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stern TV-Grillwurst-Test: Das sind die besten Supermarkt-Bratwürste

Sobald die Temperaturen steigen, kommen die Bratwürste auf den Grill. Etwa 2,7 Kilogramm Nürnberger, Thüringer und Rostbratwürstchen verspeist jeder Deutsche im Jahr - meistens aus dem Supermarkt oder vom Discounter. stern TV hat zehn Schweinefleisch-Bratwürste getestet.

Die Grillsaison beginnt: stern TV testet, welche Bratwürste die besten sind.

Die Grillsaison beginnt: stern TV testet, welche Bratwürste die besten sind.

Ob vom Discounter, aus dem Supermarkt oder vom Bioladen, traditionell oder mit besonderer Würzung – auf ihre Bratwurst wollen die meisten Deutschen beim Grillen nicht verzichten. Warum auch? Sie schmecken gut, es gibt mittlerweile zig Varianten und Bratwürstchen kosten nicht viel. Aber welche Wurst ist die beste? "Eine Bratwurst schmeckt mir besonders dann gut, wenn sie richtig schön würzig ist. Wenn man so eine lasche Wurst hat, ist das nicht richtig", sagt zum Beispiel Carsten Hoppe. Der Mann  brennt fürs Grillen – und gibt in eigenen Videos sogar persönliche Tipps. Die Geschmäcker sind natürlich verschieden, vor allem in der Frage: dicke Rostbratwurst oder kleine Nürnberger? In einer Sache sind sich die meisten aber einig: Die Qualität muss stimmen, egal ob vom Metzger oder aus dem Supermarkt. "Man hat eine gute Wurst, wenn sie auch ohne alles schmeckt – und man sie mit Ketchup oder Senf nur noch besser machen kann", meint Carsten Hoppe.

Fleischqualität für Verbraucher nicht erkennbar

stern TV hat pünktlich zum Beginn der Grillsaison 10 verschiedene Bratwürste getestet: fünf klassische Rostbratwürste und fünf Nürnberger. Im Labor der Hochschule Bremerhaven hat das Team der Professoren und Lebensmittelchemiker Hauke Hilz und Frederike Reimold die Würste gründlich unter die Lupe genommen und sie auf Sensorik, Aussehen, Inhaltsstoffe und natürlich Geschmack getestet. "Anders als der Verbraucher das erkennen kann, können wir über unsere Analysen beispielsweise den Anteil an Magerfleisch und an Bindegewebe feststellen", erklärt Hauke Hilz. "Je mehr Magerfleisch man hat, desto höherwertig ist die Fleischqualität, im Gegensatz zu Bindegewebe und Fett, das will man nicht haben." Eine Bratwurst aus hochwertigem Magerfleisch von den Lebensmitteltechnikern hergestellt kostet in der Produktion umgerechnet drei Euro pro Kilogramm, eine Wurst hauptsächlich aus fettigerem Bindegewebe nur einen Euro pro Kilo. Beide Varianten sind vom Gesetzgeber als Rostbratwurst erlaubt, und am Ende sehen auch beide gleich aus. Im Handel müssten beide lediglich mit "enthält Schweinefleisch" deklariert werden. Die Qualität erschließt sich für den Verbraucher nicht.

Rostbratwürste und Nürnberger: Die Test-Ergebnisse im Detail
JA! Delikatess Rostbratwurst von Rewe  Preis: 0,36 Euro / 100 g  Um so günstig zu sein, haben die Hersteller auf günstiges Fettfleisch gesetzt. Noch dazu war der Fettanteil 14 Prozent höher als angegeben.  Zwar sind bei Lebensmittelkontrollen bis zu 20 Prozent Abweichung erlaubt, das scheint bei diesem Produkt aber ausgereizt worden zu sein. Preiswert, aber insgesamt eher mittelmäßig.   Gesamturteil: 3

JA! Delikatess Rostbratwurst von Rewe
Preis: 0,36 Euro / 100 g

Um so günstig zu sein, haben die Hersteller auf günstiges Fettfleisch gesetzt. Noch dazu war der Fettanteil 14 Prozent höher als angegeben.  Zwar sind bei Lebensmittelkontrollen bis zu 20 Prozent Abweichung erlaubt, das scheint bei diesem Produkt aber ausgereizt worden zu sein. Preiswert, aber insgesamt eher mittelmäßig. 

Gesamturteil: 3


Die chemischen Analysen im Labor zeigen allerdings, welcher Hersteller mehr von dem höherwertigen Fleisch verwendet, und welcher nicht.  Ergebnis: Die Markenhersteller verwenden das hochwertigste Fleisch.
Die Wissenschaftler wissen außerdem, dass den Würsten in der Regel Citrat oder das umstrittene Phosphat hinzugegeben werden, um das beigemischte Wasser als billigsten Rohstoff  der Wurstmasse zu binden. Diese Stoffe können also auch ein Hinweis auf mindere Qualität sein.

Aussehen, Geruch, Konsistenz und vor allem der Geschmack wurden in einer so genannten Blindverkostung von sieben Experten beurteilt. Dabei wusste niemand, welche zubereitete Wurst er jeweils zum Probieren vor sich hatte. Die Produkte bewerteten sie anschließend nach einem 5-Punkte-Schema der Deutschen Lebensmittel Gesellschaft bewertet.
Die Nürnberger von Penny ist eine mit der besten Fleischqualität und fiel dennoch negativ auf: "Bei dieser Probe können wir feststellen: Sie schmeckt sehr schmalzig und fettig. Die haben wir auch relativ schlecht bewertet", so Prof. Frederike Reimold.
Die Bratmaxe von Meica haben ebenfalls einen hohen Anteil von gutem Schweinefleisch, sind frei von industriellen Zusatzstoffen, wurden von den Testern aber als "geschmacklich unbedeutend" eingestuft.

Da der Geschmack auch für die Kunden in der Regel am wichtigsten ist, wurde die Note für "Geschmack" bei der Auswertung der Testergebnisse doppelt gewichtet. Auffällig ist, dass die Produkte mit der besten Fleischqualität geschmacklich nur im Mittelfeld landen. Die billigeren Würste schmeckten den Verkostern besser: Sowohl die Bratwurst als auch die Nürnberger von Aldi, sowie die von Lidl-Nürnberger erhielten eine gute Note.

Hauke Hilz erklärt das so: "Fett ist ein Geschmacksträger und wird es immer sein. Viele Aromastoffe sind im Fett gelöst. Wenn man davon mehr hat, dann hat das oftmals einen positiven Einfluss auf den Geschmack."

Zwei Discounter-Produkte sind Testsieger

Den Gesamtsieg des stern TV-Test erreichen zwei Discounter-Produkte: Grillmeister von Lidl und Howe von Aldi. In der Bewertung gleich dahinter sind die Landbeck-Würste von Aldi Nord. Auch gut schnitten die Gut und Günstig-Würstchen von Edeka ab, die Wolf von Netto, die Penny-Bratwürste – sowie die Bratmaxe von Meica, weil sie viel gutes Fleisch und keine industriellen Zusatzstoffe enthalten.
Befriedigend und nur etwas schlechter: Die Rostbratwurst von Ja! bei Rewe, die Biolandwurst von Buchheister und die von Tip von Real. Richtig durchgefallen ist in dem Test kein einziges Produkt. Am Ende wird wohl jeder selbst entscheiden müssen, welche Bratwurst er sich auf den Grill legt. Denn ob klassische Rostbratwurst oder Nürnberger – es zählt ja doch der eigene Geschmack.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.