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Horror-Crash in der Formel 3: Rennfahrerin Sophia Flörsch setzt sich kurz nach ihrem Unfall wieder hinters Steuer

Sie ist mit 18 Jahren eine der jüngsten professionellen Rennfahrerinnen überhaupt. Und sie überlebte im November nur knapp einen der heftigsten Unfälle der Motorsport-Geschichte. Sophia Flörsch aber bleibt unerschrocken und blickt schon wieder nach vorne.  

Formel-3-Rennfahrerin Sophia Flörsch (18) denkt nach ihrem Horror-Crash nicht ans Aufhören.

Nur 106 Tage nach dem Horror-Crash beim Grand Prix von in Macau setzt sich Sophia Flörsch wieder hinter das Steuer eines Rennwagens. Viele haben die Bilder des Formel-3-Rennens noch vor Augen, die im November um die Welt gingen: Die junge Rennfahrerin raste mit 276 km/h über die Strecke, touchierte ein anderes Fahrzeug und flog mit ihrem Wagen ungebremst in eine Tribüne. Selten hat es in der Motorsportszene einen derart heftigen Unfall gegeben. "Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich fliege. Das passierte alles so schnell", erinnert sich die 18-Jährige. "Ich hatte eine Geschwindigkeit von über 270 drauf, dann bin ich am Boden entlanggeschlittert und es hat sich genauso angefühlt wie das Fliegen. Für mich war es nur komisch, dass ich auf diesem Reifenstapel gelandet bin."

Wie durch ein Wunder überlebte die Formel-3-Fahrerin den Unfall. Ihre Halswirbelsäule war verletzt, zwei Wirbel gebrochen und das Rückenmark gequetscht. Sophia Flörsch kam ins Krankenhaus und musste in einer komplizierten 11-stündigen Operation behandelt werden. Um ein Haar wäre sie querschittsgelähmt.

Knapp vier Monate später geht es der 18-jährigen jetzt wieder gut. Sie steigt sogar erneut in den Rennboliden. stern TV war dabei, als sie vergangene Woche im italienischen Monza zu Testzwecken erstmals wieder fuhr. Sie wolle unbedingt wieder vorne blicken und sich Ziele setzen, etwa die neue Rennserie "European Masters" und später die Sensation erreichen: "Ich versuche so schnell wie möglich in die Formel 1 zu kommen", sagt Sophia Flörsch. "Im besten Fall möchte ich Formel 1-Weltmeisterin werden."

So formulierte sie es schon vor acht Jahren, als die damals Zehnjährige nach ihren Zielen gefragt wurde. Sophia Flörsch hatte bereits als Kind zahlreiche Titel eingefahren. Ihr Vater Alexander war selbst Rennfahrer und begleitete seine Tochter, als sie mit erst vier Jahren das erste Mal hinter dem Lenker eines Karts saß und unerschrocken drauf los brauste. Schon damals fiel Sophia auf zwischen all den Jungs. Doch von denen ließ sie sich nichts gefallen – weder auf und noch neben der Piste. Ihre Familie ist seitdem immer an ihrer Seite.

Monza wichtiges Zwischenziel: Sophia Flörsch gibt wieder Gas

Und mit ihrem Erwachsenwerden wurden auch die Autos, die sie fährt, immer größer. Vergangenen Sommer wechselte Sophia Flörsch in die europäische Formel 3 – während sie auf der Straße noch nicht mal alleine Autofahren durfte. "Ich habe meinen Führerschein genau vor einem Jahr gemacht, damit hatte ich das begleitete Fahren. Und seit Dezember bin ich 18 Jahre und darf jetzt auch alleine auf der Straße fahren", lacht sie.

Zwei Wochen vor ihrem 18. Geburtstag war der Grand Prix in Macao. Die Stimmung in ihrem Team "Van Amersfoort Racing" hätte besser nicht sein können. Alles lief nach Plan. Doch in der vierten Runde bremste Sophias Vordermann plötzlich. Das Unglück nahm seinen Lauf...

Sophia Flörsch aber wollte ihren Traum niemals aufgeben. Gleich nach ihrer Operation blickte sie wieder nach vorne. 106 Tage nach dem Crash sitzt sie wieder hinter dem Steuer. Die Teststrecke Monza vergangenen Mittwoch war ein wichtiges Zwischenziel: die erste große Fahrt, ihre Rückkehr ins Cockpit. Sophia Flörsch gibt wieder Gas – ihr Ziel klar vor Augen: Formel-1-WeltmeisterIN werden.