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Gemälde-Memory: Neuer Coup der Schüler von Torgelow

Kunstgeschichte mal anders: Fünf Schüler erkennen alte Gemälde anhand kleinster Bildausschnitte. Um die insgesamt 1.000 Fragmente in ihren Köpfen abzuspeichern, haben sie ein ungewöhnliches System entwickelt.

"Die Sonnenblumen bibbern, weil sie Angst vor einem Gockel haben". Oder: "Im Herbst ist die SPD am Arsch". Mit solchen - zum Teil absurden Sätzen - leisten fünf Schüler des Internats Schloss Torgelow Außergewöhnliches: Sie schaffen es, 100 der berühmtesten Gemälde der Welt anhand eines kleinen Bildausschnitts zu erkennen. Um sich Künstler, Gemäldename und Entstehungsjahr der alten Meister besser einprägen zu können, erfinden die 11- bis 13-Jährigen einfach eine Geschichte zu den Bildern - etwa die von der SPD und dem Herbst.

Eine solche Geschichte folgt aber immer einem bestimmten Prinzip: So kommen sogenannte Memowörter darin vor, die den Schülern als Eselsbrücken dienen - so auch bei dem Bild "Der Herbst - Rudolf der II, von Guiseppe Arcimboldo aus dem Jahr 1590.

Da alle Gemälde, um die es in dem Versuch der Schüler geht, aus dem 20 Jahrhundert stammen, gehen die Kids immer von der "1" als erste Ziffer der Jahreszahl aus. Die drei anderen Zahlen folgen dann einem genau festgelegten System.

Folgende Zahlen-Buchstaben-Kombinationen mussten sich die Kinder dafür einprägen: 1= T, 2= N, 3= M, 4= K, 5= S, 6= G, 7= L, 8= B, 9= P und 0= D. Und daraus mussten sie dann Sätze für jedes Gemälde bilden. Kommt dann also "SPD" in einem Satz vor, ist das Entstehungsjahr 1590. Die Memowörter für den Künstlernamen und den Bildnamen sind selbst ausgedacht. Zum Beispiel: Arsch für Arcimboldo und Herbst für den Bildnamen.

Für das Gedächtnistraining mit den alten Meistern wurden nur die besten Schüler des Internats für Hochbegabte ausgewählt - durch ein Casting mit 25 Teilnehmern.

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?