HOME

Bonitätsauskünfte: Was die Schufa über Sie weiß

Kreditwürdig oder nicht? Wie die Schufa das berechnet, bleibt ihr Geheimnis. Ganz wehrlos sind Verbraucher aber nicht. Was die Schufa über Sie weiß und was Sie im Zweifel dagegen tun können.

Bei der Schufa gespeicherte Kreditdaten sind manchmal fehlerhaft.

Bei der Schufa gespeicherte Kreditdaten sind manchmal fehlerhaft.

Plötzlich nicht kreditwürdig - und keine Ahnung warum. Die Schufa muss jedoch nicht verraten, wie sie ihre Scores berechnet, entschied der Bundesgerichtshof in einem Urteil Anfang des Jahres. Jeder kann aber Informationen darüber verlangen, welche Daten die Schufa gespeichert hat und überprüfen, ob sie stimmen. Denn teilweise sind die Daten, die Auskunftdateien über uns speichern, unvollständig oder fehlerhaft. Eine eigene Überprüfung der Daten kann demnach ratsam sein.

Was für Daten speichern Auskunfteien über mich?

Die Unternehmen speichern zum einen Personendaten wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift, zum anderen Finanzmerkmale wie Anzahl der Konten, Kredite, Handy- und Leasingverträge, unbezahlte Rechnungen oder Insolvenzen. Laut Gesetz dürfen sie nur rechtskräftig festgestellte offene Forderungen berücksichtigen. Die Höhe des Einkommens oder die Höhe des Kontostands werden nicht gespeichert.

Ganz konkret sind es bei der Schufa beispielsweise folgende Daten:

Kontaktdaten:

Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, (Geburtsort), (Geburtsname), aktuelle Anschrift, frühere Anschriften/"Umzugsverhalten"

Art, Gegenstand und Zahlungsbedingungen von Geschäften:

Kredit- und Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit, Eröffnung von Konten (Girokonto, Pfändungsschutzkonto), Zahl und Art der Kreditkarten, Telekommunikationskonten, Kundenkonten bei Handelsunternehmen und Versandhandel

Auffälligkeiten im Zahlungsverhalten

: Forderungen, die fällig, gemahnt und nicht bezahlt sind, Forderungen nach gerichtlichen Entscheidungen und deren Erledigung, Missbrauch von Konten/Kreditkarten nach Nutzungsverbot, Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen, amtlichen Bekanntmachungen (z.B. Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte), Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, private Insolvenzverfahren

Anfragen, die Sie stellen für

: Konditionen für Kretite, Versicherungen oder in anderen Branchen.

Was machen sie mit diesen Daten?

Die Auskunfteien schätzen mit Hilfe dieser Daten und einem mathematisch-statistischen Verfahren (das so genannte Scoring) das Zahlungsverhalten eines Verbrauchers ein. Die Daten müssen laut Gesetz für die Wahrscheinlichkeit relevant sein, dass ein Kunde zahlen kann - nur Anschriftendaten genügen nicht mehr. Ihre Scoring-Werte verkaufen die Auskunfteien an Banken, Telefonanbieter oder Versandhändler. Die wiederum nutzen den Scoring-Wert, um einen Kunden vor Vertragsabschluss einzustufen. Je nach Wert muss ein Kunde etwa Vorkasse leisten oder darf auf Rechnung zahlen, bekommt einen günstigen Kredit oder muss dafür mehr Zinsen aufbringen.

Welche Auskunfteien gibt es?

Die größte Auskunftei mit Einträgen von mehr als 66 Millionen Verbrauchern ist die Schufa. Damit hat sie etwa Dreiviertel aller Deutschen erfasst. Die Schufa ist damit die wichtigste Auskunftei, da sie die meisten Daten zum Finanzverhalten von Privatpersonen speichert und ihre Scoring-Werte von rund 8000 Firmenkunden genutzt werden. Nach der Schufa sind Accumio, Bürgel, Creditreform, Deltavista und Infoscore die fünf größten. Darüber hinaus gibt es im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen mehr als hundert Firmen, die Risikodaten ermitteln.

Warum gibt es solche Auskunfteien überhaupt?

Die Gründung der Auskunftei Schufa geht bis in die 20er Jahre zurück, als die Berliner Elektrizitätsgesellschaft ihren zahlungswilligen Kunden besondere Angebote unterbreitete. Danach wurde die Zahlungswürdigkeit vieler Kunden dokumentiert, woraufhin sich eine "Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung" mit mehreren Zweigstellen in ganz Deutschland gründete. Viele Unternehmen und Banken wollten damals schon wissen, welche Bürger zahlen können - und welche nicht immer. 1952 ging daraus die "Bundes-Schufa" hervor, die später die Schufa Holding AG wurde. Eine Aktiengesellschaft, deren Gesellschafter hauptsächlich Banken und andere Handelsunternehmen sind. Der Handel mit Daten zur Bonität lohnt sich, sodass sich weitere privatwirtschaftliche Auskunfteien gründeten. Allerdings werden ihnen auch Vorschriften gemacht, beispielsweise hinsichtlich Datenschutz: Kundendaten dürfen nur dann an die Schufa übermittelt werden, wenn die Kunden einverstanden sind. Dazu müssen sie über die sogenannte "Schufa-Klausel" (z.B. bei einem Kredit) zustimmen.

Wie kann ich meine bei der Schufa gespeicherten Daten überprüfen?

Verbraucher können bei jeder Auskunftei eine Auskunft über ihre Scoring-Werte und gespeicherten Daten verlangen - einmal im Jahr ist das laut Gesetz kostenlos. Laut der Bundesdatenschutzbeauftragten sollte folgendes abgefragt werden: die gespeicherten Daten und und woher die Angabe stammen, die Empfänger dieser Daten, die aktuellen und die in den vergangenen zwölf Monaten weitergegebenen Scoring-Werte sowie eine "individuelle und einzelfallbezogene Erklärung" dieser Werte.

Übersicht kostenlos bestellen


Eine einfache Übersicht über die von Ihnen gespeicherten Daten nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz können Sie bei der Schufa anfordern. Auf der Internetseite der Schufa können Sie das entsprechende Antragsformular unten auf dieser Seite ausdrucken und dann ausgefüllt an die Schufa schicken.

Die Antwort der Schufa gibt Auskunft, woher die Daten von Ihnen stammen und an wen sie weitergeleitet wurden. Informationen dazu finden Sie hier.

Was tue ich, wenn meine Daten falsch sind?

Die Auskunfteien müssen falsche Daten berichtigen. "Finanztest" empfiehlt, einer formlosen, schriftlichen Beschwerde Unterlagen beizulegen, die den Fehler beweisen. Bis zu einer Klärung müssen die Auskunfteien die Daten sperren.

Kann ich meinen Score beeinflussen?

Die Auskunfteien geben nicht preis, wie genau sie die Scores berechnen. Zum Beispiel, welche Daten welches Gewicht haben. Sie verweisen auf ihr Betriebsgeheimnis. Zurecht, wie der BGH entschied. Solange die Auskunfteien nicht mehr Auskunft geben müssen, wird unklar bleiben, wie der Einzelne seinen Score verbessern könnte.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.