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Charité testet Mittel gegen Alkoholsucht: Große Hoffnung für Alkoholkranke

Es klingt unglaublich: Olivier Ameisen ist Kardiologe und auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Doch von Versagensängsten geplagt, flüchtet er sich in die Sucht. Er wird Alkoholiker. Entziehungskuren, Selbsthilfegruppen und Psychotherapien können ihm nicht helfen. Durch Zufall stößt er dann auf Baclofen, ein Mittel gegen Muskelkrämpfe.

Im Tierversuch zeigt das Medikament eine verblüffende Wirkung gegen die Sucht. Ameisen macht einen Selbstversuch. Mit Erfolg: Seit nunmehr fünf Jahren spürt er kein Verlangen mehr nach Alkohol. Dazu kommt: Die Nebenwirkungen der "Wunderpille" sind gering. Eine Entdeckung, die in Fachkreisen für viel Aufsehen sorgt - und Experten als "vielversprechend" einschätzen.

Die Charité Berlin testet das Mittel nun in einer eigenen Studie. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, sagt, die Pille könne durchaus das Verlangen nach Alkohol unterdrücken. An einen langfristigen Erfolg ohne Psychotherapie und ärztliche Aufsicht glaubt er jedoch nicht.

Sieben Alkoholkranke werden an der Charité derzeit mit Baclofen behandelt. Ihre Dosis wird nach und nach erhöht. Die Wirkung ist in den meisten Fällen positiv: Das Verlangen nach Alkohol nimmt ab.

Wie Baclofen wirkt, warum die Behandlung mit dem Medikament noch keine offizielle Therapiemöglichkeit ist, sowie weitere Informationen über Alkoholismus können Sie hier nachlesen.