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Fake-Mails im Umlauf: Hacker behaupten, Aufnahmen von Leuten beim Pornokonsum zu verbreiten - und haben Erfolg

Beim Pornos anschauen erwischt worden? Das zumindest behaupten erpresserische E-Mails, die derzeit massenweise im Umlauf sind. Wer nicht will, dass die pikanten Informationen an Freunde und Verwandte geschickt werden, soll zahlen. Was steckt dahinter?

Mit Klebeband über der Webcam geht man beim Masturbieren auf Nummer sicher (Symbolfoto)

Laut Streamingportal "PornHub" schauen sich mittlerweile 67 Prozent aller Nutzer pornografische Videos über das Smartphone an, vom PC aus sind es nur noch 24 Prozent. (Symbolfoto)

Picture Alliance

Es ist momentan das Riesenthema in der Welt der Online-Abzocke. Seit Monaten versuchen Kriminelle durch Erpresser-Mails die Scham ihrer Opfer auszunutzen: Sie behaupten in einer Mail, mit Hilfe eines Trojaner die Webcam des Opfers gehackt zu haben und sie oder ihn beim Schauen von pornografischen Videos gefilmt zu haben. Damit die Aufnahmen nicht verbreitet werden, sei ein Betrag von 500 Euro fällig. 

Von diesen Erpresser-Mails sind mittlerweile verschiedene Varianten im Umlauf, sowohl auf englisch, als auch auf deutsch. In einer heißt es beispielsweise:

Der Empfänger wird aufgefordert, ein Bitcoin-Konto (Bitcoin=digitale Währung) einzurichten und darüber das geforderte Geld zu zahlen. Daraufhin würden die delikaten Aufnahmen gelöscht.

Betrüger im Besitz von persönlichen Daten

Auf den angegebenen Konten der Täter sind bereits Zahlungen eingegangen, wie stern TV herausfinden konnte. Die Masche zieht offenbar. Doch die Drohungen selbst sind haltlos: "Selbst wenn der geschilderte Sachverhalt theoretisch möglich wäre, handelt es sich zweifelsfrei um Fakes", sagt IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel

Zu Beginn der Mailwelle im Mai wurden enthielten die Mails größtenteils keinen konkreten Bezug zum Empfänger. Das änderte sich nach kurzer Zeit: Die Täter kaufen sich neuerdings Adressdaten oder beziehen diese kostenlos aus dem Internet, dazu persönliche Informationen wie Benutzernamen, Passwörter oder Handynummern, die durch frühere Hackerangriffe im Umlauf sind. Mit den persönlichen Daten in der erpresserischen Mail wollen die Täter ihre Glaubwürdigkeit untermauern und den Druck auf den Empfänger erhöhen. Eine weitere Variante ist die Behauptung, man habe einen Trojaner auf dem Computer des Mailempfängers eingeschleust. Doch keine Sorge: Noch sind diese Mails Fakes. Niemand weiß etwas, niemand hat pikante Informationen oder Videomaterial.

Die wichtigste Empfehlung dürfen wir schon vorweg nehmen: Kein Geld überweisen, nicht antworten, Nachricht löschen!

Weitere Tipps zum Umgang mit derartigen E-Mails von Tobias Schrödel:

Woran kann ich erkennen, ob die Mail ein Fake ist?

Solange kein wirklicher Beweis eines existierenden Videos vorhanden ist (z.B. Screenshot), kann man davon ausgehen, dass kein derartiges Video existiert.

Was sollte ich nach dem Erhalt einer solchen Mail tun?

Löschen Sie die E-Mail und bezahlen Sie keinesfalls. Wer schon bezahlt hat, sollte unbedingt Anzeige erstatten. Das kann auch jeder machen, der die Mail erhält. Zwar wird wahrscheinlich nicht konkret ermittelt. Das LKA Niedersachsen wertet aber solche Mails aus, um weitere Ermittlungsansätze zu finden und die Dimensionen abzuschätzen. Man erhält zwar keine persönliche Antwort, kann derartige Mails aber ohne weiteres Anschreiben direkt weiterleiten an die Zentralstelle Internetkriminalität des LKA Niedersachsen: trojaner@zik-nds.de

Muss ich meine Laptop-/Handy-Kamera abkleben?

Ich halte das zwar für übertrieben, aber viele Menschen fühlen sich dann einfach wohler. Tatsächlich soll es schon vorgekommen sein, dass sich Hacker in eine Kamera gehackt haben und Menschen beobachten konnten. Und es schadet ja auch nicht.

Sind meine Zugangsdaten jetzt frei im Netz? Wie kann ich sehen, ob meine persönlichen Daten gehackt/geklaut wurden?

Es gibt mehrere Webseiten, auf denen man prüfen kann, ob und welche Daten von einem selbst beispielsweise bei einem Cyberangriff auf einen Anbieter gestohlen wurden und in Umlauf gekommen sein könnten:
Zum einen der sehr bekannte "Identity Leak Checker" des Hasso Plattner Instituts und zum anderen diese amerikanische bzw. internationale Seite.

Wenn ich die Bitcoin schon gezahlt habe – bekomme ich das Geld wieder?

Nein, das ist äußerst unwahrscheinlich.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.