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Kampf gegen die Zwangsstörung: Warum Hanka Rackwitz nach der Therapie ganz neue Probleme hat

Seit einem Jahr kämpft Hanka Rackwitz in Therapien gegen ihre Zwangsstörung. Es ist ein langer Weg voller Rückschläge. Besonders schwer fällt es ihr, das Leben ohne die vertrauten Zwangshandlungen zu auszufüllen: "Ich muss das jetzt alles irgendwie lernen. Und das auch noch ganz alleine." 

Mut zur Selbsttherapie: Hanka Rackwitz kümmert sich um den Hund ihrer Schwester.

Mut zur Selbsttherapie: Hanka Rackwitz kümmert sich um den Hund ihrer Schwester.

Im Herbst 2016 machte Hanka Rackwitz ihre Zwangserkrankung bei stern TV öffentlich. Trotz ihrer psychischen Störung ging sie ins RTL-Dschungelcamp, wo sie sich tapfer zeigte. Etliche Zuschauer zweifelten an ihren angeblichen Zwängen. Doch Bilder aus ihrem Alltag machten deutlich: Hanka Rackwitz hat große Probleme.

Nach dem Dschungelcamp begab sich die ehemalige TV-Maklerin in stationäre Konfrontationstherapie. Dafür verbrachte sie neun Wochen in der Schönklinik in Prien am Chiemsee. Sie fasste neuen Lebensmut, ihre Zwangshandlungen und Ängste wurden weniger. Doch Hanka Rackwitz fiel in ein tiefes Loch, litt unter Depressionen: Wie solle ihr Leben ohne die Zwänge nun aussehen, was soll sie tun? "Das Schlimme war, dass die Depressionen schlimmer waren als die Zwänge. Das ist wie Tod", sagt Hanka. "Dich gibt’s eigentlich gar nicht mehr. Du willst nichts, du bist nichts, du glaubst an nichts, du fühlst nichts." In der Klinik sei ihr alles leichter gefallen, dort seien die Therapeuten gewesen, die sie für jeden Fortschritt gelobt hätten, die Mitpatienten, die sich mitgefreut hätten und ein strukturierter Tagesablauf. All das fehle ihr natürlich zuhause in ihrem Dornröschen-Schloss in Mücheln. Die Familie böte wenig Unterstützung, weil das Verständnis für die Erkrankung fehle.

"Was hast du dreißig Jahre lang gemacht?"

Ende letzten Jahres ging die 48-Jährige deshalb erneut für mehrere Wochen in die Klinik. Die Ärzte hatten mit Rückschlägen gerechnet – sie sind typisch für den Verlauf einer Therapie bei Zwangserkrankungen. Die therapeutische Unterstützung in der Klinik hat sie wieder stabilisiert. "Als ich in der Klinik gemerkt habe, dass es tatsächlich möglich ist, dass die Zwänge gehen, war das eigentlich ein Grund zur größten Freude für mich", erzählt Hanka. "Aber zeitgleich war da auch das Erwachen in der Realität: Was hast du dreißig Jahre gemacht? Was hast du dir angetan? Was hätte aus dir werden können? Und jetzt muss ich versuchen das Restchen Hanka, was noch da ist, zusammenzukehren und daraus etwas zu bauen. Mit fast Fünfzig ist das nicht mehr so einfach."

Mittlerweile ist Hanka Rackwitz wieder zu Hause in Mücheln, wo sie weiter hart an sich arbeiten muss. Denn ihre Sorge ist nach wie vor, wie sie lernt, normal zu leben – ohne die vertrauten Zwangshandlungen: "Die Zwänge haben mir für nichts Raum gelassen. Ich konnte kein Buch lesen, nicht kochen. Ich muss das jetzt alles lernen. Und das auch noch ganz alleine." 

Zwischen Zuversicht und Zweifeln

stern TV hat Hanka Rackwitz daheim in Mücheln erneut besucht. Was hat ihr die zweite Therapie gebracht? Hanka hat es geschafft, das Tief zu überwinden. Der Preis dafür: Sie hat die Zwänge wieder ein Stück weit in ihr Leben gelassen. Als sie ihre alte Wohnung, aus der sie vor zwei Jahren aus Ängsten auszog, wieder betreten wollte, ist die Kontaminationsangst vor ihren eigenen Sachen noch immer spürbar. Damals glaubte Hanka, die Räume seien "böse", verkeimt. Deshalb zog sie in dem alten Schlossgebäude eine Etage höher. Und auch heute kann sie nicht einmal die Tür berühren, das soll ihre Mutter für sie tun. Hanka hat beim Umzug alle Möbel und Kleider einfach dort zurückgelassen, von denen sie jetzt ein paar Teile zurückerobern will. Aus einem Schrank kann sie sich für ein Teil entscheiden, das für sie "geht". Ein zweiter Schrank ist für Hanka aber per se tabu. "Nicht dieser Schrank", sagt sie.

Die Ängste vor bestimmten Dingen sind noch immer in Hanka Rackwitz' Kopf. Allerdings nur vereinzelt. Denn seit einiger Zeit führt sie den Hund ihrer Schwester Gassi. Das helfe ihr, Struktur in den Tagesablauf zu bringen und andere Menschen kennenzulernen: "Das gefällt mir gut. Ich hab schon wieder neue Leute kennengelernt. Leute kennenzulernen war nie mein Problem. Beziehungen zu stabilisieren, das ist mein Problem. Aber wenn da ein hübscher Bursche kommt, kann man sich ja verabreden zum gemeinsamen Gassi-Gehen."

Hanka Rackwitz ist zwischen Zuversicht und Zweifeln hin- und hergerissen. Immerhin: Noch vor anderthalb Jahren verbrachte sie täglich acht Stunden mit Zwangshandlungen. Heute, so sagt sie, sei es nur noch eine Stunde. Irgendwann gehe sie vielleicht noch einmal in die Klinik zur Therapie: Dann will sie ihre Zwänge endgültig besiegen.





Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.