HOME

Experten-Tipps: Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Haushaltshygiene

Bakterien im Spüllappen, Milben in Matratzen oder schimmelige Ecken in der Dusche: Im Haushalt finden sich immer potenzielle Krankheitserreger. Die sind meist zwar ungefährlich. Doch viele fragen sich: Wie kann man Krankheiten und Allergierisiken senken? Unsere Experte Prof. Dirk Bockmühl und Prof. Markus Egert haben hier Zuschauerfragen beantwortet.

Hygiene im Haushalt: So wichtig ist sie in Küche, Badezimmer und Wohnung wirklich.

Hygiene im Haushalt: So wichtig ist sie in Küche, Badezimmer und Wohnung wirklich.

Sind Desinfektionsmittel für die Küche und Oberflächen mit Lebensmittelkontakt wirklich unbedenklich, wenn man sie nach Gebrauchsanweisung verwendet? 
Prof. Markus Egert: Unbedenklich schon, nötig ist es aber nicht. Auf lange Sicht könnten durch Desinfektionsmittel sogar Resistenzen gefördert werden und das wäre nicht gut.


In unserem Kühlschrank steht "antibakteriell". Hat es irgendeine Wirkung, oder ist es nur ein Verkaufsargument?
Prof. Markus Egert: Auch als "antibakteriell" bezeichnete Kühlschränke sollte man genauso oft reinigen wie normale. Ich würde mich auf so eine Auslobung nicht verlassen.


Wann und wie sollte man den Abfluss reinigen?
Prof. Markus Egert: Nach jeder Benutzung der Spüle sollten Abfluss und Siebe gründlich gereinigt werden. Siebe kann man zum Beispiel ganz einfach in die Spülmaschine tun.


Hilft es den Kühlschrank mit Essig zu reinigen?
Prof. Markus Egert: Ja, das ist gut, weil Säure Keime tötet. Allerdings muss man den Geruch mögen.


Was kann ich gegen schwarze Schimmelflecken in der Dusche tun und sind diese gefährlich?
Prof. Dirk Bockmühl: Schimmelflecken in der Dusche sind eher ein ästhetisches Problem, sollten aber nicht überhand nehmen. Zur Vermeidung sollte die Dusche am besten gut austrocknen, also lüften und ggf. auswischen.


Sollte man die Spülmaschine auch leer waschen lassen? Kann man so Keime beseitigen?
Prof. Markus Egert: Man sollte ab und an mit hoher Temperatur waschen. Dabei darf das Geschirr in der Maschine sein.


Wie oft soll man die Bettwäsche wechseln?

Prof. Dirk Bockmühl: Empfohlen wird, die Bettbezüge alle 2-3 Wochen zu wechseln. Unter bestimmten Bedingungen, z. B. bei Allergikern, kann es auch sinnvoll sein, das häufiger zu tun.

Wie bedenklich sind Milben in Betten, wie schützt man sich?

Befinden sich Milben auch in Latexmatratzen?

Prof. Dirk Bockmühl: Generell ist das möglich, solange genug Nahrung z.B. in Form von Hautschuppen vorhanden ist.


Woher weiß ich wie viel Milben ich habe in meinem Bett?
Prof. Dirk Bockmühl: In der Apotheke gibt es Tests, die grob nachweisen können, ob ein starker oder schwacher Milbenbefall vorliegt.


Gehen Bett-Milben auch an Menschen oder beißen sie?

Prof. Dirk Bockmühl: Hausstaubmilben beißen und stechen nicht. Sie übertragen auch keine Krankheiten. Das einzige Problem ist die mögliche Allergie.


Sollte man Badetücher täglich austauschen?

Prof. Markus Egert: Nein, das wäre zu oft (immer davon ausgehend, dass jemand gesund ist und nicht z.B. Hautkrankheiten oder Fußpilz hat). Für Normalgesunde reicht es, das Badetuch ein bis zweimal die Woche zu wechseln. Man sollte sie bei 60° mit einem Vollwaschmittel waschen.


Ab wie viel Grad sollte man Wäsche waschen, damit sie hygienisch ist?

Prof. Dirk Bockmühl: Hygienisch anspruchsvolle Textilien sollten mindestens bei 40° gewaschen werden. Ab dieser Temperatur wirkt nämlich die Bleiche auch erst richtig.


Wie oft sollte man Schwämme\Geschirrhandtücher wechseln? Und gibt es eine gute Alternative für Schwämme?
Prof. Markus Egert: Schwämme sollte man wöchentlich wechseln, Bürsten sind besser als Schwämme zum Reinigen von Geschirr, da sie schneller trocknen und eine kleinere Oberfläche haben. Geschirrhandtücher sollte man bei 60° mit einem Vollwaschmittel waschen und so länger verwenden.


Stimmt es das die Keimbelastung in der gewohnten Umgebung eher unbedenklich ist?
Prof. Markus Egert: Ja, das kann man in etwa so sagen. Außerhalb der eigenen vier Wände wird das Immunsystem mehr gefordert. Eine Ausnahme sind Kinder, die auch zu Hause stets für mikrobielle Abwechslung sorgen.
 

Ist es nicht unvorteilhaft für die Gesundheit und Abwehrkraft, wenn man zu viel desinfiziert und reinigt?

Prof. Dirk Bockmühl: Es ist zwar für das Training unseres Immunsystems wichtig, vor allem im Kindesalter mit Mikroorganismen in Kontakt zu kommen, aber die einfache Gleichung zu viel Reinigung und Desinfektion macht krank, stimmt so nicht.


Stimmt es, dass man sich 30 Sekunden lang die Hände waschen muss?
Prof. Markus Egert: Ja, eine gründliche Reinigung der Hände dauert ca. 20-30 Sekunden.


Wie häufig reinigt man eigentlich die Toilette in der Woche? 

Prof. Markus Egert: Je nach Benutzung sollte man sie mehrmals wöchentlich reinigen. In einem Zwei-Personen-Haushalt sollte das schon ein- bis zweimal in der Woche passieren. Auch unter der Brille und unter dem Rand säubern!


Wie sieht es eigentlich mit Klobürsten aus? Sind dort nicht unzählige Bakterien drauf? Wie oft sollte man die wechseln?
Prof. Markus Egert: Klobürsten sind fäkal verunreinigt und enthalten viele Keime. Sie sollten genau wie der Klobürstenhalter regelmäßig gereinigt und ab zu (monatlich bis halbjährlich) ersetzt werden.


Sind die Haltestangen in Bus und Bahn so bakteriell verseucht, wie man denkt?
Prof. Markus Egert: Nein sind sie nicht. Trotzdem macht es Sinn, sich nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Hände zu waschen.


Ist das Geschirr genau so sauber, wenn man es mit Hand wäscht, wie in der Spülmaschine?
Prof. Markus Egert:
Nein, mit Handwäsche verbleiben sicherlich ein paar Keime mehr auf dem Geschirr. Aber das ist nicht schlimm. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Haushalten mit Handwäsche Kinder weniger unter Allergien leiden.