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Neue Methode: Laser gegen Akne

Sabrina A. geht nur stark geschminkt aus dem Haus. Selbst ihr Ehemann hat sie noch nie ohne Make-up gesehen. Der Grund: Die 24-Jährige leidet seit Jahren unter starker Akne. Sabrina hat schon viele Behandlungen ausprobiert - ohne Erfolg. Die letzte Hoffung: eine neue Lasertherapie.

Nach vierwöchiger Behandlung mit dem sogenannten NLite-Laser zeigen sich erste Erfolge: Sabrinas Hautbild hat sich sichtlich verbessert. Der NLite-Laser, der gegen die akute Akne eingesetzt wird, regt die entzündeten Bereiche der Haut dazu an, vermehrt T-Zellen zu bilden, um so die Entzündung abklingen zu lassen.

Allerdings funktioniert die neue Therapie offenbar nicht bei jedem Patienten. Weil bislang noch keine Ergebnisse aus Langzeitstudien vorliegen, fehlen gesicherte Erkenntnisse darüber, bei wem der NLite-Laser Erfolg hat - und bei wem nicht. Auch ein Wermutstropfen für Betroffene: Die Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten (mehrere Hundert Euro). Ärzte raten daher, zunächst alle klassische Behandlungen auszuprobieren - und wenn alles nichts hilft, es mit der neuen Lasertherapie zu versuchen.

Wie Akne entsteht

Akne ist eine Hautkrankheit, bei der sich die Talgdrüsen entzünden, weil sich Talg in ihnen staut. Dadurch bilden sich meist im Gesicht, auf der Brust und auf dem Rücken eitrige Pusteln. Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 25 erkranken an Akne. Bei 15 bis 30 Prozent der Betroffenen ist sie so schwer, dass sie behandelt werden muss. Häufig bleiben Narben zurück, unter denen Betroffene ein Leben lang leiden.

Häufige Irrtümer

Akne ist keine allergische Reaktion und hat nichts mit einem Mangel an Hygiene zu tun. Im Gegenteil - zu häufiges Waschen beschädigt den Säureschutzmantel der Haut, so dass sich die Krankheit verschlechtern kann. Daher sollten sich Betroffene nur maximal zweimal täglich mit einem pH-hautneutralen Hautreinigungsmittel waschen.

Das Ausdrücken von Akne-Pusteln und Mitessern ist keine sinnvolle Alternative zur medikamentösen Therapie. Die Wunden und Narben könnten sich nämlich vergrößern. Die Pickel sollten daher nur in Ausnahmefällen und von Fachleuten ausgedrückt werden.

Klassische Behandlungen

Behandelt wird die Krankheit meist klassisch mit Lotionen oder Gels, die den Wirkstoff Benzoylperoxid enthalten. Dermatologen empfehlen auch die Behandlung mit Vitamin-A-Säure. Die Säure beeinflusst die Talgproduktion der Haut, jedoch tritt dabei auch oft ein leichtes Brennen auf.

Da der positive Effekt der Vitamin-A-Säure sich erst nach etwa drei Wochen zeigt, sollte die Behandlung so lange durchgeführt werden, wie auch die Akne besteht. Wegen möglicher Nebenwirkungen sollte die Behandlung aber unbedingt mit einem Dermatologen abgesprochen werden!

Außerdem werden schon seit vielen Jahren Laser-Therapien in der Behandlung von Aknenarben eingesetzt. Die Behandlung der akuten Akne mit dem speziellen NLite-Laser ist jedoch neu.

Was ist an der NLite-Therapie neu?

Die Impulslänge des NLite-Lasers ist kürzer als bei anderen Farbstofflasern und bietet einen entscheidenden Vorteil: Das Laserlicht wird in hohem Maße von den kapillaren Blutgefäßen absorbiert, ohne dass diese zerstört werden.

Die Gefäße werden dabei bis an ihre äußerste Belastungsgrenze erhitzt. Der Körper nimmt dies als Zerstörung war und setzt entsprechende Heilprozesse in Gang. Die Folge davon ist eine massive Erhöhung der Kollagenproduktion, was zur Bildung neuer Zellen führt. Dadurch wird die Akne erheblich gemindert. In manchen Fällen heilt sie sogar ab.

Wie hoch ist die Erfolgsquote?

Bisher liegen noch keine Langzeitstudien vor. In Fachzeitschriften wird von zahlreichen Erfolgen dieser Therapie berichtet. Allerdings hat man auch beobachtet, dass diese Laser nicht bei allen Patienten zu Behandlungserfolgen führen!

Zu den Erfolgsquoten gibt es widersprüchliche Aussagen: Viele Betroffene schildern im Akne-Forum gute Behandlungsergebnisse. Eine Studie aus 2004, die mit 41 Patienten am Hammersmith Hospital in London durchgeführt wurde, führte bei 87 Prozent zu einer Besserung des Hautbildes. 58 Prozent der Patienten beschrieben eine sehr starke Besserung ihrer Symptome.

Kosten, Dauer, Nebenwirkungen

Zur Behandlung der Akne sind mindestens drei Sitzungen im Abstand von vier Wochen notwendig. Jede Behandlung kostet rund 500 Euro und muss vom Patienten selbst bezahlt werden - die Krankenkassen übernehmen keine Kosten!

Beim NLite-Laser sind keine Nebenwirkungen bekannt. Der Patient empfindet bei der Behandlung nur ein leichtes bis mittleres Brennen auf der Haut. Nach der Behandlung kann der Patient sofort wieder in die Öffentlichkeit gehen.

Ab welchem Alter ist der Laser einsetzbar?

Der Laser kann schon ab der Pubertät eingesetzt werden, sobald die ersten Akne-Symptome auftreten. Also etwa ab dem 12. bis 14. Lebensjahr.

Wo kann man sich behandeln lassen?

Da keine negativen Nebenwirkungen bekannt sind, raten Ärzte Patienten mit Akne dazu, die Behandlung auszuprobieren. Das gilt vor allem für Patienten, die ihre Akne mit klassischen Therapien nicht lindern konnten.

Behandlungen mit dem NLite-Laser werden in Deutschland von "perfect skin" an verschiedenen Standorten durchgeführt. Etwa in Berlin, München, Rostock, Leipzig oder Düsseldorf. Infos: www.perfectskin.de

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