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Displayschutz ProtectPax: Irreführende Werbeversprechen werden zurückgenommen

Ein unsichtbarer Displayschutz fürs Smartphone, der sogar einem Hammerschlag standhält? Dieses irreführende Werbeversprechen auf der Verpackung des neuartigen Produktes, das sogar Discounter Aldi vergangene Woche im Angebot hatte, konnte unserem Test nicht standhalten. Eine einstweilige Verfügung sorgte nun für Relativierungen.

Nachdem die irreführende Abbildung mit dem Hammer auf der Verpackung von ProtectPax für Diskussionen sorgte, wurde das Layout der Schachtel geändert.

Nachdem die irreführende Abbildung mit dem Hammer auf der Verpackung von ProtectPax für Diskussionen sorgte, wurde das Layout der Schachtel geändert.

Ist der flüssige ProtectPax wirklich so stark, wie er zu sein scheint? Mit einem Hammer auf das Display hauen - und nichts passiert? Bisher räumte nur ein Hinweis im ganz Kleingedruckten auf der Packungsrückseite darauf hin, dass der Hammer nur symbolisch gemeint sei. Gleich vorne drauf versprach die Schachtel der Flüssigkeit, bekannt aus der "Höhle des Löwen" (VOX): 100% bruch- und kratzsicher.  Auch wenn der Schutz im stern TV-Test vergangene Woche viel aushielt, das Werbeversprechen eines beherzten Hammerschlags konnte er nicht standhalten. Volker Sand, der sein Smartphone für den Test freiwillig mit dem vermeintlichen Wunderschutz behandelt hatte, konnte nur entsetzt auf sein zersplittertes Display starren... Und auch der Test mit einer Metallkugel fiel ab einer Fallhöhe von 70 Zentimetern negativ aus. 

Der Hammer ist Geschichte

Nachdem der flüssige Displayschutz bei Aldi Süd zunächst ein Erfolgsprodukt geworden war, verschwand er kurz darauf spurlos aus den Regalen. Nicht, weil er ausverkauft war. Grund dafür waren mehrere Gerichtsverfahren - unter anderem vom Landgericht in Hagen, wo der "Verband sozialer Wettbewerb" eine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf erwirken will. Es geht um die Werbeaussagen hält bis zu zwölf Monate und 100 Prozent bruch- und kratzfest. Dieses Aussagen seien irreführend. Ergo gibt es jetzt eine neue Verpackung: Der Hammer ist Geschichte und wo die monierten vorher abgebildet waren, heißt es jetzt nur noch einfach anzuwenden. "Je nachdem, wie viel man es benutzt, reibt sich der Schutz früher ab" stellte auch IT-Experte Tobias Schrödel bei stern TV fest. Auch in der näheren Beschreibung heißt es jetzt nur noch: Die Beschichtung nutzt sich ab und sollte regelmäßig erneuert werden. Der Vertreiber von ProtectPax, das Unternehmen DSPro, versichert, es habe sich lediglich die Gestaltung der Verpackung geändert: Das Produkt als solches wurde nie untersagt, daher hat sich am Produkt selber nichts geändert, sondern ausschließlich die Verpackung.

Naja. Und die Aussage darauf.... Denn aus dem Displayschutz wurde jetzt eine Displaybeschichtung. Auch diese dürfte für hammerharte Härteproben weiterhin nicht geschaffen sein.