HOME

Zwergschimpanse im Zoo Wuppertal: Gebissen und gemobbt: Darum sorgen sich Tierschützer um Bonobo Bili

Bonobo Bili hat es zur Zeit nicht leicht. Der Neuzugang im Wuppertaler Zoo wird von seinen Artgenossen nicht akzeptiert - und muss ordentlich einstecken. Lösungsvorschläge für das Problem bringen Tierschützer auf die Palme. Ist das Leben von Bili in Gefahr?

Zwergschimpanse Bili.

Zwergschimpanse Bili kurz vor seiner Integration in die Bonobo-Horde im Frankfurter Zoo (2009).

stern TV kennt Bili schon eine ganze Weile. Wir waren mit der Kamera dabei, als der kleine Bonobo vor knapp zehn Jahren in den Frankfurter Zoo kam. Der Affenjunge war von seiner Mutter verstoßen worden, ein schwaches Kerlchen mit einem schweren Start ins Leben. In Frankfurt wurde Bili damals in eine bestehende Horde integriert. Dort glückte es. Im November wurde Bili nun von Frankfurt nach Wuppertal gebracht, wo er in der Affenbande dort für Nachwuchs sorgen soll. Doch es kam anders, als erhofft: Der Zwergschimpanse wird nicht in die Gruppe integriert. Stattdessen wird er von seinen Artgenossen gebissen, verprügelt und attackiert. Auf Bildern von ihm sind mitleiderregende Verletzungen zu erkennen. Mittlerweile sorgt der "Fall Bili" bundesweit für Empörung.

stern TV traf in Wuppertal Carsten Knott, der sich von Bilis Zustand ein Bild machen will. Der Tierpfleger aus Frankfurt hat das Bonobo-Männchen damals per Hand aufgezogen. Auf den ersten Blick scheint der Affe stark verwundet, sagt auch Carsten Knott: "Für Außenstehende sieht das natürlich noch schlimmer aus, weil wir nicht aktiv werden können. Wir können da kein Pflaster drauf machen oder einen Verband. Und dann wirkt es schnell so, als würde sich keiner kümmern."  

Das befürchten auch viele Tierschützer, am Sonntag zu einer Demonstration vor dem Zoo auf, um eine Umsiedlung des Bonobo-Affen zu fordern. "Er ist nicht in der Lage sich zu wehren. Man kann dem Tier das nicht länger zumuten. Und wenn es einem Tier nicht gut geht, guck ich nicht weg", so Demonstrantin Petra Bente. Per Petition fordert die Tierschützerin dass Bili aus der Wuppertaler Kolonie genommen wird und in eine Auffangstation in England kommt – zurück zu seinen Wurzeln, wo er vor zehn Jahren zur Welt kam.

"Bili ist ein ganzes Stück gegangen, um Bonobo zu werden."

Damals hatte die Mutter den Kleinen nicht akzeptiert und verstoßen, so dass er zu Ziehvater Carsten Knott nach Frankfurt kam, der ihn mit der Flasche aufzog. Für gewöhnlich schützen Bonobo-Mütter ihre Kinder, solange sie leben. Im Frankfurter Zoo musste das zunächst ein Mensch übernehmen. Nach zwei Monaten jedoch war der Zeitpunkt gekommen, den Affenjungen seinen Artgenossen zu überlassen. "Klar ist das traumatisch, wenn du dann plötzlich zu den behaarten, schwarzen Großen kommst, die auch ganz andere Sachen machen, als Menschen", so Carsten Knott damals. Immerhin: Im Gehege übernahm Affendame Zomi bald die Aufgabe der Ziehmutter und kümmerte sich liebevoll um den kleinen Menschenaffen. "Bili ist ein ganzes Stück gegangen um Bonobo zu werden."

Bili als Bonobo-Baby 2009. Die Mutter hatte ihn verstoßen, weshalb er im Frankfurter Zoo zunächst mit der Flasche aufgezogen wurde.

Bili als Bonobo-Baby 2009. Die Mutter hatte ihn verstoßen, weshalb er im Frankfurter Zoo zunächst mit der Flasche aufgezogen wurde.

Der Umzug nach Wuppertal sei aus genetischen Gründen notwendig gewesen, erklärt Tierpfleger Carsten Knott: "Wir ein anderes Weibchen gekriegt, mit dem Bili sich auf keinen Fall fortpflanzen durfte. In Wuppertal passt er genetisch gesehen am besten von allen anderen Populationen." Von der Auffangstation in England hält Knott nichts: Bili hätte dort keinen einzigen Bonobo-Kollegen. Außerdem seien Revierkämpfe ganz normal. "Manchmal geht das unter Bonobos bis zu Amputationen von Fingerspitzen. Ich kenne da also noch ganz andere Sachen", so der Pfleger.

Der Wuppertaler Zoo hat derweil Maßnahmen ergriffen, um Bili zu schützen: Um die Situation zu entspannen, wird er phasenweise von seinen Artgenossen separiert. Während unserer Dreharbeiten gingen die Tore des Geheges zwischenzeitlich auf, doch Bili wurde nicht direkt angegriffen. Heute hat sich stern TV noch einmal ein Bild der Lage gemacht: Es bleibt friedlich. Bleibt zu hoffen, dass Bili es jetzt geschafft hat und sich bald wohl fühlt in seiner neuen Horde – vielleicht mit einem Weibchen, das ihm besonders gut gefällt.


Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.