser unseren Patienten und Mitarbeitern im Jemen nach wie vor zur Seite stehen!"

Die Stiftung stern unterstützt die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen und leitet Ihre Spenden weiter:

IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01, BIC DEUTDEHH – Stichwort "Jemen".

+++ 6. Mai: stern-Leser helfen Zyklon-Opfern in Mosambik +++

Erst kam Mitte März "Idai", dann folgte Ende April "Kenneth": Mosambik wurde innerhalb weniger Wochen zwei Mal von Zyklonen heimgesucht. In dem südostafrikanischen Land und den benachbarten Ländern Simbabwe und Malawi starben durch die Wirbelstürme und die damit einhergehenden schweren Überschwemmungen hunderte Menschen, Zehntausende Häuser wurden zerstört, weite Flächen Ackerlandes gingen kurz vor der Ernte in den Fluten unter. Die Lebensgrundlagen zahlloser Familien wurde vernichtet.

In seiner Ausgabe 14/2019 von Ende März druckte der stern ein Foto von zwei Mädchen in der Stadt Buzi. Das Bild zeigt die gerade erwachte 11-jährige Enia Joaquin Luis und ihre sechs Jahre alte Schwester Luisa. Die Kinder haben unter Plastikplanen geschlafen, um sich vor dem Regen zu schützen. Zu dem Foto veröffentlichten wir einen Spendenaufruf, dem viele von Ihnen gefolgt sind. Dadurch sind mittlerweile 30.000 Euro zusammengekommen, von denen bereits 20.000 an die christliche Gemeinschaft Sant’Egidio ausgeschüttet wurden.

Sant’Egidio hat vor 27 Jahren den Frieden in Mosambik mit ausgehandelt und kümmert sich dort um die Ärmsten der Armen. Die Spendengelder Helfen der Gemeinschaft bei der Organistaion der dringendsten Hilfe für etwa 50.000 bedürftige Familien, Kinder, Waisen und Kranke. Dazu zählen die Verteilung von Lebensmitteln und Gütern des Grundbedarfs, die Verteilung von Trinkwasser und Filtern zur Wasserreinigung, die medizinische Versorgung und schließlich die Hilfe beim Wiederaufbau.

Die christliche Gemeinschaft bedankt sich herzlich für Ihre Unterstützung. Der Bedarf an Geld zum Kauf von Mehl, Reis, Zucker, Öl, und Milch- und Breipulver für Kinder, Medikamenten etwa gegen Durchfall, Malaria und Parasiten, medizinischem Material wie Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, Thermometer und Handschuhe, simpelsten Gütern für den Alltagsbedarf wie Kleidung, Seife, Geschirr, Zelte und Fliegennetze sowie Materialien für den Wiederaufbau ist immer noch enorm groß. Deshalb bitten wir Sie weiter um Spenden für das geplagte Land. Helfen Sie, damit andere weiter helfen können! Danke!

Stiftung stern - Spenden für Sant' Egidio

Sant’Egidio ist für seine Arbeit gegen Armut und für Frieden auf Spenden angewiesen. Wir leiten Ihre Hilfe weiter: Hier können Sie direkt Online spenden. IBAN DE20 2007 0000 0469 9500 00 BIC DEUTDEHH – Stichwort "Mosambik";

www.stiftungstern.de

+++ 16. März: Schneider von Delhi erhält 25.000 Euro für "Sunshine Project" +++

Manchmal bedeutet "helfen" einfach, selbst etwas anzupacken. So wie der indische Schneider Kuku Arora, über den der stern kurz vor Weihnachten berichtete. Betroffen von der Kinderarmut in seiner Heimatstadt Delhi begann Arora mit seiner Frau Priti, Straßenkinder bei Schulen anzumelden, ihnen Lehrmaterial und Schuluniformen zu besorgen sowie ihnen Mittagessen und einen Ort zum Lernen zu geben. Die Aroras haben selbst zwei Kinder – und inzwischen 265 weitere Mädchen und Jungen unter ihre Fittiche genommen. Die ersten haben mittlerweile ihre Ausbildung beendet, sind Lehrer, Ärzte oder Manager und helfen jetzt ihrerseits mit.

Die Initiative bewegte offenbar auch viele stern-Leser: Für das sogenannte Sunshine Project gingen so viele Spenden bei der Stiftung stern ein, das nun 25.000 Euro an Arora und die Kinder weitergereicht werden konnten. Das Geld kommt zur rechten Zeit: Gerade wurde Arora der Mietvertrag gekündigt, weil das Haus abgerissen und durch Luxusappartements ersetzt werden soll. Eine neue Bleibe für die Kinder ist zwar gefunden, doch diese musste mit viel geliehenem Geld gekauft und muss zudem noch umgebaut werden. So fehlt es in dem neuen Haus zum Beispiel an Toiletten und einer Küche, die unbedingt gebraucht wird. Denn der Zulauf an armen Kindern ist ungebrochen.

Die Stiftung stern unterstützt das "Sunshine Project" in Delhi. Bitte spenden Sie an: IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 – BIC DEUTDEHH – Stichwort "Sunshine Project"; www.stiftungstern.de

+++ 14. März: Sie wurde vergewaltigt, verlor ihr Baby und saß dafür jahrelang in Haft - jetzt ist Alba Rodríguez frei +++

El Salvador: Mordurteil, weil sie im fünften Monat ihr Baby verlor

Alba Rodríguez im Innenhof des Frauengefängnisses in Ilopango, San Salvador, El Salvador. Elf Jahre verbrachte sie hier.

Wegen einer vermeintlichen Abtreibung wurde Alba Rodríguez wie Dutzende Frauen in El Salvador zu 30 Jahren Haft verurteilt. Der stern berichtete 2018 über den Fall. Jetzt kam die Mutter zweier Töchter nach elf Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis frei. Der Druck der Öffentlichkeit gab den Ausschlag. Die Reststrafe wurde ihr erlassen.

Dank Leserspenden konnte die Stiftung stern 20.000 Euro an die Asociación Tiempos Nuevos Teatro überweisen, die sich um die Freilassung und Wiedereingliederung der inhaftierten Frauen kümmert.

+++ 3. März: 12.000 Euro an Ärzte ohne Grenzen für Nothilfe im Jemen +++

Eine Frau hält ein unterernährtes Kind in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha

Eine Frau hält ein unterernährtes Kind in einem Krankenhaus in der Provinz Hadscha

DPA

Im November 2018 zeigte der stern das Bild eine kleinen Jungen aus dem Jemen. Der fünfjährige Abdelrahman Manhash wog nur fünf Kilo und kämpfte in einer Klinik in al-Hudaida um sein Leben. Sein Schicksal bewegte viele Leser, die uns schrieben und fragten, wie sie den notleidenden Menschen in dem vom jahrelangen Krieg gebeutelten Land helfen können. Die Antwort war und ist: Spenden Sie!

Wir unterstützen mit unserer Stiftung die Arbeit von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Taiz, wo die Hilfsorganisation jeden Tag mit Medikamenten, Material, medizinischem Personal und fachlicher Beratung Menschenleben rettet. Dank Ihrer Spenden konnten wir Ärzte ohne Grenzen im vergangenen Jahr 15.000 Euro überweisen - und weil Ihre Hilfsbereitschaft kein Ende nahm, gingen jetzt weitere 12.000 Euro für die Nothilfe im Jemen an das Netzwerk. 

+++ 6. Februar: 20 Prozent aller Kinder leben in extremer Armut  +++

Nur etwas mehr als ein Drittel aller Kinder weltweit profitiert nach Angaben der Vereinten Nationen von Sozialleistungen. Vor allem in Afrika kämen lediglich rund 16 Prozent der Kinder in den Genuss solcher Hilfen, heißt es in einem gemeinsamen Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef und der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, der jetzt veröffentlicht wurde. Gleichzeitig leben laut Unicef rund 385 Millionen aller Kinder und Jugendlichen weltweit in extremer Armut - das sind etwa 20 Prozent aller Menschen bis 17 Jahre. Extreme Armut bedeutet, dass ein Mensch pro Tag nicht mehr als 1,66 Euro zur Verfügung hat.

Die Unterstützung von Kindern ist auf den verschiedenen Kontinenten dem Bericht zufolge sehr unterschiedlich. In Europa kommen zum Beispiel 87 Prozent der Kinder in den Genuss von Hilfen, in der Region Asien-Pazifik dagegen nur 28 Prozent. Unicef und ILO rufen die Politik dazu auf, vermehrt flächendeckende Sozialhilfen einzuführen. 

"Kinder- und Familienhilfen sind eine wichtige Grundlage in der sozialen Absicherung von Kindern und erreichen direkt die finanziellen Barrieren, die Kinder daran hindern, ihre Rechte wahrzunehmen und ihre Potenziale auszuschöpfen", heißt es in dem Bericht. Es sei deutlich erkennbar, dass Sozialleistungen, vor allem direkte finanzielle Zuwendungen, die Versorgung mit Lebensmitteln, die Gesundheit und den Zugang zu Bildung verbesserten.

+++ 23. Januar: Ihre Spenden sichern Jugendlichen aus Boliviens Waisenhäusern eine Ausbildung +++

Geförderte Jugendliche aus Sucre, Bolivien

La vida sigue - das Leben geht weiter: geförderte Jugendliche aus Sucre, Bolivien

stern

Das Projekt La vida sigue (auf Deutsch: das Leben geht weiter) des Bolivianischen Kinderhilfswerks ermöglicht Jugendlichen, die in Waisenhäusern aufgewachsen sind, eine weiterführende Ausbildung. Die Teenager haben entweder keine Eltern mehr oder kommen aus sozial prekären Familien. Sie sind die Ersten in ihren Familien, die überhaupt einen Abschluss schaffen.

Eine Art Bafög für ein Studium gibt es in Bolivien nicht. Wenn die Jugendlichen das 18. Lebensjahr erreichen, verlassen sie das Waisenhaus meist mit nicht mehr als einem Beutel Kleidung und ohne Anspruch auf irgendeine finanzielle Unterstützung. Wenn sie Glück haben, hilft ihnen das Waisenhaus, aus dem sie kommen, bei den ersten Schritten, aber das ist nicht der Normalfall.

La vida sigue unterstützt solche Jugendlichen für die Dauer ihrer beruflichen Ausbildung mit Stipendien. Durch die Ausbildung erhöhen sich die Chancen auf Arbeit enorm. Zudem fördert das Projekt die soziale Eingliederung der Stipendiaten durch Aktivitäten mit anderen Jugendlichen, Fortbildungsmöglichkeiten (z.B. Computerkurse), Beistand bei der Jobsuche und bei medizinischen Problemen sowie Anleitung zum sinnvollen Wirtschaften mit dem vorhandenen Geld. Voraussetzung für die Unterstützung: Die jungen Erwachsenen müssen gute Noten erzielen und nebenbei arbeiten, aber nur so viel, dass sie ihre Ausbildung nicht vernachlässigen.

Im vergangenen Jahr konnte La vida sigue zehn Stipendien an ehemalige Waisenhausbewohner vergeben - auch dank der Spenden der stern-Leser.

+++ 27. Dezember: Hilfswerk fordert Teilhabegesetz zur Bekämpfung von Kinderarmut +++

Im Kampf gegen die Kinderarmut in Deutschland fehlt es nach Ansicht des Deutschen Kinderhilfswerks an grundlegenden Reformschritten und finanziellen Mittel. Deshalb müsse die Bundesregierung im Rahmen einer Gesamtstrategie ein Bundeskinderteilhabegesetz ins Leben rufen, das Kinder und Jugendliche einerseits materiell absichere und zugleich eine  nachhaltige soziale Infrastruktur gewährleiste, fordert die Kinderrechtsorganisation. Die zum 1. Januar  2019 vorgesehene Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes für Kinder und Jugendliche um fünf bzw. sechs Euro ist nach Ansicht des Verbandes  angesichts des nachhaltigen Problems der Kinderarmut in Deutschland nicht mal mehr ein Tropfen auf den heißen Stein.

"Durch ein Bundeskinderteilhabegesetz könnten arme Kinder und Jugendliche besser erreicht werden und die ihnen  zustehenden Sozialleistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen", erklärte Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger auf der Webseite der Organisation. Ein Gesetz, das auf der einen Seite transparent Rechtsansprüche auf Förderung und Teilhabe sicherstellt und auf der anderen Seite regelt, wie die Kommunen vom Bund finanzierte infrastrukturelle Bildungs- und Teilhabeleistungen vor Ort umsetzen, könnte betroffene Kinder und Jugendliche nachhaltig aus der Armutsfalle herausführen." Es dürfe nicht vom Wohnort abhängen, ob arme Kinder und Jugendliche gut versorgt und gefördert werden, mahnte Krüger. Der föderale Flickenteppich der regionalen Armutsbekämpfung müsse mit einer bundesweiten Gesamtstrategie beendet werden. Langfristig bedürfe es einer Kindergrundsicherung, die kindbezogene Leistungen bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem bedarfsgerecht gewährleistet.

+++ 29. November: Spenden ermöglichen schwer kranker Eva Delfintherapie +++

Die kleine Eva Bornemann schwebt permanent in Lebensgefahr. Wenn sie einschläft oder erschrickt, hört sie auf zu atmen. Der stern hatte im Oktober über das Mädchen berichtet - und über die fast übermenschlichen Anstrengungen, die Evas Eltern Andrea und Landolf auf sich nehmen, um der Fünfjährigen trotz ihrer Krankheit ein glückliches Leben zu ermöglichen. Kongenitales Zentrales Hypoventilationssyndrom, kurz CCHS nennt sich der Genddefekt, oder auch Undine-Syndrom, benannt nach einer sagenhaften Nixe, die ihren untreuen Gatten dazu verfluchte, zu ersticken, sobald er einschlief.

Evas Eltern haben bei dem Verein Dolphin Aid ein personenbezogenes Spendenkonto eingerichtet. Sie wollen mit Eva und deren Schwester Esther nach Curaçao reisen, damit Eva dort eine Delfintherapie machen kann. Das haben sie schon einmal getan. Nachdem Andrea Bornemann-Göhre zwei Jahre um Spenden gebeten hatte, weil die Krankenkasse solche Therapien nicht zahlt, waren sie im Frühjahr 2018 für zwei Wochen in die Karibik geflogen. Was dort geschah, grenzt für Andrea und Landolf an ein Wunder: Delfindame Chabelita küsste Eva auf die Wange, obwohl diese Berührungen und Küsse im Gesicht nie ertragen konnte. Seit den Delfinen lässt sich das Mädchen auch von den Eltern und Esther küssen und von der Krankenschwester das Gesicht waschen. Und sie windet sich nicht mehr, wenn jemand in Gesichtsnähe hantieren muss. "Als wir dieses Jahr bei der Delphintherapie waren, habe ich Eva das erste Mal in ihrem Leben so glücklich gesehen", schwärmt Andrea.

In der Einrichtung in Curaçao wird aber nicht nur Eva behandelt, sondern auch Esther. Denn die Schwester leidet sehr unter der schwierigen Familiensituation, hat Depressionen, keine Freunde und in der Schule große Probleme. In der Zeit, in der mit Eva Physio-, Logo-, Ergo- oder eben die Delfintherapie durchgeführt werde, habe Esther mit den Mitarbeitern der Einrichtung ihr eigenes Programm, berichtet Andrea Bornemann. "Sie arbeiten am Thema "Ich bin eine besondere Schwester" und machen lauter schöne Sachen." Und die Mutter und ihr Mann könnten täglich wechselnde Workshops besuchen und Gespräche mit Psychologen oder Traumatherapeuten führen.

Der stern unterstützt den Wunsch der Familie nach einer weiteren Delfintherapie für Eva. Dank der Spenden der stern-Leser konnte die Stiftung Stern bislang 10.000 Euro auf Evas Konto bei dem Verein Dolphin Aid überweisen. Mit dem bereits auf dem Konto befindlichen Geld ist die Delfintherapie damit im nächsten Jahr zu hundert Prozent finanziert. Da die Familie aber keine Kur oder Reha oder etwas ähnliches bekommt, wie Andrea Bornemann-Göhre schreibt, würde sie es Eva gern ermöglichen, einmal im Jahr zur Therapie zu fahren. Das sei auch der empfohlenen Abstand. Weitere Spenden werden daher dringend gebraucht.

+++ 22. November: Armutsrisiko bei Arbeitslosen in Deutschland stark angestiegen +++

Arbeitslose in Deutschland sind immer häufiger armutsgefährdet. Im vergangenen Jahr traf dies auf mehr als 70 Prozent der Erwerbslosen zu, wie aus Zahlen der Linken-Sozialexpertin Sabine Zimmermann hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Damit hat sich der Anteil gegenüber dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Nach den Zahlen, die Zimmermann beim Europäischen Statistikamt angefordert hatte, waren 2017 70,5 Prozent der Arbeitslosen von Armut bedroht. Im Jahr 2000 lag die Quote noch bei 37 Prozent. In keinem anderen Land der EU war dieser Anteil 2017 so hoch wie in Deutschland. Der EU-Durchschnitt liegt bei 48 Prozent.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung im jeweiligen Mitgliedstaat zur Verfügung hat. In Deutschland lag dieser Wert 2017 für einen Alleinstehenden bei 13.152 Euro Jahreseinkommen - was 1096 Euro im Monat entsprach.

+++ 05. Oktober: stern-Leser helfen Kriegsopfern in Raqqa +++

Alltag in Raqqa: Zwei Schülerinnen eilen an den Ruinen ihrer Stadt vorüber

Alltag in Raqqa: Zwei Schülerinnen eilen an den Ruinen ihrer Stadt vorbei. Bis heute liegen viele Tote unter dem Schutt, es wird noch Monate dauern, bis alle geborgen sind

Picture Alliance

Im Juni berichtete der stern über Raqqa, die ehemalige Hochburg der Terroristen des sogenannten Islamischen Staates in Syrien. Raqqa ist die am stärksten zerstörte Stadt des Landes. Die Stiftung stern rief die Leser zu Spenden auf, um den dort lebenden Menschen zurück ins Leben zu helfen. Mit 10.000 Euro konnte die Notaufnahme von "Ärzte ohne Grenzen" unterstützt werden. In der Einrichtung werden vor allem Verletzte versorgt, die durch Sprengfallen Gliedmaßen und Blut verloren haben. Die Patienten, unter ihnen viele Kinder, werden von den Medizinern so weit stabilisiert, dass sie ins rund 90 Kilometer entfernte Krankenhaus nach Tal Abyad gebracht werden können. In der Stadt an der Grenze zur Türkei betreibt die private Hilfsorganisation für medizinische Nothilfe eine vollständige Unfallchirurgie.

+++ 20. September: Die Hälfte der Armen auf der Welt sind Minderjährige +++

Weltweit werden einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge rund 1,3 Milliarden Menschen als arm eingestuft. Das sei rund ein Viertel der Bevölkerung in den 104 von den UN untersuchten Ländern, hieß es in dem in New York vorgestellten Bericht. Rund 662 Millionen von ihnen und damit rund die Hälfte aller in Armut lebenden Menschen sind demnach Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre. 

Mit rund 1,1 Milliarden wohne die große Mehrheit der Armen in ländlichen Gegenden, wo die Armutsrate rund viermal so hoch sei wie in städtischen, hieß es weiter. Vielerorts gebe es aber auch wirkungsvolle Anti-Armuts-Initiativen von Regierungen. So hätten sich z.B. in Indien in den vergangenen 10 Jahren rund 271 Millionen Menschen aus der Armut herausarbeiten können, sagte der Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Achim Steiner. "Auch wenn die Größenordnung der Armut - besonders bei Kindern - atemberaubend ist, so ist es auch der Fortschritt, der gemacht werden kann, wenn man es angeht."

Auch in Deutschland ist Kinderarmut ein großes Problem. Im Dezember 2017 lebten knapp 2,04 Millionen unter 18-Jährige in Haushalten, die auf Hartz IV angewiesen sind. Das waren rund 35.000 oder 1,75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt. Der Anstieg gehe vor allem auf ausländische Kinder zurück - Flüchtlinge sowie EU-Zuwanderer, sagte eine Sprecherin der Nürnberger Behörde.

Für den UN-Bericht untersuchten Experten des UNDP und der Oxford Poverty and Human Development Initiative vor allem die Standards bei Gesundheit, Bildung und Lebenssituation. In den 104 analysierten Ländern leben rund drei Viertel der Weltbevölkerung, hauptsächlich mit niedrigen und mittleren Einkommen.

+++ 27. August: UN-Ermittler werfen Myanmar "Völkermord" gegen Rohingya vor +++

Ein Jahr nach der Vertreibung der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar fordern Ermittler der Vereinten Nationen Strafverfahren gegen den Armeechef und fünf ranghohe Militärs wegen Völkermords. In einem Bericht der UN-Untersuchungsmission für Myanmar heißt es, der Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing und die anderen Generäle müssten sich nach entsprechenden Ermittlungen wegen Genozids, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor einem internationalen Gericht verantworten. Zusätzlich zu den sechs hohen Militärs erstellten die UN-Ermittler eine längere Liste mit den Namen vom Zivilpersonen, die mutmaßlich Verbrechen begingen.

Die Ermittler empfehlen, dass der UN-Sicherheitsrat den Internationalen Strafgerichtshof in den Haag mit dem Dossier befasst. Ersatzweise könne auch ein Ad-hoc-Tribunal eingerichtet werden wie seinerzeit zu Jugoslawien. Sie sprechen sich zudem dafür aus, gegen Myanmar ein Waffenembargo und gegen mutmaßliche Hauptverantwortliche für Verbrechen Strafmaßnahmen zu verhängen.

Die Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten unterdrückt. Die Lage eskalierte vergangenes Jahr, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen Grenzwächter töteten. Das Militär in dem mehrheitlich buddhistischen Land reagierte mit brutaler Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer. Flüchtlinge berichteten von Plünderungen, Vergewaltigungen und Ermordungen. Allein zwischen August und Dezember 2017 flohen mehr als 700.000 Rohingya vor dem Militär ins Nachbarland Bangladesch. Der Bericht bezeichnet die Reaktion des Militärs als "durchweg grob unverhältnismäßig". 

+++ 22. Mai: Nahrung für hungernde Familien im Südsudan +++

Eine Familie isst in einer Flüchtlingsunterkunft in Wau im Südsudan gemeinsam zu Mittag

Eine Familie isst in einer Flüchtlingsunterkunft in Wau im Südsudan gemeinsam zu Mittag. Auf dem Höhepunkt der Mangelperiode von Mai bis Juli 2018 wird mit einer weiteren dramatischen Verschlechterung der Ernährungssicherheit im ganzen Land gerechnet.

DPA

Vor gut einem Jahr besuchte stern-Reporter Jonas Breng das Flüchtlingslager Bentiu im Südsudan, wo seit 2013 blutige Kämpfe um Macht und Geld die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zerstören. Breng schilderte, wie Hunger und Gewalt die Menschen verzweifeln lassen und humanitäre Organisationen wie die Welthungerhilfe versuchen, das Elend im Land zu lindern. Dank Ihrer Spenden konnte die Stiftung stern damals die Nahrungsmittelverteilung im Panijiar County durch die Welthungerhilfe mit 50.000 Euro unterstützen.

Nun hat die Stiftung Stern weitere 10.000 Euro an die Hilfsorganisation überwiesen. Da die Sicherheitslage in der Region Panijiar mittlerweile für die Helfer sehr heikel geworden ist, soll das Geld für das Folgeprojekt im Rubkona County eingesetzt werden. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist es, zur Verbesserung der Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit der von Konflikten betroffenen Bevölkerung, sowohl der Binnenvertriebenen als auch der Gastgemeinde beizutragen. Dazu stellen das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und die Welthungerhilfe angereicherte Mais-Soja-Mischungen für Kinder unter fünf Jahren und schwangere und stillende Frauen bereit. Eine wichtige Rolle in der Lebensmittelverteilung nehmen Projektmanagementkomitees ein. Sie setzen sich aus Vertretern der betroffenen Menschen zusammen, sollen deren Einbeziehung gewährleisten und dienen als Mittler.

Vermeidbare Katastrophe: Südsudan: Der Kampf um Leben und Heimat
Die Gesichter zeigen Erschöpfung und Verzweiflung: Nach mehreren Tagen Fußmarsch durch das Sumpfgebiet des Sudd hat eine Gruppe von Frauen und Kindern das Dorf Ngueny erreicht, wo Helfer der Vereinten Nationen Posten bezogen haben

Die Gesichter zeigen Erschöpfung und Verzweiflung: Nach mehreren Tagen Fußmarsch durch das Sumpfgebiet des Sudd hat eine Gruppe von Frauen und Kindern das Dorf Ngueny erreicht, wo Helfer der Vereinten Nationen Posten bezogen haben

Im Rubkona County haben sehr viele Binnenflüchtlinge in den von Blauhelmtruppen bewachten Schutzzonen für die Zivilbevölkerung Zuflucht gesucht. Doch die Zonen sind für den Andrang nicht groß genug, sodass sich zahlreiche Familien auch um sie herum angesiedelt haben. Landwirtschaft ist dort aus Platzgründen unmöglich und im Umfeld der Schutzzonen und in den umliegenden Gebieten ist die Sicherheitslage sehr fragil, was die Menschen daran hindert, zu ihren Wohnstätten zurückzukehren und dort Lebensmittel zur Selbstversorgung anzubauen. Auch im Rest des Landes werden nicht genügend Nahrungsmittel produziert, weshalb ein großer Teil der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Auf dem Höhepunkt der Mangelperiode von Mai bis Juli 2018 wird mit einer weiteren Verschlechterung der Ernährungssicherheit im ganzen Land gerechnet, die das Rekordniveau von 7,1 Millionen Menschen mit schwerer Ernährungsunsicherheit erreicht.

Um nicht nur zur Ernährungssicherheit, sondern auch zur Verbesserung des Ernährungszustandes der Menschen beizutragen, begleitet die Welthungerhilfe die Nahrungsmittelverteilungen durch Schulungen. Insbesondere werden Schwangere und stillende Frauen über die Bedeutung des frühen und ausschließlichen Stillens sowie über geeignete Ernährungspraktiken für Säuglinge und Kleinkinder aufgeklärt. Außerdem erhalten sie Informationen zu ihren eigenen Ernährungsbedürfnissen während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie Beratung zu allgemeinen Ernährungs- und Hygienepraktiken.

+++ 15. Mai: Save the Children beklagt schlechte Lage von Kindern in Flüchtlingsheimen +++

Die Rechte von Kindern in Flüchtlingsheimen kommen nach Einschätzung der Organisation Save the Children oft zu kurz. "Sammelunterkünfte sind keine geeignete Bleibe für Kinder und Jugendliche", sagt Geschäftsführerin Susanna Krüger bei der Vorstellung einer Studie in Berlin. Es sei daher besser, Kinder dezentral in Wohnungen unterzubringen. "Aber wenn Kinder und ihre Eltern in Gemeinschaftsunterkünften leben müssen, dann sollten diese nach einheitlichen, kindgerechten Standards eingerichtet und regelmäßigen Qualitätskontrollen unterzogen werden." Konkret fordert Krüger etwa die Einrichtung von kindgerechten Spielräumen und Rückzugsorten in den Heimen. Auch eine flächendeckende Schulbildung müsse gewährleistet werden, heißt es in dem Bericht. "Die Jungen und Mädchen müssen hier so schnell wie möglich in die Schule gehen und nicht, wie bisher, wochen- oder monatelang darauf warten müssen."

Gemeinsam mit Betreibern von Unterkünften arbeitet Save the Children eigenen Angaben zufolge an einem Tüv für Flüchtlingsunterkünfte. Dabei sollen Heime künftig anhand von rund 90 Indikatoren zur Sicherheit, Hygiene, Bildung und Teilhabe überprüft werden.

+++ 4. April: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind auf Hartz IV angewiesen +++

Die Zuwanderung von Flüchtlingen, aber auch EU-Bürgern hat die Zahl der auf Hartz IV angewiesenen Kinder und Jugendlichen stark steigen lassen. Letztes Jahr war mit 2,1 Millionen Betroffenen jeder Siebte unter 18-Jährige auf die Unterstützung der Jobcenter angewiesen, während es noch vor fünf Jahren mit 1,9 Millionen lediglich knapp jeder achte war, wie aus jüngsten Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.

Ziehe man Hilfebedürftige mit ausländischem Pass ab, habe sich die Lage in den zurückliegenden Jahren allerdings verbessert, betonte ein BA-Sprecher. Diese Einschätzung teilt auch Thorsten Lietzmann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). "Es sind neue Gruppen in die Grundsicherung gekommen - und das wird bei den Kindern besonders deutlich", betont der Wissenschaftler.

Die Bundesregierung verwies derweil auf die Maßnahmen im Koalitionsvertrag, "die auch zur Bekämpfung der Kinderarmut dienen". Diese beträfen nicht nur den Kinderzuschlag, sondern auch Leistungen, die Kinder aus Hartz-IV-Familien mehr Bildung und Teilhabe sichern sollen, hieß es aus dem Arbeitsministerium. Wichtig sei auch, dass die Eltern eine Arbeit fänden. Wenn schon ein Elternteil Vollzeit arbeite, sänken die Zahlen deutlich.

Die Linkspartei forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, Kinderarmut zur Chefsache zu machen. "Zwei Millionen Kinder in Hartz IV sind beschämend", kritisierte Fraktionschef Dietmar Bartsch. Der Sozialverband VdK mahnte, dringend notwendig sei eine Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze der Kinder und Jugendlichen. Besonders alleinerziehende Frauen hätten Probleme, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen.

+++ 26. März: Ärzte ohne Grenzen erhält 35.000 Euro für Hilfe im Jemen und Rohingya in Bangladesch +++

Im Jemen erhält die notleidende Bevölkerung seit 1986 Hilfe von Ärzte ohne Grenzen (Médicins sans Frontières). Seit Kriegsbeginn im Jahr 2015 hat die Organisation ihre Aktivitäten in dem bitterarmen Land stark erhöht - und das unter schwierigsten Bedingungen: Täglich werden Zivilisten, medizinisches Personal und Gesundheitsstrukturen von allen Konfliktparteien in Jemen angegriffen. MSF-Krankenhäuser wurden der Hilfsorganisation zufolge mehrmals von Luftangriffen getroffen.

Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich bei seinem Einsatz im Jemen vor allem auf die Bereiche Geburtshilfe, Neugeborenenversorgung und Kinderheilkunde sowie auf die Behandlung von Kriegsverletzten. Dabei achten die Mediziner nach eigenen Angaben sehr auf ausgewogene Aktivitäten auf beiden Seiten der Front. Die Stiftung stern fördert die Arbeit der Helfer mit 15.000 Euro.

Weitere 20.000 Euro überweist die Stiftung stern an Ärzte ohne Grenzen für die Unterstützung der Rohingya in Bangladesch. Seit Beginn der Massenflucht der muslimischen Minderheit aus Myanmar im August 2017 sind fast 700.000 Rohingya auf dem Land- und Seeweg nach Bangladesch gekommen. Die Flüchtlingssiedlung von Kutupalong-Balukhali, wo 600.000 Geflüchtete Aufnahme gefunden haben, ist derzeit das größte und am dichtesten besiedelte Camp der Welt.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit 1985 in Bangladesch. Nahe Kutapalong in Cox's Bazar betreibt die Organisation seit 2009 ein Gesundheitszentrum und eine Klinik, wo allgemeine Gesundheitsversorgung und medizinische Notversorgung sowie stationäre Betreuung für Rohingya und die lokale Bevölkerung angeboten werden. Als Reaktion auf den Flüchtlingszustrom in Cox's Bazar hat Ärzte ohne Grenzen seine Kapazitäten in der Region verstärkt und die Wasser- und Sanitärversorgung und medizinische Betreuung der Flüchtlinge ausgeweitet.

Außerdem ist Ärzte ohne Grenzen in der Hauptstadt Dhaka im Slum Kamrangirchar im Einsatz, wo die Organisation psychologische Betreuung, Familienplanung und Untersuchung für Schwangere sowie Gesundheitsuntersuchungen für Fabrikarbeiter anbietet.

Rohingya in Bangladesch

+++ 1. März: Gute Nachrichten von der Flüchtlingshilfe-Initiative "Ipso" +++

Die Initiative "Ipso" bildet Flüchtlinge zu psychologischen Beratern für andere Flüchtlinge aus. Dank Ihrer Spenden kann die Stiftung stern die vor neun Jahren von der Psychoanalytikerin Inge Missmahl gegründete  "International Psychosocial Organisation" am Standort Hamburg finanziell unterstützen - mit großem Erfolg, wie die "Ipso" in einem Brief mitteilt:

Nach dreimonatiger Vorbereitungszeit und zwölfmonatiger Ausbildungszeit haben wir 22 Frauen und Männer aus Syrien, Afghanistan, dem Iran, dem Jemen, dem Kosovo und Sierra Leone zu psychosozialen Counselorn ihrer Landsleute nach dem von Inge Missmahl entwickelten Beratungsansatz ausbilden können. Am 28.02. erhielten die hoch motivierten Teilnehmer ihr bundesweit gültiges Zertifikat.

Für die neunmonatige fachpraktische Phase der angehenden Counselor sind wir auf große Unterstützung getroffen und konnten innerhalb dieser Zeit in Hamburg vielfältige Kooperationen abschließen, unter anderem mit: dem UKE, der Asklepios Klinik, Legato, der Caritas, dem Diakonischen Werk aber auch Bildungsinstitutionen. Wir sind über "Fördern und Wohnen" mit unseren Beratern in diversen Flüchtlingsunterkünften der Stadt vertreten, sowie bei vielen kleineren Initiativen und gemeinnützigen Vereinen der Integrations-­ und Flüchtlingshilfe. Wir übernehmen mittlerweile auch Aufgaben, die über eine Beratung hinausgehen: ein Notfalldienst für Flüchtlinge mit akuten Selbstmordgedanken. Wir bringen die Menschen in die zuständige psychiatrische Ambulanz, vermitteln bei den Gesprächen, überweisen in Therapieplätze und vermitteln, wenn nötig, an Anwälte.

Dr. Michael Otto hat das Pilotprojekt in diesem Jahr großzügig unterstützt und angeschoben. Die Stiftung stern ermöglichte die Verlängerung der Projektzeit um zwei weitere Monate und ermöglicht uns nun, die wichtige Arbeit fortzuführen durch Überbrückung der Strukturkosten in den kommenden Übergangsmonaten bis zu der vertraglich abgesicherten Weiterfinanzierung. 

+++ 7. Februar: Armutsrisiko von Familien steigt mit jedem Kind +++

Mit jedem Kind erhöht sich für Familien das Risiko von Armut. Das zeigt eine heute veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung. Danach war 2015 rund jedes achte Paar (13 Prozent) mit einem Kind armutsgefährdet, rund jedes sechste Paar (16 Prozent) mit zwei Kindern und fast jedes fünfte (18 Prozent) mit drei Kindern. Als arm gelten demzufolge Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. Die Studie beruht auf Zahlen des Statistischen Bundesamts und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Das Armutsrisiko von Familien sei damit deutlich höher, als bislang gedacht, so die Forscher der Ruhr-Universität Bochum, die die Studie mit einer neuen Berechnungsmethode erstellt haben. Mit der bisherigen Berechnung auf Grundlage einer Skala der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) seien "die Einkommen armer Haushalte systematisch über- und jene reicher Haushalte unterschätzt" worden. Denn für ärmere Familien sei die finanzielle Belastung durch Kinder im Verhältnis größer als für wohlhabende Familien. Vor allem die Einkommenssituation Alleinerziehender sei schlechter als angenommen. Bei ihnen liege die Armutsrisikoquote nach der neuen Methode bei 68 Prozent, nach der alten habe sie nur 46 Prozent betragen.

Die Wissenschaftler berechneten den Angaben zufolge neu, welche zusätzlichen Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommenssituation entstehen. Dabei habe sich gezeigt, je geringer das Familieneinkommen ist, desto schwerer wiegt die finanzielle Belastung durch jedes weitere Haushaltsmitglied. Die Untersuchung zeigt der Stiftung zufolge auch, dass von 1992 bis 2015 Paare mit Kindern oder Alleinerziehende im Durchschnitt finanziell stets schlechter gestellt waren als kinderlose Paare. "Mit jedem zusätzlichen Kind wird die finanzielle Lage von Familien schwieriger", erklärte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Kinder seien in Deutschland "leider ein Armutsrisiko".

Das Vorgehen der Bochumer Forscher ist allerdings nicht unumstritten. Andere Wissenschaftler halten die Grundaussage der Bertelsmann-Studie zwar für richtig, die angegebenen Zahlen aber für zu hoch und die OECD-Methodik für angemessen.

+++ 1. Februar: Stiftung stern dankt für mehr als 100.000 Euro an Spenden +++

Zum Jahreswechsel 2017/2018 sind mehr als 100.000 Euro an die Stiftung stern gespendet worden. Die gesamte stern-Redaktion bedankt sich bei den Spendern für das große Vertrauen. So kann der stern auch weiterhin schnelle, direkte und unbürokratische Hilfe für Menschen in Not leisten.

In diesem Jahr wird wieder ein Großteil der Spenden an bedürftige Kinder und ihre Familien in Deutschland gehen. Aber auch die Rohingya in Bangladesch, die vor dem Terror der Armee in Myanmar fliehen mussten und die vom Krieg heimgesuchten Menschen im bitterarmen Jemen sind auf unsere Unterstützung angewiesen.

+++ 30. Januar: "Ohne sie wäre ich wohl längst tot" - Bericht aus dem Projekt Mutmacher +++

"Mutmacherin" Shabnam Jalali im Gespräch mit Melanie (Name v. d. Red. geändert)

"Mutmacherin" Shabnam Jalali im Gespräch mit Melanie (Name v. d. Red. geändert)

Melanie (Name v. d. Red. geändert) musste früh das Lügen lernen. Erzählen, dass sie gefallen oder ausgerutscht sei, wenn sie mal wieder von der Mutter verprügelt worden war. An die Wand geworfen, mit zugedrückter Kehle; die Schläge mit dem Gürtel waren harmlos dagegen. Ihre Mutter brachte sie danach oft ins Krankenhaus, und wenn ein Arzt fragte, was wirklich passiert war, logen beide. Auch gegenüber Leuten vom Jugendamt, nach einem Schädel-Hirn-Trauma. Alles in Ordnung, sagte die Mutter. Alles in Ordnung, sagte die Tochter. Sie liebte ja ihre Mutter, "sie ist kein schlechter Mensch", das sagt Melanie noch heute.

Melanie ist 20 Jahre alt und gerade selbst Mutter geworden. Sie kümmert sich rührend um ihren Kleinen, er soll es besser haben als sie. Ihr Vater hatte die Familie gleich nach ihrer Geburt verlassen, den Frust über das Leben und die Liebe ließ die Mutter an ihrer Tochter aus. "Alles, was ich wollte, war überleben", sagt Melanie.

Ihr Glück war, dass sie mit 13 Jahren Zuflucht fand in der "Arche" in Hamburg-Jenfeld. Dort, wo Kinder nach der Schule ein Essen bekommen und Hausaufgaben erledigen können. Und wo Shabnam Jalali arbeitet, die ein gutes Auge hat für jeden, dem es schlecht geht. "Ohne sie", sagt Melanie, "wäre ich wohl längst tot."

Die gelernte Betriebswirtin Shabnam Jalali hat schon vielen geholfen. Mit Unterstützung der Stiftung stern und des Schauspielers Til Schweiger sowie mit Geldern aus dem "RTL-Spendenmarathon" schuf sie vor vier Jahren ein beeindruckendes Projekt: "Mutmacher". Hier kümmern sich drei Sozialarbeiter gezielt um die Probleme von Jugendlichen. Hören zu, fragen nach, versuchen, Perspektiven zu entwickeln. Sie sind: Lebensberater. Und oft die Einzigen, denen sich die Jungen und Mädchen noch anvertrauen. Weil sie von ihren Eltern und manchmal auch von ihren Lehrern nichts mehr erwarten.

"Mutmacher": Til Schweiger und der stern helfen mit vereinten Kräften

Melanie ist eine von mittlerweile fast 100 Jugendlichen, die durch diese Unterstützung einen guten Schulabschluss erreichten oder eine Lehrstelle fanden. Anfangs allerdings wollte sie niemanden an sich heranlassen. "Ich war", sagt sie, "voll eklig und asi." Sie betäubte ihren Schmerz mit Cannabis, sie ging auf Mitschülerinnen los. Wurde magersüchtig und spürte sich nur noch, wenn sie ihre Arme mit einer Rasierklinge ritzte.

Heute hat sie "kein Gefühl mehr für diese Zeit zwischen 13 und 17". Doch sie weiß noch, wie Shabnam Jalali ihr Vertrauen gewann, wie sie mit den Lehrern sprach, mit der Mutter. Wie sie Hoffnung in ihr weckte und das Gefühl, etwas wert zu sein.

Shabnam Jalali macht das so gut, dass Unternehmensberater versucht haben, die "soziale Rendite" ihrer Arbeit zu bemessen. Das Ergebnis, im vergangenen Jahr vorgestellt in einer Studie der Boston Consulting Group: "Jeder in das Mutmacher- Programm investierte Euro bringt mindestens 20 Euro sozialen Nutzen." Weil Jugendliche, die Abitur oder eine Ausbildung machen, dem Staat später nicht auf der Tasche liegen. Weil weniger Gefahr besteht, dass sie kriminell werden. Und weil die Chancen groß sind, dass sie sich später auch für andere engagieren.

Melanie möchte nach ihrem Realschulabschluss gern Krankenschwester werden. "Nah dran sein an Menschen, näher geht nicht." Und heiraten, "obwohl die Feier ein bisschen traurig wird, weil wir dafür wohl kein Geld haben". Ihr zukünftiger Mann arbeitet hart, viele Nachtschichten für wenig Geld. "Aber uns geht es gut", sagt sie. "Ich bin nicht immer glücklich. Aber zufrieden."

+++ 22. Januar: Laut Oxfam gibt es 2043 Milliardäre, während 3,7 Milliarden Menschen in Armut leben +++

Oxfam-Aktivisten protestieren auf dem Platz der Republik in Paris

"Die Ungleichheiten bekämpfen, die Armut besiegen": Oxfam-Aktivisten protestieren auf dem Platz der Republik in Paris.

Das im letzten Jahr weltweit erwirtschaftete Vermögen ist einer Studie zufolge fast nur den Reichen zugute gekommen: Das wohlhabendste Prozent der Weltbevölkerung sicherte sich rund 82 Prozent des 2017 neu geschaffenen Reichtums, heißt es in einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam. Die 3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachten, hätten dagegen überhaupt nicht vom Vermögenswachstum profitiert. Zwischen 2016 und 2017 sei die Zahl der Milliardäre derweil angestiegen wie nie zuvor - alle zwei Tage sei ein neuer Milliardär hinzugekommen. Mit 2043 Milliardären lag die Gesamtzahl im Jahr 2017 demnach auf einem Rekordhoch.

"Der Milliardärsboom ist kein Zeichen einer florierenden Wirtschaft, sondern ein Symbol für das Scheitern der Wirtschaftsordnung", kritisierte Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima. Oxfam forderte, die Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen zu stoppen, faire Einkommen für Frauen und Männer durchzusetzen und in Bildung und Gesundheit für alle zu investieren.

Oxfam Deutschland monierte, eine reiche Minderheit nehme massiv Einfluss auf politische Entscheidungen und senke Unternehmenskosten,  insbesondere Löhne und Steuern, um die Profite der Anteilseigner zu steigern. Den Preis der Profite zahlten derweil Milliarden von Menschen, "die zu Löhnen, die nicht zum Leben reichen, schuften müssen und keinen Zugang zum öffentlichen Bildungs- und Gesundheitssystem erhalten".

17. Januar: 400.000 Kinder im Kongo sind laut UN vom Hungertod bedroht

Kinder in einem Flüchtlingsdorf im Kongo

Kinder in einem Flüchtlingsdorf im Kongo. In dem zentralafrikanischen Land sind wegen anhaltender Konflikte Hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat geflohen, um in andere Landesteilen Schutz zu suchen

Die Vereinten Nationen befürchten eine gewaltige Hungerkrise in der kongolesischen Krisenregion Kasai. Mindestens 400.000 Kleinkinder leiden dort an akuter Mangelernährung, wie der Landesdirektor des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Tajudeen Oyewale, mitteilt. "Sie werden vermutlich sterben", warnt er, es sei denn sie bekämen rasch Nahrungsmittelhilfen und gesundheitliche Unterstützung.

"Die Zeit, im Kongo noch Hunderttausende Menschenleben zu retten, läuft ab", erklären Unicef, das Welternährungsprogramm (WFP) und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) in einem gemeinsamen Appell. In Folge des 2016 ausgebrochenen Konflikts in der zentralen Region sei die Landwirtschaft zusammengebrochen. Nun bräuchten rund 3,2 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe, derzeit könne aber wegen fehlender Finanzmittel nur 400.000 von ihnen geholfen werden. Mehr als 750.000 Menschen seien in Folge des Konflikts nach wie vor Binnenflüchtlinge.

Die kongolesische Regierung und die internationale Gemeinschaft müssten rasch mehr Unterstützung mobilisieren, um "eine große Hungersnot" zu vermeiden, sagt WFP-Landeschef Claude Jibidar. "Wenn das nicht gelingt, sofort und mit vereinten Kräften, heißt das, dass viele Menschen sterben werden." Die Situation im Kongo gilt bei den UN inzwischen mit Syrien, dem Irak und dem Jemen als eine der schlimmsten humanitären Krisen.

+++ 1. Januar: Kinderhilfswerk fordert kinderfreundlicheres Deutschland +++

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert zu Jahresbeginn an die nächste Bundesregierung, Maßnahmen für ein kinderfreundliches Deutschland auf den Weg zu bringen. Dazu seien Änderungen des Grundgesetzes mit einer dortigen Verankerung von Kinderrechten, eine Politik zur Überwindung der Kinderarmut, eine konsequente Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auch für geflüchtete Kinder sowie eine deutliche Stärkung des Bildungssektors nötig. "Wirksame Maßnahmen für ein kinderfreundliches Deutschland gehören auf der politischen Agenda ganz nach oben, sonst riskieren wir nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft", mahnt der Präsident des Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger.

Zur Überwindung der Kinderarmut fordert das Kinderhilfswerk einen Bundesweiten Aktionsplan, der mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet ist und ressortübergreifend an allen gesellschaftlichen Handlungsfeldern ansetzt. Um die Situation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu verbessern, müsse der Vorrang des Kindeswohls auch für Flüchtlingskinder konsequent umgesetzt werden und nicht zuletzt ein gesetzlicher Anspruch auf familiäres Zusammenleben für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge anerkannt werden.


mad/DPA/AFP