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Beleidigungen im Internet: So können Sie sich gegen Hasskommentare und Mobbing wehren

In den sozialen Netzwerken wird zunehmend geschimpft, gehasst und offen beleidigt. Häufig geht es auch weit unter der Gürtellinie, und das von Menschen, die man gar nicht kennt. Doch das müssen Sie nicht hinnehmen. Es gibt Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren.

Was ist Internet-Mobbing oder Cyber-Mobbing?

Menschen durch Kommentare oder in Nachrichten zu diffamieren, scheint für manche Leute geradezu ein Sport zu sein. Im Internet verroht die Sprache zusehends. Unter Cyber-Mobbing versteht man ganz allgemein das Mobbing über elektronische Medien wie E-Mails, Chat-Programme, über soziale Netzwerke oder per SMS ab. Die Täter beleidigen ihre Opfer, bedrohen sie, stellen sie in sozialen Netzwerken bloß oder verbreiten Verleumdungen, Videos oder Fotos. Vielfach können sie weitgehend anonym bleiben.

Einer Umfrage zufolge kennt fast jeder vierte Jugendliche und junge Erwachsene jemanden in seinem Bekanntenkreis, der über das Internet fertig gemacht wurde. 14 Prozent sagen sogar, dass über sie selbst bereits Unwahrheiten im Netz verbreitet wurden. Jugendliche über 14 Jahre sind von Cyber-Mobbing stärker betroffen sind als jüngere.

Hier finden Sie einen ausführlichen Blog-Artikel von Medienrechtler Christian Solmecke inklusive Videos zum Thema Mobbing auf Facebook

Eine Broschüre über Cyber-Mobbing und was Sie dagegen tun können vom Bundesfamilienministerium gibt es hier zum kostenlosen Download.

Ein spezielles Cyber-Mobbing-Gesetz gibt es bisher nicht. Die derzeitige Rechtslage reicht aber aus, derartiges Handeln zu verfolgen und zu ahnden - je nach Fall kann das für Täter eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen. Als Straftaten kommen dabei Beleidigung (§ 185 StGB), üble Nachrede (§ 186 StGB), Verleumdung (§ 187 StGB) oder Bedrohung (§ 241 StGB) in Frage. Zudem hat jeder Mensch das Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG). Weitere Informationen dazu

Opfer von Cyber-Mobbing können sich also in vielen Fällen auf zivilrechtlichem Wege wehren, vor allem, um Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche durchzusetzen. Je nach Schwere einer Beeinträchtigung können unter Umständen auch Schmerzensgeldansprüche bestehen.

Um beweiskräftig gegen Cyber-Attacken vorgehen zu können, sollten Beweise gesammelt werden: Screenshots machen ("Druck"-Taste auf der Tastatur) und Kommentare per Copy-Paste in ein Textdokument kopieren und sichern, den Monitor abfotografieren usw. Außerdem lassen sich die Internetmobber im Profil der Opfer in sozialen Netzwerken blockieren. 

Was Sie sonst noch tun können

Entlarven und entkräften

Es ist nicht jedermanns Sache, aber wer es geschickt anstellt, kann negative oder unangebrachte Kommentare entkräften, ihnen mit Fakten begegnen und so den Wind aus den Segeln nehmen. Doch das hängt stark vom Inhalt des Kommentars ab – und kann gerade bei Beleidigungen – auch ins Gegenteil umschlagen und den Provokateur zu weiteren Aktionen anstacheln.


Kommentare melden

Bei Facebook und auch in anderen Foren und Communitys nutzen bereits viele User die Möglichkeit, Hasskommentare zu melden. Rein juristisch sind Seitenbetreiber in Deutschland (auch Facebook) dazu gezwungen, insbesondere rassistische und volksverhetzende Kommentare zu löschen.


Strafrechtlich relevant?

Während verbale Beleidigungen früher schwer bewiesen werden konnten, kann ein Kommentar als Beweismittel dienen. Einige Landespolizei-Behörden bieten an, online über ein Formular Hinweise zu geben, denen die Polizei nachgehen sollte, vor allem wenn es sich um volksverhetzende Kommentare handelt. Unter anderem die Polizei Niedersachsen, bei der speziell "strafrechtlich relevante Inhalte im Internet" als Hinweis gemeldet werden können.


Anwaltlich Hilfe beauftragen

Wer dem Zauber ein Ende bereiten will, kann in manchen Fällen über die Hilfe eines Anwalts nachdenken. Dabei ist vor allem die Durchsetzung von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen denkbar und sinnvoll. Ein offizielles Schreiben an den Täter kann schon Wunder wirken – vorausgesetzt, er ist identifiziert. Einige Rechtsschutzversicherungen decken das Einschreiten bei Internetmobbing und Rechtsstreitigkeiten in Internetangelegenheiten übrigens mit ab.


Weitere Informationen über Mobbing finden Sie hier

Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?