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GPS-verfolgter Diebstahl: Das passiert mit geklauten Autos

Eine Weile hat es gedauert, dann wurde der präparierte Wagen nahe der polnischen Grenze wirklich gestohlen. Über GPS-Sender, die darin verbaut waren, verfolgte das Reporterteam den Weg der Autoteile.

Kaum gestohlen, schon in Polen? Im vergangenen Jahr wurden 18.000 Autos in Deutschland geklaut. In den seltensten Fällen werden die Fälle aufgeklärt.

Kaum gestohlen, schon in Polen? Im vergangenen Jahr wurden 18.000 Autos in Deutschland geklaut. In den seltensten Fällen werden die Fälle aufgeklärt.

Immer wieder verschwinden Autos beliebter Marken von deutschen Straßen. Welchen Weg die Wagen dann nehmen ist bisher weitgehend unbekannt. Im vergangenen Jahr waren es 18.000 Autos, die in Deutschland geklaut wurden. Die Hochburgen der Autodiebstähle sind Berlin, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. Weniger als ein Fünftel der Fälle werden hier aufgeklärt. Eine Anzeige richtet sich immer "gegen Unbekannt". Wohin verschwinden die Autos und wo tauchen sie wieder auf? Wer steckt hinter den offenbar organisierten Diebstählen? Werden die Autos zerlegt oder gar zu einem Taxi im weißrussischen Minsk umfunktioniert?

Um diese Fragen zu klären hat stern TV gemeinsam mit der Zeitschrift Auto-Bild ein außergewöhnliches Experiment gemacht: Ein mit zwölf Peilsendern ausgestatteter VW Caddy wurde als Köder abgestellt. In der Armaturentafel, in den Sitzen, im Bereich der Türen, in Scheinwerfern und Sitzen und an mehreren anderen Stellen wurden GPS-Systeme unsichtbar verbaut: sechs aktive Peilsender, der Rest passive RFID-Chips, die nur auf Befehl die Position melden. Damit würden das Fahrzeug oder seine Einzelteile auch nach einem Diebstahl weltweit geortet werden können. Das Fahrzeug: Ein VW Caddy, Baujahr 2004, beliebter TDI Dieselmotor, gängige Farbe Blau. Denn: Es sind seltener Neuwagen oder junge Gebrauchte im Visier der Diebe, weil darin oftmals bereits Ortungstechnik vermutet wird. Die Autoklauer konzentrieren sich überwiegend auf Pkw im Alter von vier bis sieben Jahren, vor allem Modelle der Marken VW, BMW und Audi. "Wir haben uns lange überlegt welches Auto wir nehmen sollen", erklärt Claudius Maintz von der Auto-Bild. "Sehr begehrt bei Dieben sind die teuren Autos BMW X6 und X5, Audi Q7, die ganzen Luxusschlitten. Wir haben uns aber für ein relativ normales Auto entschieden, das gerne zur Ersatzteilversorgung geklaut wird."

Grenznahe Orte sind ein begehrtes Zielgebiet

Die Hochburgen der Autodiebstähle sind Berlin, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. Weniger als ein Fünftel der Fälle hier werden aufgeklärt. Für Auto-Schieber sind grenznahe Orte und solche mit Autobahnanschlüssen ein begehrtes Zielgebiet. Auch Görlitz gehört dazu. Allerdings reichte es nicht, das Köder-Fahrzeug dort einfach abzustellen. "Das Auto muss bewegt werden", so Maintz. "Wir wissen von der Polizei, dass die Autobanden ihr Diebesgut sehr genau beobachten, gucken wer das Auto fährt und zu welchen Zeiten es abgestellt wird. Das Auto braucht also eine Legende. Die versuchen wir zu schaffen, indem wir das Auto regelmäßig bewegen, mindestens alle zwei Tage."

Und tatsächlich, nach einigen Wochen meldeten die Peilsender: Das Auto ist weg. Früh morgens hatten die Täter zugeschlagen. Die Reporter machten sich per GPS-Ortung auf Spurensuche. Der Caddy befand sich nur wenige Kilometer entfernt hinter der Grenze zu Polen. Dort galt es für das Team, nicht entdeckt zu werden. "Wenn die Diebe merken, dass sie beobachtet werden, dann werden sie zusehen, dieses Auto ganz schnell zu vernichten, sodass man es nicht mehr wieder finden kann", so Claudius Maintz.

Nach weiteren intensiven Recherchen dann die Gewissheit: "Das Auto ist offensichtlich zerlegt worden. Und wir können zwei Bauteile zweifelsfrei orten: Das Armaturenbrett befindet sich in einem Wohngebiet. Und die Fahrertür in einem Karosserie-Fachbetrieb." Auf dem Autoteilehof angelangt, gaben sich die Reporter als interessierte Kunden für VW-Teile aus – und durften sich umschauen. Sie fanden: blaue Autoteile. Und auch die Nummernschildhalterung vom "Autohaus Weihrauch" lag dort – zweifelsfrei vom dem gestohlenen Caddy. Bei der Konfrontation zeigte sich: Obwohl der Händler zunächst ahnungslos tat, wusste er sehr wohl, wer die blauen Autoteile gebracht hatte. "Ich habe Ihnen schon genug gesagt", so der Mann. "Ich möchte keine Situation herbeiführen, dass mir nachher die Bude abgebrannt wird." Es wurde deutlich, dass der Mann Angst hatte.

Innerhalb weniger Stunden zerlegt

Auch von anderen Orten wurden GPS-Signale gesendet, unter anderem von einem Autositz. Der führte zu einem Einfamilienhaus, auf dessen Grundstück ein blauer VW abgestellt stand. Auf den ersten Blick war die Autotür identifizierbar, die Claudius Maintz zusätzlich mit einem Speziallack behandelt hatte. Der Mann auf dem Grundstück behauptete, er habe sie auf einem Autoteilemarkt gekauft – für 100 Zloti, umgerechnet etwa 25 Euro. Dann ein weiteres Indiz: Derselbe Kratzer an der Stoßstange, den auch das Köderauto aufwies. Doch außer der Konfrontation war für das Reporterteam aus rechtlichen Gründen hier nicht mehr möglich.

Der ganze Caddy war offenbar innerhalb weniger Stunden zerlegt worden, alle Teile tauchten in einem Gebiet von wenigen Quadratkilometern direkt hinter der polnischen Grenze in Zgorzelec wieder auf. Die Recherchen der Reporter hatten sich allerdings ebenso rasant herumgesprochen. "Man sagt, dass die Zgorcelecer Automafia zu den gefährlichsten in Polen gehört", so Claudius Maintz. Um den offiziellen Weg zu wahren und sich keinen weiteren Gefahren auszusetzen, gingen die stern TV-Rechercheergebnisse mit den Adressen an die Polizei in Görlitz. Diesmal war es aber ausnahmsweise keine Anzeige "gegen Unbekannt."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.