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Kleinwuchs: Alessandro hat unzählige Knochenverlängerungen hinter sich – jetzt träumt er von einer Normalgröße

Ohne die Arm- und Beinverlängerungen wäre Alessandro Höppner heute nur 1,25 statt 1,43 Meter groß. Die Entscheidung, sich erst im Oktober einer erneuten Knochenverlängerung zu unterziehen, kam von Alessandro selbst. Als Fußballfan und Torwart träumt der 14-Jährige davon, irgendwann selbstständig an die Latte zu kommen. 

Alessandro Höppner ist heute 1,43 m groß – ohne die Verlängerungsoperationen wäre er 1,25 m groß.

Alessandro Höppner kam mit Achondroplasie zur Welt – eine Form von Kleinwuchs. Als der Junge zweieinhalb Jahre alt war, bekam er in der Kinderorthopädie Münster seine ersten Arm- und Beinverlängerungsoperationen. Als Erwachsener wäre er ohne die Verlängerungen etwa 1,47 Meter groß geworden –  größer als die meisten anderen Kleinwüchsigen, aber immer noch zu klein, um unbeschwert am Leben teilnehmen zu können.

In der Kinderorthopädie an der Uniklinik Münster ist man spezialisiert auf Arm- und Beinverlängerungen. Die beidseitige Verlängerung bei einem so jungen Menschen ist zum Zeitpunkt von Alessandros erster OP allerdings einmalig in der Medizin. Bislang hatten die Ärzte nur unterschiedliche Arm-oder Beinlängen ausgeglichen. Außerdem hatte man in der Regel damit gewartet, bis der Patient mindestens 16 Jahre alt war.

Der 14-jährige Alessandro Höppner liebt Fußball. Irgendwann möchte er die Latte im Tor selbstständig erreichen.

Der 14-jährige Alessandro Höppner liebt Fußball. Irgendwann möchte er die Latte im Tor selbstständig erreichen.

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Alessandros Beine konnten um mindestens 18 Zentimeter verlängert werden, an den Armen um 10 Zentimeter. Sein behandelnder Arzt, Professor Rödl, sagt bereits im Jahr 2012: "Wenn man das alles zusammenzählt, wie viel Knochen verlängert worden ist, dann sind das 56 Zentimeter." Insgesamt haben die Ärzte Alessandros Knochen also um mehr als einen halben Meter verlängert. Die vielen Operationen hat der Junge sehr gut verarbeitet.

Letzte OP im Herbst 2018

Alessandros Eltern, Nicola und Martin Höppner, stehen bei der Entscheidung, sich erneut operieren zu lassen, hinter ihrem Sohn. Für die OP im Oktober 2018 hat der Teenager sich allerdings ganz von alleine entschieden. "Da geht’s um Fahrrad fahren, Fußball spielen, an Sachen dran zu kommen, mit den Gleichaltrigen mitzuhalten", sagt seine Mutter. Alessandro muss seit der OP insgesamt drei bis fünf Monate im Rollstuhl sitzen. Er selbst erklärt seinen Entschluss so: "Es ist eine kurze Zeit, im Vergleich dagegen, was ich dann noch vor mir habe. Und das wird super werden!"

Kleinwuchs tritt in über 100 Erscheinungsformen auf. Über die Anzahl der Kleinwüchsigen in der Bundesrepublik Deutschland schwanken die Schätzungen zwischen 40.000 und 60.000 Personen. Ca. 30.000 Kleinwüchsige sind, wie Alessandro Achondroplastiker. Familie Höppner wird gemeinsam mit Alessandros behandelnden Arzt Robert Rödl am Mittwoch im Studio bei stern TV zu Gast sein. Rödl ist Chefarzt der Abteilung Kinderorthopädie in der Uniklinik Münster.

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