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Fragen & Antworten

Risiko, Vorsorge, Therapie: Das sollten Sie über die Entstehung von Hautkrebs wissen

Zuvor harmlose Muttermale können sich unvermittelt zu Krebszellen entwickeln. Auch Hautkrebs kann lebensbedrohlich werden, wenn er nicht frühzeitig erkannt wird. Bei einer frühzeitigen Behandlung stehen die Chancen aber gut.

Was ist Hautkrebs?

Hautkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Tumore der Haut. Ärzte unterscheiden zwischen schwarzem Hautkrebs, dem so genannten malignem Melanom, und weißem Hautkrebs, der auch als heller Hautkrebs bezeichnet wird.

Wenn Melanome auf der Haut frühzeitig erkannt und behandelt werden, sind die Chancen auf Heilung sehr gut.

Schwarzer Hautkrebs ist die bösartigste Form von Hautkrebs, da das Melanom schnell wächst und sich die Krebszellen über die Blutbahn und das Lymphsystem im Körper ausbreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden kann. Maligne Melanome entstehen meist aus pigmentbildenden Hautzellen, sogenannten Melanozyten oder Leberflecken/Muttermale. Grund für die Hautveränderung ist meist zu hohe UV-Strahlung.

Außerdem kann man zwei weitere Formen des hellen Hautkrebses entwickeln. Die sind zwar weniger gefährlich, kommen aber häufiger vor als das maligne Melanom. Der so genannte Stachelzellkrebs entwickelt sich meist erst nach dem 60. Lebensjahr. Auf Hautbereichen, die oft der Sonne ausgesetzt waren, bildet sich erst eine Lichtschwiele: eine Rötung mit einer bräunliche Hornschicht. Daraus kann sich der Krebs entwickeln, der– frühzeitig entdeckt – relativ gut zu behandeln ist. Das Basalzellkarzinom wächst dauerhaft und zerstört so nicht nur die Haut, sondern kann langfristig sogar Knochen schädigen. Bemerkbar macht sich diese Krebsform zuerst in Form kleiner Knötchen, die sich oft rot oder braun verfärben.

Schwarzer Hautkrebs: Besonders lange Sonnenbäder können die Bildung von aggressiven malignen Melanomen zur Folge haben

Schwarzer Hautkrebs: Besonders lange Sonnenbäder können die Bildung von aggressiven malignen Melanomen zur Folge haben

Wie viele Menschen bekommen Hautkrebs?

In Deutschland gibt es jedes Jahr mehr als 21.000 Neuerkrankungen von schwarzem Hautkrebs: etwa 10.000 Frauen und 11.000 Männer.  

Das Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln, beträgt in Deutschland etwa 1:500. Andernorts, wie beispielsweise in Australien, ist das Risiko höher (1:50). Zwar kommt es auch bei jungen Menschen unter Umständen schon zu Hautkrebs, die meisten Betroffenen erkranken jedoch im mittleren Lebensalter (Zwischen 45 und 60 Jahren). Melanome können auch ohne Beschwerden und bei kleiner Größe schnell Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen bilden. Deshalb ist es wichtig, dass bösartige Hautveränderungen schnell erkannt und entfernt werden.

Woran erkenne ich verdächtige Hautveränderungen?

Wichtig ist, dass sich jeder aufmerksam selbst checkt und einen Arzt aufsucht, wenn er eine Veränderung an der Haut bemerkt. Menschen, die mehr als 50 Pigmentflecken haben, gelten als stärker gefährdet. Ärzte empfehlen dann, die Haut monatlich selbst auf Veränderungen zu checken – auch die Innenhandflächen und Fußsohlen.

Hilfreich ist dabei die sogenannte ABCDE–Regel.

ABCDE-Regel: Auf diese Auffälligkeiten sollten Sie achten
A wie Asymmetrie

Das A steht für Asymmetrie: Muttermal hat eine ungleichmäßige Form.

B wie Begrenzung

B steht für Begrenzung: Die Ränder sind ausgefranst oder verschwommen.

C wie Colour

C steht für Colour:  Der Fleck hat unterschiedliche Färbungen.

D wie Durchmesser

D steht für Durchmesser: Das Muttermal ist größer als fünf Millimeter.

E wie Evolution

E steht für Evolution: Der Pigmentfleck verändert sich schnell.

Trifft eines dieser Kriterien zu, muss das nicht bedeuten, dass man Hautkrebs hat. Allerdings sollte man die Stelle so bald wie möglich kontrollieren lassen. Handelt es sich tatsächlich um eine bösartige Veränderung, sind die Heilungschancen bei frühzeitiger Behandlung gut.

Wie gefährlich sind die Hautveränderungen und wie sind die Heilungschancen?

Nicht jede Hautveränderung ist bösartig, sollte aber immer untersucht werden. Denn: Schwarzer Hautkrebs lässt sich nur durch eine Laboruntersuchung des Gewebes sicher feststellen. Dafür entfernt der Hautarzt den Leberfleck in einer kleinen Operation und schickt eine Gewebeprobe ein. Schwarzer Hautkrebs, der sich nur in der obersten Hautschicht befindet, kann in nahezu allen Fällen geheilt werden. Wenn das Melanom in tiefere Hautschichten eingedrungen ist, könnten sich die Krebszellen jedoch über die Blutbahn und Lymphgefäße im Körper ausbreiten und Metastasen bilden. Hat der Krebs auf diese Weise "gestreut", kann eine Strahlentherapie notwendig sein.  

Die Heilungschancen von schwarzem Hautkrebs hängen also davon ab, wie weit fortgeschritten das Melanom bereits ist. Konnte das Melanom entfernt werden, sollten Betroffene trotzdem unbedingt regelmäßig zur Nachkontrolle gehen. Denn wer einmal Hautkrebs hatte, ist besonders gefährdet, ihn wieder zu bekommen.

Wann ist das Risiko besonders groß?

Menschen, die in ihrem Leben und/oder in der Kindheit bereits häufig Sonnenbrände hatten, sind besonders gefährdet. Krankhafte Hautveränderungen treten aber auch bei sonnenempfindlichen Menschen hellen Hauttyps auf, sowie bei Menschen mit vielen Leberflecken. Laut Krebsgesellschaft scheint aber auch eine erbliche Komponente bei der Entstehung von schwarzem Hautkrebs eine Rolle zu spielen. Und: Wer schon einmal Hautkrebs hatte, ist besonders gefährdet, erneut daran zu erkranken.

Wie lässt sich Hautkrebs vorbeugen?

  • Sonnenschutz: Die Haut vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen. Vor allem die Mittagssonne meiden (11-15 Uhr). Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden, der beste Schutz ist der textile Schutz.
  • Kinder sollten keinesfalls einen Sonnenbrand bekommen.
  • Keine übermäßige Besonnung, etwa durch Solarium-Besuche.
  • Regelmäßige Selbstuntersuchung: Hautveränderungen sollten früh festgestellt und aufmerksam beobachtet werden. Wer etwas feststellt, sollte immer damit zum Hautarzt gehen.
  • Das von den Kassen bezahlte, regelmäßige Hautscreening beim Hautarzt wahrnehmen. Besonders diejenigen Menschen, die zu einer Risikogruppe zählen: helle Haut, zahlreiche Muttermale oder Vorerkrankung (auch innerhalb der Familie).


Testen Sie Ihr Hautkrebsrisiko

Dieser Test kann bei einer ersten Einschätzung helfen, wir groß die Gefahr für Sie ist, an Hautkrebs zu erkranken und wann Sie zum Arzt gehen sollten.