HOME

Experiment für mehr Verkehrssicherheit: Promille nach Vatertag und Biergarten: Was der Restalkohol-Test am nächsten Morgen verrät

Das sommerliche Wetter schreit förmlich danach, den Feierabend bei einem Getränk im Biergarten zu verbringen. Oder auch bei zwei, drei oder vier. Am nächsten Morgen ist das ja wieder weg, nicht wahr? stern TV macht mit einer trinkfreudigen Runde den Restalkohol-Test – vor der Fahrt zur Arbeit.

Getty Images

Ob Feierabendbierchen oder Vatertagssause: Die meisten wollen sich in der Freizeit bei ein paar alkoholischen Getränken entspannen. Einfach feiern und lachen. Alles gut und schön! Schließlich würde keiner danach betrunken ins Auto steigen. Aber morgens, wenn es wieder zur Arbeit geht, sieht das anders aus. Nach ein paar Stunden Schlaf sollte der Rausch vom Vorabend schließlich abgebaut sein. Aber wie viel davon haben wir vielleicht doch noch im Blut? Wie fahrtüchtig sind wir am Morgen nach der Feierei? Und was bedeutet das in diesen Tagen für die Polizeikontrollen und den Berufsverkehr?

Nach fünf Stunden feiern weit über ein Promille

stern TV hat eine partyerprobte Truppe aus je drei freiwilligen Männern und Frauen zum Trinken im Dienst der Wissenschaft eingeladen – und sie während ihrer Tour durch Köln sowohl mit der Kamera als auch mit einem Arzt begleitet. Alexander Naymark vom Deutschen Roten Kreuz hat das Experiment mit einem Promille-Meßgerät überwacht. Vom Sundowner am Rheinufer über die Altstadtkneipen bis zur kubanischen Cocktailbar: der Pegel stieg über die Stunden doch erheblich. Jeder sollte in seinem Tempo trinken, und nicht mehr, als er will. Nach fünf Stunden waren am Ende des Abends dennoch einige Biere, Weine, Schnäpse und Longdrinks zusammengekommen, für jeden Einzelnen auf einem stern TV-Bierdeckel notiert. Die Blutalkoholwerte dazu wurden anhand ihrer Blutproben von Mitternacht im Labor ermittelt: 0,53 Promille bei Philippe und 0,77 Promille bei Pauline. Mehr als ein Promille intus hatten Ella mit 1,40, sie stieg um 23:30 Uhr aus dem Experiment aus. Philipp mit 1,54 und Luisa mit 1,56 Promille. Nikita aber hatte sich und den Vogel komplett abgeschossen: 2,13 Promille. Wenn um 0 Uhr nicht sowieso Schluss gewesen wäre, hätte Alexander Naymark die Reißleine gezogen.

Abbau pro Stunde: 0,1 – 0,15 Promille

Der Morgen danach: stern TV hat bei allen Probanden in der Frühe erneut eine Blutprobe entnommen. Wie viel Promille haben sie in der Nacht vom Pegel abgebaut? Wäre es erlaubt, jetzt zur Arbeit zu fahren? Trotz 1,4 Promille am Abend wollte Ella sich hinters Steuer setzen, und auch Nikita – in der Nacht noch 2,13 Promille – hätte immerhin Fahrrad fahren wollen. Da die Ergebnisse der morgendlichen Blutproben erst in der Rechtsmedizin in Köln ausgewertet werden mussten, ließen schließlich alle ihre Fahrzeuge stehen. Und das war auch richtig so: Alle hatten seit dem Zapfenstreich um Mitternacht 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde abgebaut. Die Laborergebnisse zeigen: Nur bei Pauline und Philipp war der Blutalkohol soweit abgebaut, dass sie am Straßenverkehr hätten teilnehmen dürfen. Ella hatte noch 0,64 Promille im Blut. Der Restalkohol bei Luisa war mit 0,71 noch bedenklich. Bei Schnapsdrossel Nikita betrug der Wert um sechs Uhr morgens noch immer 1,37 Promille. Der Führerschein wäre weg gewesen, einmal abgesehen von dem erheblichen Unfallrisiko. Und Philippe hatte sage und schreibe noch immer 1,62 Promille im Blut! Mehr als bei der letzten Messung am Abend. Er hatte sich, das muss man wohl dazu sagen, vor dem Schlafengehen noch einen Absacker gegönnt. Grundsätzlich also immer eine schlechte Idee, wie man an seinem Beispiel sehen kann. Bei dem Wert hätte er erst kurz vor der stern TV-Sendung um 22:15 Uhr wieder fahren dürfen.