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Update: Nach stern TV-Bericht über Tierqualen: Betreiber des Schweinehochhauses drohen Konsequenzen

stern TV berichtete bereits über das "Schweinehochhaus" in Sachsen-Anhalt. Tierschützer hatten Aufnahmen gemacht, wie Sauen und Ferkel brutal misshandelt wurden. Durch den Bericht wurden die Zustände öffentlich, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Es waren Bilder, die nicht nur die Tierschützer alarmiert haben. Insbesondere die Härte und Brutalität empörten, mit der mit den Sauen und Ferkeln im Schweinehaus in Maasdorf (Sachsen-Anhalt) behandelt wurden. Die verdeckten Aufnahmen aus dem Schweinemastbetrieb, die das Deutsche Tierschutzbüro e.V. stern TV zur Veröffentlichung übergeben hatte zeigten Ferkel, die nach der Geburt leiden und sterben, Ferkel, die zur Tötung einfach auf den Boden geschmettert werden, Muttertiere, die von Mitarbeitern brutal aufgetrieben werden. Die Landestierschutzbeauftragte Hessens, Dr. Madeleine Martin, die auch als Gutachterin die Schweinehaltung in Betrieben bewertet, sagte dazu bereits: "Diese Bilder gehören zum Staatsanwalt." Der Betreiber wollte auf Anfrage gegenüber stern TV nicht Stellung nehmen.

Veterinärbehörde stellt Mängel "beim Umgang mit kranken Tieren" fest

Tatsächlich wurde die Veterinärbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld am Tag nach der stern TV-Ausstrahlung aktiv und führte eine unangekündigte Kontrolle des Schweinehochhauses durch. Es wurden Mängel beim Haltungsmanagement, bei der Tierhygiene, beim Umgang mit kranken Tieren sowie in der Dokumentation festgestellt, hieß es in einer Pressemitteilung vom Landkreis. Auch soll bei vier dort getöteten Ferkeln eine pathologischen Untersuchung erfolgen. Der Betreiber des Schweinehochhauses wurde unter Androhung eines Zwangsgeldes aufgefordert, die Mängel binnen einer Frist zu beseitigen. Ein Bußgeldverfahren laufe, strafrechtliche Verfolgung werde geprüft.

Das Schweinehochhaus in Maasdorf wird nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums einmal im Jahr durch den Landkreis kontrolliert, zuletzt am 17. Dezember 2017. Das sei eine hohe Kontrolldichte. Laut Landwirtschaftsministerin und Grünen-Politikerin Claudia Dalbert habe es bei den Kontrollen es keine Beanstandung gegeben. Dieses Verhalten im Umgang mit den Tieren passiere offenbar nur dann, wenn man sich unbeobachtet fühle, sagte der Tierschutzbeauftragte des Landes Dr. Marco König dazu in einer Stellungnahme. "Die Tierhalter nutzen offensichtlich bewusst aus, dass kein behördliches Kontrollsystem eine permanente Überwachung aller Tierhaltungen leisten kann. Die in den Beiträgen gezeigten Aufnahmen sind völlig zu Recht Strafverfolgungsbehörden zugeleitet worden, die das Strafmaß hoffentlich angemessen festlegen werden", so König.

Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüro hatten am Tag nach dem stern TV-Bericht vor dem Schweinehochhaus demonstriert, um dessen Schließung zu erreichen. Die Tierschützer haben inzwischen auch eine entsprechende Petition ins Leben gerufen. Sie hatten auch in der Vergangenheit mehrfach auf Missstände in diesem Mastbetrieb aufmerksam gemacht. Einer Tiermast, in der die einzelne Kreatur offenbar nichts zählt.