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Infos, Tipps und Hilfe: Romance-Scamming: So täuschen die Betrüger ihre Opfer

Die Internetliebe ein Fake? Betrüger, die statt Liebe nur Geld wollen? Eine gewisse Skepsis ist immer angebracht. Lesen Sie hier, wann Sie hellhörig werden sollten und wie sich sich vor Romance-Scamming schützen können.

Wie funktioniert Romance-Scamming genau?

Es handelt sich dabei um eine inzwischen verbreitete Internet-Betrugsmasche mit dem einzigen Ziel, dass Frauen – oder auch – den Betrügern Geld schicken, überweisen oder ihnen einen "kriminellen Gefallen" tun. Meistens wird dabei eine Liebesbeziehung initiiert, die es jedoch faktisch nicht gibt. Gesteuert werden sie in der Regel von der sog. Ghana/Nigeria-Connection, eine regelrechte Liebesmafia, die wie ein großes Unternehmen auf den Liebesbetrug spezialisiert ist. Neben Ghana und Nigeria gibt es auch viele Romance-Betrüger, die aus Süd-Ost-Asien schreiben.

Wie gehen die Scammer vor?

Die Scammer suchen auf Online-Partnerbörsen wie Friendscout, Lovoo, eDarling und anderen, oder in sozialen Netzwerken wie Facebook nach potenziellen Opfern. Ziel sind Europäer und Amerikaner. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich interessant zu machen, legen sich die Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten, stellen sich meist als sensibel und verletzt dar, haben Kinder, sind geschieden oder verwitwet. Hinzu kommt eine vermeintlich seriöser Hintergrund, sei es dass sie beim Militär arbeiten, Soldat sind, Ingenieur, Architekt, Wissenschaftler, Geschäftsmann in der Ölindustrie, Tierarzt oder Computerspezialist. Weibliche Scammer geben sich als Krankenschwestern, Ärztinnen, als Mitarbeiterinnen im Waisenhaus oder Lehrerinnen, als Schauspielerinnen sowie Geschäftsfrauen jeder Art aus. Die Bilder und Profilfotos sind äußerst attraktiv und möglichst authentisch, jedoch meist von fremden Personen und Profilen gestohlen oder einzig für das Scamming fotografiert worden.

Wie schaffen es die Betrüger, dass man sich verliebt?

Sowohl Scam-Männer als auch Scam-Frauen schaffen es, sich im täglichen Leben ihrer unverzichtbar zu machen – und zwar ohne ein einziges Treffen. Auf eine romantische Mail am Morgen folgt eventuell ein kurzes Telefonat am Mittag, nach Feierabend wird gechattet oder stundenlang telefoniert. Bei den Gesprächen geht es zu Beginn keineswegs um Geld, sondern um den Beruf, die Familie sowie um Liebe und eine gemeinsame Zukunft. Oft werden Geschichten über verstorbene Ehepartner und Kinder aufgetischt.

Allerdings sind es bei den Nachrichten nicht immer die gleichen Personen, die einem schreiben. Das kann sich von Tag zu Tag ändern. Die Chats laufen immer nach bestimmten Mustern ab. Als Kosename wird fast immer "Honey" verwendet und die Scammer wissen anhand des Chatprotokolls genau, was sie wann zu schreiben haben und welche Schritte nötig sind, um die Liebe aufrecht zu erhalten.

Wann sollte man hellhörig werden?

Sobald Geschäftliches angesprochen wird und mögliche Probleme oder vermeintliche Versprechen ins Spiel kommen. Wenn die Scammer nicht schon dort sind, dann müssen sie häufig "dringend" geschäftlich oder aus familiären Gründen nach Westafrika – und versprechen, danach ihre neue Liebe in Deutschland zu besuchen. Bevor das passiert gibt es meist irgendein Problem, das nur mit Geld gelöst werden kann. Manchmal werden Opfer von einem "Arzt", einer "Behörde", einem vermeintlich Vorgesetzten, einem "Polizisten" oder von einem  "Angehörigen" kontaktiert, um die Geschichte glaubwürdig zu machen oder Druck auszuüben. Es geht sogar so weit, dass der Scammer – die vermeintlich große Liebe – mit Suizid droht, nur um an das Geld zu kommen.

Wie kann ich überprüfen, ob mein Flirt-Partner ein Scammer ist?

Die Früherkennung beginnt laut Wolfgang Hermanns  von der -Prävention NRW bei einer gesunden Skepsis: "Man sollte sich immer die ehrliche Frage stellen: Warum möchte diese Person ausgerechnet mich kennen lernen? Macht es Sinn, dass sich dieser Jemand in mich verliebt, ohne dass man sich kennt? Was ist mit einem möglichen Altersunterschied? Kann das wirklich so sein? Teilweise seien bei Scam-Profilen die vermeintlichen Liebespartner wesentlich jünger und derart gutaussehend, dass sie eigentlich kein Interesse an einem Partner/einer Partnerin so weit weg haben müssten.

Namenssuche

Benutzt der Scammer dieses Profil auch bei anderen? Ist er womöglich schon als Scammer aufgeflogen? Suchen Sie in der Internet-Suchmaschine nach seinem Namen und +Scammer / +Scamming. In vielen Fällen finden sich in Foren über Romance-Scammer auch Hinweise, die sich mit dem Vorgehen und dem Profil des eigenen Flirt-Partners decken.

Bildinformationen über Google finden

Auf der Seite images.google.com können Sie ein Bild per Drag'n-Drop mit der Maus von Ihrem Rechner in die Suchleiste ziehen. Dadurch wird eine "Rückwärts-Suche" aktiviert: Google forscht dann nach Bildinformationen und zeigt ähnliche Fotos an. Taucht das Foto auch in unpassenden Zusammenhängen auf, könnte das ein Hinweis sein, dass das Foto gestohlen und für die Fake-Identität benutzt wurde.

Gute Tipps zu Fake-Profilen im Internet

Auch Victoria Schwartz hat sich einst in ein Fake-Profil verliebt. Doch ihr kamen Zweifel – und sie deckte den Betrug eigenständig auf. Mit ihren Erfahrungen und Tipps für Betroffene hat sie die Internetseite "Realfakes" ins Leben gerufen. Auch dort finden Sie ausführliche Informationen, insbesondere über Scammer und die ausgefeilten Methoden, ein Fakeprofil real erscheinen zu lassen.

Ausführliche Informationen und Hilfe zum Scamming

Die Polizei-Beratung hat auf ihrer Seite ausführliche Informationen zu Romance-Scamming zusammengestellt. Dort finden Sie auch Tipps, woran Sie Scammer erkennen und was Sie im Fall der Fälle tun können.

Ein kostenloses Informationsblatt der Polizei (PDF) können Sie hier herunterladen/ausdrucken.