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Hautkrebsgefahr verkannt: Schockdiagnose für Bachelorette Jessica Paszka – und ihr radikales Umdenken

"Ich habe alles dafür getan, braun zu sein," erzählt Jessica Paszka. Dann der Schock: Die Haut der 28-Jährigen zeigte plötzlich Veränderungen, die einen sofortigen Eingriff erforderten. Wie viele junge Frauen hatte sie für einen perfekten Teint ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Inzwischen denkt sie anders darüber.

Jessica Paszka bei der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung bei Dr. Uta Schlossberger.

Jessica Paszka bei der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung bei Dr. Uta Schlossberger.

"Ich bin selbst nach Solarium mit Bräunungsbeschleuniger noch in die Sonne gegangen", gibt Jessica Paszka offen zu. Vor nicht allzu langer Zeit habe sie einfach alles für einen perfekt gebräunten Teint getan, so die Ex-Bachelorette. Inzwischen denkt die 28-Jährige anders darüber. Bei einer Routineuntersuchung 2010 hatte ihr Hautarzt ein auffälliges Muttermal an ihrem Bein entdeckt, das umgehend operiert wurde. "Mein Hautarzt hat mich super entsetzt angeschaut, wie braun bin. Und dann hat er mein nicht so schönes Muttermal am Bein gesehen. Das  war braun-schwarz  und rundum feuerrot", so Paszka. Insgesamt musste die damals gerade 20-Jährige drei chirurgische Eingriffe über sich ergehen lassen. Noch hatte sich kein Hautkrebs entwickelt, doch seitdem ist sie gewarnt: "Da merkt man erstmal, wie leichtsinnig man ist – wie man mit seiner Gesundheit spielt und das einfach nicht ernst genommen hat."

Michael Krämer hatte nicht so viel Glück. Als er nach einer Mountainbike-Tour einen Sonnenbrand am Ohr hatte, wollte ein altes Muttermal dort einfach nicht heilen. Es nässte, wurde größer und veränderte sich. Im Mai 2017 wurde ein "Malignes Melanom" diagnostiziert: Hautkrebs. "Die Diagnose hat mich überfahren wie ein Lkw", erzählt der 32-Jährige. Das Melanom hatte innerhalb kürzester Zeit Metastasen in die Lymphknoten gestreut. Michael Krämer wurde operiert und dabei auch ein Teil des Ohres entfernt, sowie die Tochtertumore am Hals. Noch immer muss er wöchentlich zur Immuntherapie.  Ohne diese Therapie läge die Rückfallquote für Michael Krämer bei 70 bis 80 Prozent, da mehrere Lymphknoten involviert waren, so Dermatologin Dr. Jessica Hassel.

"Jeden Tag kann der Krebs zurückkommen"

Michael Krämer ist nach einem Jahr noch immer krankgeschrieben. "Jetzt ist die Therapie mein Lebensalltag. Alles andere ist in den Hintergrund gerückt." Im September wolle er seine Ausbildung  zum Heizungstechniker wieder aufnehmen.  Die Krebserkrankung  habe seine Einstellung zum Leben verändert, sagt er: "Man lebt jeden Tag  intensiver. Weil jeden Tag die Diagnose kommen kann, dass der Krebs zurück ist", so Krämer.

Hautkrebs mit Anfang 30 – meist eine Folge von Sonnenschäden aus der Kindheit. Sie sind mitverantwortlich für sich später bildende Melanome. Doch für Millionen Menschen ist Braun-werden im Urlaub noch immer  extrem wichtig. Das Hautkrebs-Risiko  wird nach wie vor von vielen unterschätzt. Michael Krämer und Jessica Paszka können nur davor warnen, sich der Sonne zu unbedacht auszusetzen - zumal bloß aus Bequemlichkeit oder für einen vermeintlich schön gebräunten Teint. Die Folge sind zunächst mehr Muttermale auf der Haut. "Die Anzahl und die Größe der Muttermale erhöhen das Risiko insgesamt", erklärt Hautärztin Dr. Uta Schlossberger. Auf welche Warnzeichen man sonst noch achten sollte, um Hautkrebs früh zu erkennen, lesen Sie hier.

Studiogespräch am 25.07.2018: "Hautkrebs ist eine chronische Kranheit, die wiederkommen kann"
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