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Eizellspende aus dem Ausland: Warum Frauen mit Kinderwunsch ihre Ärzte belügen müssen

Für Paare mit Kinderwunsch, bei denen die Frau keine Kinder bekommen kann, ist eine Eizellspende oft die letzte Möglichkeit. So auch für Stefanie Schmode und ihren Mann. In Deutschland steht dieser Möglichkeit jedoch das Gesetz im Wege. Die Schmodes suchen deshalb Hilfe im Ausland.

Stefanie Schmode (31) und ihr Mann können sich ihren Kinderwunsch nur mit Hilfe einer Eizellenspende erfüllen.

Stefanie Schmode (31) und ihr Mann können sich ihren Kinderwunsch nur mit Hilfe einer Eizellenspende erfüllen.

Als Stefanie Schmode erfuhr, dass sie mit 30 Jahren schon in die Wechseljahre gekommen war, brach für sie und ihren Mann eine Welt zusammen. Dieses seltene Phänomen betrifft auch andere Frauen und ist ganz natürlich, doch für Stefanie und Florian Schmode war es ein Schock. Die beiden hegten einen innigen Kinderwunsch, der unerfüllt bleiben sollte. Es sei denn, Stefanie Schmode würde bei einer künstlichen Befruchtung eine Spender-Eizelle eingesetzt bekommen. Doch das ist in Deutschland nicht möglich. Mediziner, die das erwägen, werden per Gesetz bestraft. Paare wie die Schmodes suchen deshalb Hilfe im europäischen Ausland wie Spanien oder Tschechien, wo eine Eizellspende erlaubt ist und auch Paaren aus Deutschland ermöglicht wird. Die Gesetzeslage hierzulande macht es den Paaren zusätzlich schwer: Die Frauen müssen während der vorbereitenden Behandlungen ihre Ärzte belügen, um sie zu schützen. "Im Vorfeld muss ich jede Menge Untersuchungen machen lassen und ich muss meine Ärzte hier in Deutschland belügen, warum ich diese Untersuchungen machen möchte", erzählt Stefanie Schmode. "Dabei fühle ich mich wie eine Verbrecherin, das ist wirklich kein schönes Gefühl." Selbst durch die Unterstützung einer Eizellspende aus dem Ausland machen sich deutsche Mediziner strafbar. "Wir können es beide nicht verstehen, dass eine Eizellspende in Deutschland nicht erlaubt ist", sagt Florian Schmode.

Beziehung zerbrach an Kinderlosigkeit

Nadine Kubinger und Andreas Reinhold sind diesen Weg dennoch erfolgreich gegangen: Das Paar hat vor fünf Jahren eine künstliche Befruchtung mit einer Eizellspende in Tschechien vornehmen lassen. Zuvor hatte Nadine Kubinger bereits sieben Babys verloren – bis ein Arzt feststellte, dass die junge Frau an einem seltenen Gen-Defekt leidet, durch den die Embryos nicht überlebensfähig sind. Jeder einzelne starb innerhalb der ersten Schwangerschaftsmonate. "Man versteht die Welt nicht mehr. Man ist schwanger, und dann ist man es doch nicht mehr. Andere Frauen gehen raus, haben ihren Mutterpass in der Hand und gehen voller Freude gleich einen Schnuller kaufen. Und ich musste mir überlegen, wann ich ins Krankenhaus zur Ausschabung gehe", erzählt Nadine Kubinger. "Ich wünsche das tatsächlich niemanden, ein Kind in sich zu tragen und zu wissen man darf es nicht bekommen. Das ist auch heute noch das Schlimmste, was mir bisher passieren konnte." Damals war sie noch mit ihrem ersten Mann verheiratet, doch die Beziehung zerbrach an der Kinderlosigkeit.

Biologischer Vater und eine echte Schwangerschaft

Als Nadine Kubinger vor sieben Jahren Andreas Reinhold kennenlernte, sprach sie mit ihm sofort offen über ihre Unfruchtbarkeit. Die beiden suchten gemeinsam nach einer Möglichkeit, wie sie trotzdem Eltern werden könnten – und erfuhren von der Eizellspende. "Wir haben alle Für und Wider durchgesprochen, alle Möglichkeiten", sagt Andreas Reinhold. Nach allen Abwägungen hätten sie sich für diesen Weg entschieden, da er somit der biologische Vater sein konnte und seine Partnerin das Kind austragen würde. Aufgrund des Verbots in Deutschland war das Paar gezwungen, den Eingriff im Ausland vornehmen zu lassen: Am 25. November 2012 fuhren sie zu einer Spezial-Klinik im tschechischen Karlsbad. Die fast 7.000 Euro, die dort jeder Transfer einer Eizelle kostet, konnten die Altenpflegerin und der Instrumentenbauer nur mit Mühe aufbringen. "Dadurch hatten wir nur einen Versuch", so die 36-Jährige. Tatsächlich nistete sich das befruchtete Ei der fremden Frau ohne Komplikationen in ihrer Gebärmutter ein. Da der Embryo nicht aus ihrem Ei entstanden war, spielte der Gen-Defekt keine Rolle. Das Baby wuchs heran und am 12. August 2013 kam ein kleiner Junge zur Welt.  Heute ist ihr per Eizellspende entstandener Sohn Felix vier Jahre alt und das Familienglück ist perfekt.

Zweck der gynäkologischen Untersuchungen muss erlogen werden

Auch Stefanie Schmodes Lebenskrise fand ein Ende, als sie und ihr Mann im Internet die Möglichkeit einer Eizellspende recherchierten. "Im Dezember waren wir zur Erstvisite in Alicante. Da wurde besprochen, wie der Eingriff abläuft, wie der Zeitablauf ist, wer die Betreuer sind", sagt die 31-Jährige. Ihr Mann habe dann eine Spermaprobe abgeben müssen, an der geprüft wurde, wie zeugungsfähig er ist. Die Befruchtung der Eizelle wird für die Schmodes im Mai in Spanien stattfinden. Bis dahin muss Stefanie Schmode eine Hormonkur machen, um ihren Körper auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Diese bewirkt zum einen, dass die Schleimhaut ihrer Gebärmutter anwächst, damit sich das befruchtete Ei einnisten kann. Zum andern soll sich damit ihr Zyklus dem der Spenderin anpassen. Die notwendigen Zwischenuntersuchungen muss sie hier in Deutschland machen lassen – und da liegt wieder das Problem: Sie muss die Untersuchungsergebnisse bekommen, ohne ihrem Gynäkologen sagen zu können, wofür sie gedacht sind.

Eine Bauch-Mama und eine Herz-Mama

Als der kleine Felix von Nadine Kubinger und Andreas Reinhold zur Welt kam, machten sie anfangs keinen Hehl darum, wie der Junge entstanden war. Doch dann stellten sie fest, dass nicht alle hier in Deutschland eine Eizellspende gutheißen. Eines stand für die beiden aber immer fest: Felix selbst sollte früh wissen, dass bei seiner Entstehung eine andere Frau mitgeholfen hat. Für die Familie gibt es nun eine Bauch-Mama, das ist Nadine, und eine "Herz-Mama", die andere Frau, die ihnen den Herzenswunsch erfüllt hat. "Er darf das jetzt schon komplett alles wissen, weil ich nur so das Vertrauen meines Kinder erhalten kann. Und das ist einfach die Grundlage für eine Familie", so die 36-Jährige.

Noch versteht der 5-Jährige nicht genau, wie seine Zeugung ablief. Aber auf Bildern, die er von seiner Familie malt, gehört die "Herz-Mama" wie selbstverständlich mit dazu. Das Paar hat auch für ein mögliches Kennenlernen gesorgt: Sobald Felix 18 Jahre alt ist, kann er über die Klinik in Karlsbad Kontakt zu seiner biologischen Mutter aufnehmen.

Ihre Meinung zum Thema

Sollte die Eizellspende in Deutschland erlaubt werden oder verboten bleiben?

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.