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"Speed Flying": Dramatisches Unglück in den Bergen

Max Biedermann stürzte im Gebirge fast 500 Meter in die Tiefe. Dass der Extremsportler noch am Leben ist, grenzt an ein Wunder. Bei stern TV schildert Biedermann, wie es zu dem Unglück kam und warum es "glimpflich" ausging.

Der 27-Jährige gehört zu den Besten seines Fachs: Mit Gleitschirmen vollbringt Max Biedermann bereits seit einigen Jahren atemberaubende Flugkunststücke in der Luft. 2006 nahm er sogar an der Gleitschirm-Akrobatik-WM teil und wurde Zehnter.

Seit zwei Jahren fliegt der Extremsportler außerdem mit sogenannten Speedflyern. Diese kleinen und extrem wendigen Schirme werden hauptsächlich beim Skifahren eingesetzt, um über Abhänge zu gleiten. Mit einem solchen Schirm kam es Ende Juni zu dem dramatischen Unglück am Schweizer Wetterhorn.

"120-prozentig sicher, dass es funktionieren würde"

Biedermann wollte für Dreharbeiten einen gewagten "Stunt" zeigen: Von einer in die Schlucht ragenden, stillgelegten Gondelstation beabsichtigte er, einen Salto zu machen und dann mit dem kleinen Schirm hinabzugleiten. Er habe den Stunt intensiv trainiert und die Stelle im Gebirge genau ausgekundschaftet. Max Biedermann war sich "120-prozentig sicher, dass es funktionieren würde", sagt er.

Doch es kam anders: Zwar gelang der Salto und der Schirm öffnete sich - doch der kleine Speedflyer drehte in die falsche Richtung, nämlich direkt auf die Felswand zu. Hier setzt Biedermanns Erinnerung aus. Doch was dann mit ihm passierte, hielt sein Freund Danny Strasser mit der Kamera fest.

Biedermann stürzt 400 Meter tief in die Schlucht, mit einer Geschwindigkeit von 30 Metern pro Sekunde. Wie durch ein Wunder überlebt er, regt sich - und rutscht noch einmal 40 Meter tiefer. Er bewegt sich wieder und stürzt weitere 50 Meter hinab. Als ihn die Rettungskräfte nach eineinhalb Stunden endlich erreichen, können sie kaum glauben, dass der Verunglückte überlebt hat.

Er hat sich beide Sprunggelenke gebrochen und eine Schulter. Eine Gehirnerschütterung mit inneren Blutungen hat einen Gedächtnisverlust hervorgerufen: An die zwei Wochen nach dem Unfall kann sich Biedermann nicht erinnern.

"Das Risiko ist es mir wert für den Kick"

Drei Monate später ist Max Biedermann wieder obenauf: Er fliegt wieder Gleitschirm - ohne Angst, denn an den Unfall kann er sich ja gar nicht erinnern.

Das Risiko gehöre nun mal zu dem Extremsport, sagt der 27-Jährige. Ein gebrochenes Bein oder einen Bänderriss sei er bereit zu riskieren: "Das Risiko ist es mir wert für den Kick". Aber vorsichtiger sei er schon, noch einmal werde er sein Leben nicht aufs Spiel setzen.

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