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Das stern TV-Zuckerexperiment: Diese Familie lebt einen Monat zuckerfrei: Was bringt das?

35 Kilogramm Zucker! So viel nimmt jeder von uns pro Jahr auf. Viermal mehr, als gut für uns wäre. Und die wenigsten ahnen das überhaupt, weil sich der Zucker in unzähligen Lebensmitteln versteckt. Wie soll man es also schaffen, weniger Zucker zu essen? Dieses Experiment wird es zeigen.

"Ich esse im Prinzip nur das, was mir schmeckt und  schaue nicht darauf, wie viele Kalorien oder sonstige Sachen da drin sind", sagt Carsten Posner. Damit ist der Familienvater nicht allein. Wer studiert schon ständig die Zutatenlisten aller Lebensmittel? Doch für den 48-Jährigen und seine ganze Familie ist damit jetzt Schluss. Carsten Posner und seine Frau Claudia wollen mit ihren drei Kindern einen Monat lang komplett auf Zucker verzichten. Worauf sich die fünfköpfige Familie aus Brandenburg da eingelassen hat, wird ihnen schon nach kurzer Zeit schmerzlich bewusst: Alle Lebensmittel, die in irgendeiner Weise Zucker enthalten, werden im Haushalt eingesammelt. Pudding, Chips, Nutella, Säfte, selbst die Bananen von Vater Carsten und Mutter Claudia muss auf ihre tägliche Cola verzichten. Selbst süße Alternativen wie Honig, Sirup, Dicksäfte oder Süßstoffe wie Stevia oder Aspartam sind vier Wochen lang tabu. Eine Süß-Entwöhnung auf die harte Tour also. Und ein Lernprozess, denn selbst der Wocheneinkauf wird plötzlich zur Herausforderung. Es ist nämlich gar nicht so leicht, außer Gemüse, Milch und Fleisch überhaupt Lebensmittel ohne Zuckerzusatz zu finden. "In den letzten Jahrzehnten wurde in viele Produkte sehr stark Zucker beigemischt", erläutert Oliver Huizinga von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Die Begründung: "Uns schmeckt es gut und wir essen tendenziell mehr von den Produkten, wenn mehr Zucker drin ist. Und deshalb setzen die Hersteller Zucker zu." Tatsächlich: Nicht einmal Brot oder saure Gurken sind zuckerfrei. Und obwohl die Eltern und ihre drei Kinder auf ihre Lieblingsspeisen verzichten, wird der Einkauf am Ende auch noch fast doppelt so teuer, als sonst. Ist es trotzdem eine gute Idee, eine Zuckerdiät zu machen? Der weitere Verlauf des Experiment soll es zeigen: Ändert sich das Schlafverhalten der Fünf? Wird das Hautbild besser? Macht Zuckerverzicht geistig fitter? Und was kostet ein zuckerfreies Leben?

Anlass für den ungewöhnlichen Selbstversuch sind die erschreckenden Zahlen zum Zuckerkonsum der Deutschen: Demnach isst jeder durchschnittlich rund 35 Kilo Zucker pro Jahr, das entspricht etwa 33 Zuckerwürfeln am Tag. Damit ist die tägliche Dosis des Süßstoffs vier Mal höher als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen – mit fatalen Folgen:

Immer mehr Deutsche leiden an Übergewicht, Diabetes und schlechten Zähnen. Allerdings ist sich dessen kaum jemand bewusst, denn die Industrie trickst mit Begriffen und Zuckeralternativen auf den Zutatenlisten, um die Produkte möglichst schmackhaft zu machen - ohne den Zucker beim Namen zu nennen. Wurst, saure Gurken, Pizza oder Konserven – auf den ersten Bissen vermutet man in diesen Produkten keinen Zucker. Und doch treiben sie unseren Zuckerkonsum weiter in die Höhe. Insgesamt gibt es neben dem Begriff Zucker 70 Bezeichnungen für andere Zutaten, die ebenfalls zum Süßen dienen oder zum Zuckergehalt eines Produkts beitragen. Bei 16 davon kommt "Zucker" im Namen vor, wie etwa bei Malzzucker. Schwieriger wird es bei Zuckeralkoholen und Süßstoffen, von denen es 14 Zutaten gibt, die nicht offensichtlich als süßende Mittel erkennbar sind. Darüber hinaus gibt es aber noch 40 weitere süßende Zutaten – etwa Maltose, Dextrose –, die ein Großteil der Verbraucher nicht als das erkennt, was sie sind: Zucker.

Schätzen Sie: Wie viel Zucker steckt in diesen Lebensmitteln?

    Wie viel Gramm Zucker enthält eine Tafel Schokolade (100 Gramm)?

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