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Mutterglück trotz vorheriger Totgeburt: "Ich bin glücklich, dass ich jetzt mit meinem Kind im Arm nach Hause gehen kann"

Es hat lange gedauert, bis sich Tanja auf eine neue Schwangerschaft einlassen wollte. Ihr erstes Baby, den kleinen Pascal, musste sie tot gebären. Ein schwerer Schlag und ein großes gesellschaftliches Tabu. Doch jetzt kann Tanja berichten, dass sich das Mutterglück auch dann noch erfüllen kann.

Nach Totgeburt vor drei Jahren: Tanja (26) ist jetzt glückliche Mutter eines gesunden Mädchens.

Nach Totgeburt vor drei Jahren: Tanja (26) ist jetzt glückliche Mutter eines gesunden Mädchens.

sternTV

Tanja ist zum zweiten Mal Mutter geworden – aber zum ersten Mal kann sie darüber glücklich sein. Anfang Mai kam ihr kleines Mädchen gesund zur Welt. Für Tanja ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung. "Ich bin glücklich, dass ich jetzt mit meinem Kind im Arm nach Hause gehen kann", so die 26-Jährige.

Die 26-Jährige wird aber nicht nur von den vielen positiven Gefühlen übermannt, immer wieder mischt sich auch Trauer darunter. Ihr erstes Kind musste Tanja vor drei Jahren beerdigen: Ihr Baby, das sie wochenlang ausgetragen hatte und das sie tot gebären musste. Der kleine Pascal war ein "Sternenkind". Der Junge litt an einer schweren Hirnfehlbildung, er hätte die Geburt höchstwahrscheinlich nicht überlebt. Die Ärzte rieten Tanja zu einem Schwangerschaftsabbruch. Im siebten Monat entband sie ihren toten Sohn. "Ich habe ihn immer bei mir, ich habe seine Spieluhr hier auf meinen Arm tätowiert. Er wird immer bei uns bleiben."

Sternenkinder-Eltern helfen sich gegenseitig

Damals hatte Tanja mit einem großen Tabu gebrochen und sich von stern TV bis zu ihrer traurigen Geburt begleiten lassen. Das Thema Tot- und Fehlgeburten steckt so voller Schmerz, dass niemand darüber spricht. Tanja hat es getan. Sie hatte erlebt, wie schwer es für werdende Eltern mit diesem Schicksal ist, Hilfe und Halt zu finden. Und sie möchte anderen Betroffenen helfen, so wie es andere Sternenkinder-Eltern damals bei ihr taten.

Tanja und ihr damaliger Freund hatten sich Zeit genommen, um sich von ihrem kleinen Pascal zu verabschieden. Nach der Geburt verbrachten sie noch ein paar Stunden bei ihrem toten Baby. Sie organisierten eine Beerdigung, um einen Platz zu haben, wo sie um ihr Kind trauern konnten.

Meine Tochter Mila Fabienne – und ein großer Bruder

Tanja bewältigte die Trauer, doch ihre Beziehung überstand das Schicksal nicht. Danach dauerte es, bis sie sich wieder auf eine Schwangerschaft einlassen konnte. Ihren neuen Freund Manuel kennt die 26-Jährige seit knapp zwei Jahren. Er weiß um ihre Geschichte und will ihr helfen, sich erneut auf das Mutterwerden einzustellen. "Ich habe einen tollen Partner", sagt Tanja. "Für mich ist mein Leben jetzt perfekt und ich denke, jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um eine Familie zu gründen und ein Kind zu bekommen."

Die vorgeburtlichen Untersuchungen waren für Tanja dennoch eine Tortur, bei jedem Ultraschall und jeder Diagnostik befürchtete sie wieder, es könnte etwas mit ihrem Baby nicht stimmen. Auch die Ärzte schauten sich alles ganz genau an. Doch diesmal verlief alles normal, das Gehirn ihres kleinen Mädchens hatte sich vollständig entwickelt. Am 3. Mai kam die Kleine in nur zwei Stunden auf die Welt – und Tanja konnte endlich ein lebendes Kind im Arm halten. "Ich realisiere das erst ganz langsam, dass das jetzt wirklich mein Kind ist. Man schaut sie einfach nur an und ist überglücklich. Ich kann die Gefühle gar nicht wirklich beschreiben."

Für Tanja hat sich das Mutterglück auch nach ihrem Sternenkind noch erfüllt.  Manuel und sie können nun ihr neues Leben als Familie beginnen. Und irgendwann möchte sie Mila erzählen, dass sie eigentlich noch einen großen Bruder hat. Pascal. Ihn wird es für Tanja immer geben.

Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?