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Hausbau mit Folgen: Ehepaar Swoboda: Wie aus dem amüsanten Chaos-Hausbau von einst ein Familiendrama wurde

Ein großes Haus mit eigenen Händen bauen: Mit diesem ambitionierten Projekt wurde das Ehepaar Swoboda vor Jahren bei stern TV berühmt. Jetzt macht das Paar wieder Schlagzeilen. Wollte Elke Swoboda ihren Mann am Ende umbringen?

Frank und Elke Swoboda 2011 in ihrem halbfertigen Haus - der Bau geriet immer wieder ins Stocken, auch wegen der Kosten.

Frank und Elke Swoboda 2011 in ihrem halbfertigen Haus - der Bau geriet immer wieder ins Stocken, auch wegen der Kosten.

"In zwei Monaten ist alles fertig", hatte Frank Swoboda aus Solingen seiner Frau Elke versprochen. Das war im Sommer 2003, als stern TV erstmals über das ambitionierte Ehepaar Swoboda berichtete. Damals zog die Familie, bevor es an den Hausbau gehen sollte, zunächst in eine größere Wohnung. Auch dort hatte Polizist Frank neben seinem Schichtdienst alles selbst renovieren wollen. Tatsächlich war zum Zeitpunkt des Einzugs aber kein einziges Zimmer bezugsfertig. Es war und blieb jahrelang eine Baustelle. Damit gingen die Swobodas erstmalig in die Geschichte ein: mit Deutschlands langwierigstem Umzug!

Der Traum von der glücklichen Familie im selbst gebauten Eigenheim

Anschließend wollten die Swobodas aber endlich ihr Eigenheim. Frank und Elke Swoboda hatten beschlossen, für sich, die vier Kinder und auch die Großeltern in kompletter Eigenregie ein großes Mehrfamilien-Haus zu bauen. Wie soll das gehen?, fragten sich 2008 nicht nur die stern TV-Zuschauer.

Das Haus der Swobodas 2010: Von außen sieht es fertig aus, doch innen sind die Räume nur provisorisch ausgebaut und halbwegs bewohnbar.

Das Haus der Swobodas 2010: Von außen sieht es fertig aus, doch innen sind die Räume nur provisorisch ausgebaut und halbwegs bewohnbar.

In Nümbrecht, 70 Kilometer von Solingen entfernt, sollte ein Holzhaus entstehen. Den Innenausbau des 470-Quadratmeter-Hauses wollten die Swobodas komplett selbst stemmen: Dämmung, Fliesen, Decken, Elektrik, Heizung – Zeit und Geld arbeiteten jedoch wieder einmal gegen die Familie. Dabei hatte der Familienvater dafür nur sieben Monate eingeplant – und sich wohl gründlich verplant. Die Bauarbeiten versinken im Chaos. Als die Familie mit sieben Personen schließlich einzog, war noch kein Zimmer fertig. Wegen finanzieller Schieflage kam ein Schuldnerberater, der die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Doch mit Hilfe einer Lebensversicherung und vielen freiwilligen Helfern kam das Paar wieder auf die Beine. Zuletzt berichtete stern TV 2011 über das Projekt der Swobodas. Da war das Haus zwar immer noch nicht fertig - aber auf einem guten Weg

Gericht verhandelt den "Fall Swoboda"

Auch heute, sieben Jahre später, ist  der Traum von der großen glücklichen Familie im selbst gebauten Eigenheim noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Die Swobodas gingen zusammen durch Dick und Dünn. Nun liegt ihr Leben in Scherben. Vielleicht hatten sie sich und der Familie einfach zu viel zugemutet. Denn: Elke Swoboda soll ihren Mann mit Medikamenten vergiftet haben. Wollte sie ihren Mann am Ende umbringen?

Der 54-Jährigen wird vorgeworfen, Frank im August 2016 eine gefährliche Dosis eines verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels in den Saft gemischt zu haben. Ein Freund soll den schwer sedierten Frank Swoboda gefunden und einen Notarzt verständigt haben. Elke Swoboda muss sich dafür vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. stern TV war beim Prozess vor Ort. "Es fanden sich im Blut Beruhigungsmittel, Schlafmittel", heißt es in der Anklageschrift. Das habe Elke Swoboda soweit auch zugegeben. Verhandelt wurde nun, was tatsächlich im Blut und wie gefährlich die Dosis war, so Gerichtssprecher Fabian Krapoth.

Das Motiv der Mutter von vier Kindern: Eifersucht. Sie habe ihn durch das Beruhigungsmittel schläfrig machen wollen, weil er ständig mit seiner Geliebten Nachrichten geschrieben habe. In Frank Swobodas Blut wurde allerdings auch eine große Menge Schmerz- und Schlafmittel gefunden. Wie diese ins Blut gelangten, ist noch unklar. Es sei verwunderlich, dass er das überlebt habe, sagt Franks Anwalt.

Schmerzensgeld, Gefängnis – der Blick zurück fällt schwer

Frank Swoboda, der mit Elke einst gemeinsam für ihre Träume kämpfte, steht ihr heute unversöhnlich gegenüber: "Sehr belastend, sehr emotional, es ist alles sehr schwer", so Frank Swoboda am Montag zu stern TV. "Ich empfinde immer noch Enttäuschung über viele Dinge." Die Gefühle gegenüber seiner Frau seien "nicht sehr gut". Er selbst blicke nur nach vorne. "Wenn ich jetzt nach hinten gucke, wird noch schwieriger", so der Polizist. Seit der Tat soll er  unter Schlaf-, Angst- und Zwangsstörungen leiden. Frank Swoboda fordert mindestens 15.000 Euro Schmerzensgeld. Elke drohen nun zwei Jahre Haft. Der Prozess wird in zwei Wochen fortgesetzt.