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Post von der Schufa: Warum Verbraucher ihre Daten überprüfen sollten

Dass die Schufa und andere Auskunfteien falsche Daten speichern, ist kein Einzelfall. stern TV zeigt, was sich bei Bonitätsauskunfteien ändern sollte - und wie sich Verbraucher selbst schützen können.

Yasmin Yalcin erhielt ihre Datenauskunft von der Schufa. Die dort gespeicherten Angaben gehörten nicht zu ihr.

Yasmin Yalcin erhielt ihre Datenauskunft von der Schufa. Die dort gespeicherten Angaben gehörten nicht zu ihr.

Wenn bei der Schufa oder anderen Auskunfteien falsche Daten gespeichert werden, kann das für Verbraucher herbe Konsequenzen haben. Das erlebte nicht nur Sandra Schmidt aus München, über deren Fall stern TV vor zwei Wochen berichtet hatte. Bei der Redaktion meldeten sich nach der Sendung zahlreiche Zuschauer, die ähnliche Erfahrungen mit Auskunfteien gemacht haben. "Genau so etwas ist mir auch passiert. Eintrag bei der Schufa: falsche Adresse mit meinem Namen. Aber ich konnte nachweisen, dass ich dort nie gewohnt habe", schrieb beispielsweise Kerstin K. Zuschauerin Barbara S. berichtete in einer E-Mail: "Mir wurde zweimal mein Konto gesperrt. Ich musste zweimal zur Schufa nach Bochum fahren und klären, dass ich nicht die Barbara S. bin, die Schulden gemacht hatte. Ich musste zweimal nachweisen, dass ich nicht in Regensburg wohnhaft gewesen bin."

"Man fühlt sich angeklagt, obwohl man nichts gemacht hat"

Auch die 25-jährige Yasmin Yalcin hatte sich an stern TV gewandt: Ihr wurde vor wenigen Monaten eine Shopping-Card bei einer Parfümerie für eine Jahresgebühr von sechs Euro verwehrt, weil ein negativer Schufa-Eintrag vorlag. "Ich war schockiert. Was kann da drin stehen, dass man noch nicht einmal so eine 6-Euro-Mitgliedschaft kriegt", sagt Yasmin Yalcin. "Da fühlt man sich schon total angeklagt, obwohl man nichts gemacht hat."

Nachdem Yasmin Y. eine Auskunft über die von ihr gespeicherten Daten bei der Schufa angefordert hatte, stellte sich heraus: Dort waren offene Forderungen von Gläubigern vermerkt, Verstöße gegen Verträge und sogar ein Haftbefehl zur Durchsetzung der Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung. Ein Irrtum, denn Yasmin Y. hatte sich nichts dergleichen zuschulden kommen lassen. Auch Geburtsort und frühere Adressen waren falsch vermerkt. Derzeit wohnt die Auszubildende noch bei ihren Eltern, nach ihrer Prüfung möchte sie aber gerne in eine eigene Wohnung ziehen. Mit derartigen Einträgen hält sie das für unmöglich: "Ich stelle mir vor, ich hätte eine Wohnung gefunden. Dann hätte der Vermieter gesagt, er brauche eine Schufa-Auskunft. Ich hätte natürlich gesagt: kein Problem, können Sie gerne haben", so die 25-Jährige. "Dann hätte er wahrscheinlich eine ganz, ganz böse Rückmeldung bekommen. Ich wäre dann ja als schlechte Person dargestellt worden, was ich als große Blamage empfunden hätte."

Mietschulden einer 13-Jährigen

So sollte es beinahe für die Studentin Nadine W. ausgehen. Von ihr wurden eines Tages vom Inkassobüro Creditreform Mietschulden in Höhe von 496 Euro eingefordert. Die Schulden seien in Schleswig-Holstein angefallen, im Jahr 2002. "Ich habe dann die Dame aufgeklärt, dass ich zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alt war und auch niemals in Schleswig Holstein gelebt habe,“ erzählt Nadine W. Das Inkassobüro entschuldigte sich bei ihr. Dann kam ein weiterer Brief eines anderen Inkassobüros. Und auch das war nicht alles. Es wurden in Summe knapp 4000 Euro von ihr verlangt. Nadine W. führte einen monatelangen Kampf gegen drei Inkassounternehmen und zwei Auskunfteien. Erst durch unzählige Telefonate und mehrfache Nachweise konnte sie glaubhaft machen, dass sie nicht die gesuchte Nadine Wilhelm ist.

Nachdem sich die Inkassounternehmen ihre Forderungen zurückgezogen und sich entschuldigt hatten, schien der Albtraum für die Studentin und ihren Partner endlich vorbei. Doch als das Paar auf Wohnungssuche war, erhielt es seltsamerweise nie den Zuschlag. Bei einem Makler erfuhren sie, warum: Nadine Wilhelm hatte bei der Auskunftei Creditreform noch immer einen negativen Eintrag.

Inzwischen hat die Creditreform auch diesen Eintrag gelöscht und das Paar hat auch eine Wohnung gefunden. Aber noch immer haben sie Angst vor neuen Hiobsbotschaften aus dem Briefkasten.

Die eigenen Daten überprüfen

Außer Creditreform und Schufa gibt es noch andere Auskunfteien. Die Schufa ist aber die größte und einflussreichste. Um sich vor derartigen Verwechslungen und entsprechenden Konsequenzen zu schützen, wird Verbrauchern empfohlen, die dort gespeicherten Daten einzusehen und zu überprüfen. Die Schufa ist dazu verpflichtet, jedem einmal pro Jahr kostenlos Auskunft zu erteilen. Allerdings macht die Internetseite der Schufa es den Verbrauchern schwer, führt geschickt immer wieder zu den kostenpflichtigen Angeboten. stern TV erklärt deshalb hier noch einmal Schritt-für-Schritt, wie Sie zu Ihrer kostenlosen Auskunft kommen.

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