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Bußgelder für Ampelsünder und Falschfahrer: Stern TV auf Streife mit der Fahrradpolizei in Hamburg

Jetzt, da im Frühling wieder mehr Leute aufs Rad steigen, nimmt auch die Zahl der Radfahrunfälle wieder zu. Nicht immer sind Autofahrer die Schuldigen. Auf dem Fahrrad fällt es leichter, ein Rotlicht zu ignorieren oder querfeldein abzukürzen. Verkehrserziehung tut Not, wie die Fahrradstaffel der Polizei zigfach aufzeigen kann. 

Falschfahrer und Ampelsünder im Visier: Jens Cissek und seine Kollegen von der Fahrradstaffel der Polizei platzieren sich an neuralgischen Punkten in Hamburg.

Falschfahrer und Ampelsünder im Visier: Jens Cissek und seine Kollegen von der Fahrradstaffel der Polizei platzieren sich an neuralgischen Punkten in Hamburg.

Immer mehr Radfahrer tragen mittlerweile freiwillig einen Helm. Das ist gut und beugt im Fall der Fälle schweren Kopfverletzungen vor. Die Zahl der Unfälle bleibt aber unverändert hoch: Allein 2017 gab es fast 80.000 Unfälle mit Fahrradfahrern. 394 Menschen ließen dabei sogar ihr Leben. In größeren Städten ist es besonders schlimm: unübersichtliche Kreuzungen, verlegte Verkehrsführung, Einbahnstraßen – all das nervt natürlich. Dabei ist Radfahren angesagter, denn je: Die Zahl derer, die lieber Fahrrad als Autofährt, steigt in großen Städten ob der vielen Staus und Verkehrsprobleme. Vor allem wenn es das Wetter erlaubt. Doch mit den Verkehrsregeln halten es viele Radler nicht so genau: Ampeln werden bei Rot überfahren, Radwege in die falsche Richtung genutzt, an Kreuzungen wird einfach quer gefahren – und auf dem Fußgängerweg abzusteigen scheint einfach zu lästig. Die Einsicht, wenn Bußgelder verhängt werden, ist bei einigen Radfahrern dann aber bedenklich gering. Trotz Helm auf dem Kopf. "Es ist ja nichts passiert", sagen sie, oder "Ich bin tatsächlich über Rot gefahren. Allerdings sehr langsam, quasi schiebend." / "Das mache ich sonst nie!"

stern TV hat die Hamburger Fahrradpolizei einen Tag lang bei der Arbeit begleitet. Die Ausreden der Radler kennen Jens Cissek und sein Team von der Fahrradstaffel alle bereits. Sie sind geschult, die Rowdies auf zwei Rädern an den entsprechenden Punkten, etwa an der Kamperstraße/Ecke Valentinskamp, abzufangen und ihnen Nachhilfe in Sachen Verkehrserziehung zu geben. "Wenn wir hier Verstöße feststellen, ob das Rotlichtverstoß seitens Radfahrern, Fußgängern oder Autofahrern sind, dann werden wir das dementsprechend ahnden", so Cissek. Radfahrer kostet das 60 Euro plus eine Bearbeitungsgebühr von 30 Euro. Eine saftige Strafe – dazu ein Punkt in Flensburg. "Toll, das ist ermutigend mehr Fahrrad zu fahren", kommentiert der ertappte Mann die Situation, er halte das für lächerlich. "Schade, dass die Polizei ihre Energie für sowas hier verbrauchen muss."

Unfallprävention und Aufklärung nennt es die Polizei. Denn: Immer wieder geraten Fahrradfahrer durch die Missachtung von Verkehrsregeln in gefährliche Situationen. Für sie geht es oft glimpflich aus, doch Auffahrunfälle durch das plötzliche Bremsen der Autofahrer, die überrascht werden, kommen häufig vor. Polizist Jens Cissek weiß, warum sich viele Fahrradfahrer mit den Regeln schwer tun: "Als Fahrradfahrer hat man immer noch so ein gewisses Freiheitsgefühl, ist der Eindruck. Und dann möchte man sich gerne ein bisschen mehr rausnehmen, als einem an Rechten zusteht. Und dieses Freiheitsgefühl, das überschätzt der ein oder andere."

"Freiheitsgefühl" macht Radfahrer zu Ampelsündern

Das "Freiheitsgefühl" der Fahrradfahrer ist nicht nur in Hamburg ein Problem. Eine viel befahrene Kreuzung in der Kölner Innenstadt zeigt, wie häufig ein Rotlicht von Radlern nach eigenem Ermessen ausgelegt wird. Innerhalb von nur drei Stunden ignorieren 48 Fahrradfahrer die rote Ampel.

Noch immer passieren aber die meisten Unfälle, wenn Autofahrer rechts abbiegen und einen Radler übersehen. Das Fahren auf der falschen Straßenseite ist ebenfalls eine der häufigsten Unfallursachen zwischen Fahrradfahrern und PKWs. Denn wenn sich Rad- und Autofahrer eine Fahrbahn teilen, kommt es oft zu Kollisionen. "Nicht jeder PKW-Fahrer geht davon aus, dass auch ein Radfahrer von der  anderen Seite kommt. Und meistens sind die Folgen nicht so schön", sagt der Hamburger Fahrradpolizist Jens Cissek. Fahren auf der falschen Straßenseite wird mit einem Bußgeld von 20 Euro bestraft – zu teuer, findet der erwischte Falschradler: "Ich finde man könnte sagen: 'Mach das nicht noch mal, sonst kostet es beim nächsten Mal 20 Euro."

Insgesamt wurden während der stern TV-Dreharbeiten 84 Fahrradfahrer von der Hamburger Fahrradstaffel angehalten, die Hälfte wegen Missachtung einer roten Ampel. Eine Frau sagte: "Ich bin auch vorher an allen Ampeln stehen geblieben. Ich halte mich sonst an Regeln. Ich trage ja auch einen Helm!"

Diskutieren Sie weiter: Was hat es mit dem "Freiheitsgefühl" der Radfahrer auf sich? Was bringt der Einsatz der Fahrradpolizei? Und sind die Strafen überhaupt angemessen?

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.